Florian Grillitsch: "Spricht natürlich für mich"

 

Florian Grillitsch ist seit dem Match gegen die Ukraine in aller Munde. Das hat er in seiner bisherigen Nationalteam-Karriere nur selten geschafft.

Im Idealfall war dieser begeisternde Auftritt, bei dem er zum Man of the Match gewählt wurde, die Trendwende.

Dass der Hoffenheim-Legionär zuvor öffentlich seine Unzufriedenheit kund getan und anschließend diesem Druck standgehalten hat, ist zumindest ein gutes Zeichen.

Wobei der Niederösterreicher betont: "Ich mache mir selbst keinen Druck. Ich habe auch nur gesagt, dass ich unzufrieden bin, weil ich nicht gespielt habe. Aber wer ist schon zufrieden, wenn er nicht spielt? Dafür sind wir im Team alle zu ehrgeizig, um zu sagen: 'Schön, dass ich dabei bin und das war's.'"

Grinsender Nachsatz: "Dass es dann so gut geklappt hat, spricht natürlich für mich."

"Immer gewusst, dass ich ein guter Fußballer bin"

Diese Gala-Vorstellung lieferte Grillitsch in seinem bereits 25. Länderspiel ab. Davor gab es immer wieder gute bis sehr gute Ansätze, etwa 2018 beim 2:1 gegen Deutschland, aber nie den endgültigen Durchbruch.

Um als Stammkraft wahrgenommen werden zu können, fehlte der 25-Jährige in den vergangenen zwei, drei Jahren auch zu häufig verletzungsbedingt.

Wie wichtig daher solch ein Ausrufezeichen in persönlicher Hinsicht gewesen sei? Denn wer kontinuierlich solche Leistungen zeigt, muss vermutlich kaum um den Stammplatz zittern.

"Für mich persönlich war das natürlich schon sehr wichtig. Ich habe immer gewusst, dass ich gute Spiele machen kann, dass ich ein guter Fußballer bin. Aber es stimmt, ich war nicht so regelmäßig dabei, hatte Verletzungen, bin krank gewesen", erläutert Grillitsch und konkretisiert:

"Gerade mit den Abläufen im Nationalteam, wo du nicht so viel Zeit hast, ist es dann natürlich schwierig. Ich bin froh, dass ich jetzt ein gutes Spiel gezeigt habe und dass wir gewonnen haben. Hoffentlich geht es so weiter."

Unbeschreibliche Emotionen

Ein Sieg, den Grillitsch auch zwei Tage später noch spürt - einerseits emotional, andererseits körperlich.

"Es hätte auch unser letztes Spiel sein können, deswegen haben wir gesagt, wir hauen alles raus und laufen so lange, bis wir nicht mehr können."

Florian Grillitsch

"Es war ein komplett emotionaler Tag. Es war wirklich unglaublich. Man kann das gar nicht beschreiben, wie die Emotionen beim Abpfiff waren, das war so eine Erleichterung. Da kann man schon einmal etwas emotionaler werden", scheint der zentrale Mittelfeldspieler auch zwei Tage später noch Gänsehaut zu haben.

In körperlicher Hinsicht stand auch am Mittwoch die Regeneration am Programm, Grillitsch konzentrierte sich auf individuelles Training, was jedoch nur eine Vorsichtsmaßnahme gewesen sei: "Ich bin körperlich noch ein bisschen müde, keine große Geschichte."

Dies sei jedoch eine logische Folge des Fights in Bukarest: "Das Spiel war auf jeden Fall intensiv. Die Hitze ist am Feld gestanden. Und es hätte auch unser letztes Spiel sein können, deswegen haben wir gesagt, wir hauen alles raus und laufen so lange, bis wir nicht mehr können. Ich habe aber keine Zweifel, dass wir am Samstag wieder vom Anpfiff bis zum Abpfiff topfit sein werden."

Warum soll es nicht weitergehen?

Darüber, dass Italien Favorit sei, müsse man nicht diskutieren: "Aber wir haben jetzt Historisches geschafft, warum soll es nicht weitergehen? Klar sind wir Underdog, aber vielleicht können wir das auch ein bisschen als unseren Trumpf verwenden. Wir brauchen sicher einen Top-Tag und müssen zum Ukraine-Spiel sicher noch eine Schippe drauflegen. Aber wieso sollen wir es dann nicht schaffen?"

Grillitsch hat in diesem Turnier Worten schon Taten folgen lassen. Wenn dies als Team gelingt, warum eigentlich nicht?



Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..