Foda: Darauf kommt es gegen Dänemark an

Foda: Darauf kommt es gegen Dänemark an Foto: © GEPA
 

In Dänemark sieht man den Showdown gegen Österreich (Mittwoch, 20:45 Uhr im LIVE-Ticker) bereits als eine Art ersten Matchball.

Bei einem Sieg hätten die Skandinavier das ÖFB-Team nach den ersten drei Spieltagen der WM-Qualifikation bereits um satte fünf Punkte distanziert. Rechnet man den dann wohl klaren Vorteil im Torverhältnis ein, könnte man im Prinzip schon von sechs Zählern sprechen, die Rot-Weiß-Rot im Fall der Fälle aufholen müsste.

"Ich denke, ich muss der Mannschaft nicht kommunizieren, welche Bedeutung dieses Spiel hat", weiß natürlich auch ÖFB-Teamchef Franco Foda, dass gerade das direkte Duell mit dem Co-Favoriten in der Gruppe einen hohen Stellenwert genießt.

Es wäre jedoch auch nicht Foda, würde er nicht bereits im Vorfeld eindringlich darauf hinweisen, dass die Partie - weder im Erfolgsfall, noch bei einer Niederlage - noch keinen vorentscheidenden Charakter hat.

Eines von zehn wichtigen Spielen

"In einer WM-Qualifikation, in der du nur zehn Spiele absolvierst, ist jedes Spiel von großer Wichtigkeit. Abgerechnet wird aber erst nach zehn Spielen. Gerade in der EM-Quali hatten wir einen ganz, ganz schlechten Start, trotzdem haben wir uns für die EM qualifiziert. Also gibt es auch nach diesem Spiel noch sieben Spiele zu absolvieren", erinnert Foda.

Vor zwei Jahren patzte Österreich im Heimspiel gegen den größten Konkurrenten, gegen Polen setzte es damals eine 0:1-Pleite, auf die man die Niederlage in Israel folgen ließ. Diesmal hat man mit dem 2:2 in Schottland zumindest angeschrieben. Eine Niederlage gegen Dänemark hätte aber wohl zur Folge, dass man sich kaum mehr Punkteverluste erlauben dürfte - eine Ausgangslage, die das ÖFB-Team aus der EM-Quali kennt und natürlich tunlichst vermeiden möchte.

Mit Dänemark kommt definitiv eine Herausforderung auf das Nationalteam zu. Außerdem eines der zuletzt relativ seltenen gewordenen Matches, in das man nicht zwingend als Favorit startet.

Der Weltranglisten-Zwölfte hat mit dem 2:0 in Israel sowie dem 8:0-Schützenfest gegen Moldawien einen perfekten Start hingelegt - letzteres mit der B-Elf.

Viel Arbeit für die Außenverteidiger

"Wir erwarten die dänische Mannschaft so, wie sie in Israel gespielt hat. Der Trainer hat gegen Moldawien bis auf Torhüter Schmeichel die komplette Mannschaft gegenüber dem Israel-Spiel gewechselt. Ob es ein Vor- oder Nachteil ist, wenn du zehn Spieler wechselst, ist schwierig zu beurteilen. Es kann ein Vorteil sein, dass du mehr Frische hast. Es kann aber auch ein Nachteil sein, dass vielleicht der Rhythmus etwas verloren ging", mutmaßt Foda.

Auch der ÖFB-Coach hat der einen oder anderen Stammkraft am Sonntag gegen die Färöer eine Pause gegönnt, so dürfte etwa Xaver Schlager in die Startelf zurückkehren. Auch Stefan Ilsanker ist ein Kandidat für das Mittelfeldzentrum.

An Arbeit wird es allen Mitgliedern der ÖFB-Anfangsformation nicht mangeln, denn Stärken bei Dänemark fallen Foda diverse ein:

"Mit Braithwaite und Poulsen am Flügel, und je nachdem, ob Wind oder Dollberg im Zentrum spielen, haben sie große Qualität. Sie haben Tempo und Tiefgang und versuchen oft die Bälle hinter die letzte Linie zu spielen. Das bedeutet für uns, dass wir gerade auf der Außenverteidiger-Position wach sein müssen."

Höjbjerg als Lenker

Darüber hinaus seien die Dänen in der Defensive sehr stabil: "Sie haben ein gutes Dreieck mit Christensen, Kjaer und Höjbjerg auf der Sechser-Position, dazu haben sie natürlich mit Eriksen noch einen Spieler, der aus der Zehner-Position immer wieder mit in die Tiefe geht."

Man würde es mit einem sehr flexiblen Konkurrenten zu tun bekommen, gerade das Mittelfeldzentrum mit Höjbjerg, Delaney und Eriksen sei in beide Richtungen sehr variabel.

