Marcel Sabitzer = "ehemaliger Offensivspieler"

 

Alles begann mit einer Idee von Julian Nagelsmann.

Schon beim seinem Amtsantritt bei RB Leipzig hat der zukünftige Bayern-Trainer seinem österreichischen Schützling Marcel Sabitzer mitgeteilt, dass er ihn sich gut in einer zentraleren und defensiveren Rolle vorstellen kann. Dies wurde auch schrittweise umgesetzt.

"Es war ein laufender Prozess, den ich durchgegangen bin. Es ging von Jahr zu Jahr ein bisschen weiter zurück. Klar war es erst mal überraschend, als er mich teilweise als alleinige Sechs aufgestellt hat", erzählt der Steirer.

So weit hinten ist der 27-Jährige im ÖFB-Team noch nicht angekommen. Beim erfolgreichen EURO-Auftakt lieferte Sabitzer jedoch nicht nur eine hervorragende Leistung ab, sondern näherte sich im 3-5-2-System auch seiner Klub-Position.

Sehr zu seinem Wohlwollen. Denn inzwischen bezeichnet sich Sabitzer selbst als "ehemaligen Offensivspieler".

Größerer Wohlfühlfaktor

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

"In Leipzig spiele ich seit mittlerweile ungefähr eineinhalb Jahren auf der Sechs oder Acht. Dann ist es auch normal, dass du da deine Abläufe und einfach ein gutes Gefühl auf der Position hast. Im Nationalteam hatte ich in den letzten Jahren eine andere Rolle", erklärt Sabitzer, der im ÖFB-Trikot zumeist auf der Zehn auflief.

Teamchef Franco Foda würde ihm jedoch Freiheiten geben, er solle in der Offensive variabel sein. "Aber ich fühle mich in der Rolle wohler", sagt der Grazer und meint die Variante von Bukarest.

Die Hoffnung, dass Sabitzer einer der rot-weiß-roten Unterschiedspieler bei der EURO sein könnte, war bereits vor dem Turnier da. Nach dem Nordmazedonien-Spiel ist sie noch größer.

"Ich bin gut ins Spiel reingekommen, hatte echte Vorfreude auf die Partie, war extrem motiviert, wollte einfach das Spiel auf meine Seite ziehen und der Mannschaft durch meine Präsenz ein gutes Gefühl geben. Ich denke, das hat gut funktioniert. Ganz oben ist gestanden: Ich wollte das Spiel mit der Mannschaft zusammen gewinnen", erklärt Sabitzer und verweist darauf, dass er sich gut auf das Spiel vorbereitet habe.

Mit seiner herrlichen Vorarbeit zum 1:0 von Stefan Lainer belohnte sich der Mittelfeldspieler recht früh in der Begegnung.

Mannschaftsdienlich und nicht auf den persönlichen Torerfolg aus

Eigentlich ist Sabitzer gelernter Stürmer. Ob der Eindruck, dass ihm spielerische Akzente inzwischen wichtiger sind als der persönliche Torerfolg, zutreffen würde?

"Für mich persönlich mache ich auch oft ein gutes Spiel, wenn ich kein Tor gemacht habe. Das sehen viele nicht. Aber das ist eben die öffentliche Wahrnehmung, damit muss ich umgehen."

"Ich weiß, welche Rolle ich habe und welche Stärken ich in der Mannschaft einbringen kann. Wenn man anguckt, wie ich spiele, sieht man, dass ich mannschaftsdienlich spiele und nicht auf den persönlichen Torerfolg aus bin. Wenn ein Tor oder eine Vorlage dabei rauskommt, ist es natürlich umso besser - als ehemaliger Offensivspieler ist das logischerweise etwas Wichtiges", so Sabitzer, der fortfährt:

"Aber für mich persönlich mache ich auch oft ein gutes Spiel, wenn ich kein Tor gemacht habe. Das sehen viele nicht. Aber das ist eben die öffentliche Wahrnehmung, damit muss ich umgehen."

Bei der medialen Beurteilung der Leistung würde man zu sehr an Toren gemessen, weshalb es schwierig sei, gut wegzukommen, wenn man keines erzielt.

Intensives Studium der Sechser-Position

Umso schöner, wenn zwischenzeitlich doch einen eigenen Treffer einstreut: "Es ist ja ganz normal, dass das andere Gefühle sind, als wenn du ein Tor vorlegst. Das sind Emotionen, die man nicht beschreiben kann. Aber wie gesagt: Für mich steht der Teamerfolg an erster Stelle. Natürlich versuche ich mit Toren und Assists zu helfen, aber mittlerweile in einer anderen Rolle."

Und gerade auf Vereinsebene hat sich Sabitzer intensiv mit dieser Rolle beschäftigt:

"Ich habe mich extrem damit auseinandergesetzt, was ich auf der Position bringen muss. Ich habe mir vieles von anderen Spielern oder aus unserem Video-Studium abgeschaut, welche Prinzipien auf der Sechser-Position vonnöten sind. Ganz klar, da musste ich mich anpassen, denn ich hatte ja immer den offensiven Gedanken. Wenn du dann auf einmal die Verantwortung im zentralen Mittelfeld hast, ist es etwas ganz anderes."

Nachsatz: "Aber ich denke, ich habe mich auf der Position sehr gut entwickelt und sehe das auch als meine Hauptposition."

Was wiederum die spannende Frage aufwirft, wie und wo Foda ihn bei einer etwaigen Abkehr vom 3-5-2 nominieren würde. Beim etatmäßigen 4-2-3-1 gibt es kaum erprobte Alternativen zu Sabitzer auf der Zehn.

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Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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