"Fühle mich noch nicht als auslaufendes Produkt"

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Aus dem U20-WM-Helden ist ein Routinier geworden.

Am kommenden Samstag, einen Tag vor dem Gastspiel in Irland, feiert Martin Harnik seinen 30. Geburtstag. Aus dem frechen "Piefke" ist längst ein Führungsspieler mit 65 Länderspielen auf dem Buckel geworden.

"Diese Rolle habe ich teilweise schon in Stuttgart und zuletzt intensiv in Hannover eingenommen und fühle mich darin auch wohl. Ich fühle mich aber noch nicht irgendwie als auslaufendes Produkt, sondern denke, dass ich sehr von dieser Erfahrung und Sicherheit, die mir diese Karriere gegeben haben, profitiere und davon auch meine Mitspieler profitieren können", erklärt der Jubilar.

Harnik hält es wie Ronaldo:

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)


Grinsender Nachsatz: "Cristiano Ronaldo hat es nach dem Champions-League-Sieg gut gesagt, dass sein Alter auch nur eine Zahl ist."

Aufstieg erspart Wechsel-Gedanken

Erlebt hat Harnik in seiner Laufbahn einiges. Nach den bitteren Erfahrungen in der Schlussphase beim VfB Stuttgart schlug das Pendel zuletzt nach seinem Wechsel zu Hannover 96 wieder auf die positive Seite aus. Genau wie seinem Ex-Klub gelang der Aufstieg in die deutsche Bundesliga, der Stürmer steuerte starke 17 Tore bei.

"Es war wirklich ein interessantes Jahr. Es war ja mein zweites Zweitliga-Jahr, aber natürlich unter komplett anderen Voraussetzungen als im ersten in Düsseldorf, wo ich noch ein Rookie war. Jetzt ging es von Anfang an um den Aufstieg. Es war eine unglaublich schwierige Saison, das muss man wirklich sagen, aber wir haben dem standgehalten und sind am Ende verdient aufgestiegen", blickt Harnik zurück.

Durch die Rückkehr ins Oberhaus ersparte er sich zudem einen neuerlichen Transfer: "Ich bin superglücklich, in Hannover bleiben zu können. Wären wir nicht aufgestiegen, hätte man sicherlich über verschiedene Szenarien sprechen müssen, aber so sind alle Zweifel erloschen. Ich freue mich auf das Jahr mit Hannover in der ersten Liga."

Dort muss sich "96" seiner Einschätzung nach nicht erst etablieren: "Ich denke schon, dass wir genauso wie der VfB kein gewöhnlicher Aufsteiger sind, weil Hannover und Stuttgart einfach in die Liga gehören und nicht wie beispielsweise Ingolstadt oder Darmstadt komplett neues Terrain betreten. Ich glaube, dass wir gerade in der ersten Saison sehr von dieser Euphorie zehren können. Natürlich merkt man schon, dass auf der einen oder anderen Position nachgebessert wird. Es werden Spieler geholt, der Konkurrenzkampf wird angeschoben. Ich denke, dass wir eine gute und stabile Saison spielen können."

Zehnjähriges Jubiläum der U20-WM

In Hannover agiert Harnik als Teil eines Sturm-Duos. Gedankenspiele, wo er sich im neuerdings variabel agierenden ÖFB-Team einreihen könnte, gibt es einige. "Das ist systemabhängig. Also ich sehe mich zum Beispiel nicht als alleinige Spitze", betont der 29-Jährige.

Dann schon eher so wie im Verein oder auf der gewohnten Position am rechten Flügel: "In Hannover haben wir immer mit zwei Stürmern gespielt. Ich konnte mich frei bewegen, weil ich ja auch kein Spieler bin, der sich in die Innenverteidiger reinwirft, sondern eher die Lücken und freien Räume suche. Deswegen sehe ich mich als zweiten Stürmer sehr gut positioniert, aber ich habe auch jahrelang und sehr erfolgreich auf Rechtsaußen gespielt, auch mit verschiedenen Freiheiten - ich war ja nie der klassische Flankengeber, sondern bin oft in die MItte gezogen und habe versucht, meine Laufstärke ins Spiel zu bringen."

"Das Echo in Österreich war natürlich sehr groß, der damalige Teamchef Josef Hickersberger hat das sehr intensiv verfolgt, und ich war einer der Glücklichen, die dann relativ schnell ins A-Team gezogen wurden."

Martin Hrnik über die U20-WM

Zehn Jahre ist es mittlerweile her, dass Harnik Teil jenes Junioren-Nationalteams war, das bei der U20-WM in Kanada Rang vier erreichte und in Fußball-Österreich Helden-Status erlangte. Vor allem auf seine Nationalmannschafts-Karriere habe sich dieses Turnier "sehr ausgewirkt":

"Denn das Echo in Österreich war natürlich sehr groß, der damalige Teamchef Josef Hickersberger hat das sehr intensiv verfolgt, und ich war einer der Glücklichen, die dann relativ schnell ins A-Team gezogen wurden. Für meine Vereins-Karriere war es weniger entscheidend, da ich zwei Wochen vor dem Abflug nach Kanada meinen ersten Profivertrag in Bremen unterschrieben habe. Aber auf meiner Nationalteam-Laufbahn haben natürlich auch viele andere Karriereschritte basiert, also hat es sehr geholfen. Es war eine tolle Zeit, wir erinnern uns alle gerne zurück."

Die Wünsche zum 30er

Kurz nach der U20-WM feierte Harnik im August 2007 sein A-Team-Debüt beim 1:1 gegen Tschechien. Nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung bezwang er Star-Goalie Petr Cech per Traumtor.

"Tschechien war damals ein ganz großer Schritt und ein Push für meine Karriere. Es war ein unglaubliches Tor. So eines habe ich danach leider nie wieder erzielt", lacht der gebürtige Hamburger.

14 weitere Nationalteam-Tore sind freilich auch ohne Schönheitspreis aller Ehren wert. Wenn er sich zum runden Geburtstag mit einem weiteren Länderspiel-Treffer beschenken würde, wäre dies für das ÖFB-Team nicht gerade ein Nachteil.

Was er sich selbst zum 30er wünscht? "In erster Linie Gesundheit. Wir sind sowieso mit einem sehr schönen Leben gesegnet, der Familie geht es gut, das ist das Allerwichtigste. Kurzfristig wünsche ich mir aber natürlich den Dreier in Irland."





Textquelle: © LAOLA1.at

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