"Höjbjerg ist der Spieler, der das Spiel über die Sechser-Position lenkt", meint Foda und kündigt an, dass man ihn daran hindern müsse.

Wie man selbst auftreten müsse? "In erster Linie ist es wichtig, dass wir kompakt agieren und die Flügelspieler unter Kontrolle haben, weil sie viel Tempo haben. Darüberhinaus müssen wir auch unser Spiel in die Offensive entwickeln. Da gibt es sicher Möglichkeiten, über die Flügel zu agieren. Gerade zu Hause musst du im Ballbesitz aktiv sein. Wir wollen mutig und entschlossen auftreten."

Wie lautet das Kräfteverhältnis?

Wie das Kräfteverhältnis zwischen Österreich und Dänemark einzuordnen sei?

"Dänemark hat viel individuelle Qualität. Die einzelnen Spieler spielen alle bei großen Mannschaften, sei es in Italien, der Premier League oder in Spanien. Aber wir haben auch unsere Qualitäten. Wir haben ebenfalls individuelle Qualität und sind als Mannschaft sehr homogen", vergleicht Foda, der glaubt:

"Es wird ein sehr spannendes und interessantes Spiel. An solchen Tagen entscheiden dann oft kleine Details. Vielleicht benötigt man in solch einem Spiel auch etwas Glück. Ich hoffe, dass es auf unserer Seite sein wird."

Man darf gespannt sein, mit welchen Mitteln das Nationalteam gegen Dänemark zum Sieg kommen will. Über die Attraktivität des ÖFB-Spiels ließ sich zuletzt ja trefflich streiten. Dass in dieser Partie das Ergebnis besonders hohe Priorität genießt, liegt auf der Hand.

Foda: "Wir gehen immer mit dem Gedanken ins Spiel, dass wir gewinnen wollen. Das ist auch die Intention der Mannschaft. Man hat inzwischen in vielen Spielen gesehen, dass sie bis zum Schluss an sich glaubt und in der Lage ist, Spiele zu drehen, und eine gute Mentalität hat."

Mögliche Aufstelungen:

Österreich: A. Schlager (LASK/5 Länderspiele) - Posch (Hoffenheim/GER/9/1 Tor), Dragovic (Bayer Leverkusen/GER/88/2), Trauner (LASK/4/1) - Lainer (Borussia Mönchengladbach/GER/27/1), Ilsanker (Eintracht Frankfurt/GER/49/0), X. Schlager (VfL Wolfsburg/GER/18/1), Alaba (Bayern München/GER/78/14) - Sabitzer (RB Leipzig/GER/47/8), Baumgartner (Hoffenheim/GER/7/3) - Kalajdzic (Stuttgart/GER/4/3)

Ersatz: Pervan (VfL Wolfsburg/GER/7), Lindner (FC Basel/SUI/28) - Trimmel (Union Berlin/GER/11/0), Ulmer (Red Bull Salzburg/22/0), Friedl (Werder Bremen/GER/1/0), Onisiwo (FSV Mainz/GER/11/1), Ranftl (LASK/6/0), Lazaro (Borussia Mönchengladbach/GER/29/3), Schöpf (FC Schalke 04/GER/25/5), Schaub (FC Luzern/SUI/19/6), Demir (Rapid/1/0), Gregoritsch (FC Augsburg/GER/24/4), Grbic (FC Lorient/FRA/8/4), Kara (Rapid/0)

Es fehlen: Grillitsch (gesperrt), Arnautovic, Lienhart (beide Corona-Reisebeschränkungen), Baumgartlinger (Kreuzbandverletzung), Laimer (Knochenödem im Knie), Hinteregger (Oberschenkelverletzung), Bachmann (Rückreise nach England)

Dänemark: Schmeichel (Leicester City/ENG/60) - Wass (Valencia/ESP/26/0), Kjaer (AC Milan/ITA/102/3), Christensen (Chelsea/ENG/38/1), Maehle (Atalanta Bergamo/ITA/6/1) - Delaney (Borussia Dortmund/GER/50/5), Höjbjerg (Tottenham Hotspur/ENG/38/3) - Poulsen (RB Leipzig/GER/50/7), Eriksen (Inter Mailand/ITA/103/36), Braithwaite (FC Barcelona/ESP/46/7) - Wind (FC Kopenhagen/4/2)

Ersatz: Lössl (Midtjylland/1), Rönnow (FC Schalke 04/GER/8) - Andersen (Fulham/ENG/1/0), Vestergaard (Southampton/ENG/20/1), Stryger Larsen (Udinese/ITA/31/1), Jönsson (Cadiz/ESP/2/0), Schöne (Heerenveen/NED/50/3), Jensen (Brentford/ENG/4/0), Nörgaard (Brentford/1/0), Damsgaard (Sampdoria Genua/ITA/1/0), Skov Olsen (Bologna/ITA/2/1), Dolberg (Nizza/23/7)

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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