Foda: Das zeichnet Yusuf Demir und Ercan Kara aus

 

Sagen wir so: Von einer Rapid-Übermacht im ÖFB-Nationalteam kann man schon länger nicht mehr sprechen.

Die bekanntlich recht komplizierte Personalsituation vor dem WM-Qualifikations-Auftakt in Schottland hilft nun dabei, dass mit Maximilian Ullmann, Dejan Ljubicic, Yusuf Demir und Ercan Kara gleich vier Hütteldorfer Kicker im 43-köpfigen Aufgebot von Teamchef Franco Foda stehen.

Während Kara derzeit für das Schottland-Spiel im Angriff sogar alleine auf weiter Flur ist, da nun auch Adrian Grbic nicht nach Glasgow reisen darf, sind natürlich viele Augen auf Yusuf Demir gerichtet.

Ist der 17-Jährige ein derartiges Ausnahmetalent, dass man ihn früher, als womöglich die Leistungsentwicklung hergibt, ins Aufgebot holen muss?

"Demir ist ein junger, sehr talentierter Spieler. Klar, man kann darüber diskutieren. Er ist noch kein absoluter Stammspieler bei Rapid Wien, das ist uns auch bewusst. Das war auch eine Thematik bei der Nominierung", gibt Foda zu.

Demir kann Spiel neue Impulse geben

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Das Ergebnis der Diskussionen ist bekannt. Demirs Nominierung erinnert ein wenig daran, dass David Alaba 2009 auch schon sehr zeitig in der Karriere mit 17 ins kalte ÖFB-Wasser geworfen wurde.

Letztlich sticht wohl auch für Foda das riesige Talent von Demir, von dem der Teamchef schwärmt:

"Ich sehe in ihm ein riesiges Potenzial. Was er gezeigt hat: In vielen Partien, in die er rein kam, hat er das Spiel verändert. Er hat dem Spiel neue Impulse gegeben. Und solche Spieler können natürlich auch für das Nationalteam von großer Bedeutung sein. Deshalb wollen wir ihn uns live anschauen. Er soll mal bei uns mit dabei sein und reinschnuppern. Alles andere liegt dann an ihm."

Kara macht "aufgeweckten Eindruck"

Demir angesichts seiner türkischen Wurzeln näher an das Nationalteam Österreichs zu binden, könnte ein weiterer Hintergedanke sein. Selbiges gilt für Ercan Kara, wobei man beim ÖFB in solchen Fällen trotzdem zumeist am Leistungsprinzip festhielt.

Mit 17 Pflichtspieltreffern in der laufenden Saison hat sich Kara seine Nationalteam-Chance jedenfalls verdient.

"Er macht einen sehr aufgeweckten Eindruck auf mich", meint Foda, der sich mit dem Stürmer in der Vergangenheit bereits gerne persönlich getroffen hätte, was jedoch wegen der Covid-19-Situation verschoben worden sei.

Ehe es nun zum persönlichen Kennenlernen kommt, beruhen die Eindrücke vom 1,92-Meter großen Angreifer ausschließlich auf Scouting im Stadion oder via TV.

Das zeichnet Kara aus

"Ich habe mir viele Rapid-Spiele angeschaut. Kara ist ein Spieler, der vorne sehr robust ist. Er kann die Bälle gut halten, auch mit dem Rücken zum gegnerischen Tor. Vor allen Dingen ist er in der Box immer gefährlich, hat eine gute Nase für die Spielsituation und antizipiert gut. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass er schon so viele Tore erzielt hat."

Gut ein Jahr nach dem Wechsel vom SV Horn zu Rapid wäre das ÖFB-Debüt ein weiterer Meilenstein im zuletzt rasanten Aufstieg Karas, der vor zwei Jahren noch für den FC Mauerwerk in der Regionalliga Ost gespielt hat.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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