Die perfekte Vorbereitung des Cican Stankovic

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Er kam, sah und hielt alle Elfmeter.

Cican Stankovic war der "Man of the Match" beim Aufstieg des FC Red Bull Salzburg ins fünfte Cup-Finale in Folge in Mattersburg, der erst nach Elfmeterschießen fixiert wurde (Spielbericht).

Es war überhaupt erst das dritte Elfmeterschießen in der Red-Bull-Ära, in diesem konnte sich aber die Nummer 2 der Salzburger, die schon am Sonntag beim 6:2 gegen die Admira im Kasten stand, auszeichnen.

Stankovic hielt alle drei Elfmeter der Mattersburger nach torlosen 120 Minuten - und auch jenen von Salzburg-Leihgabe Smail Prevljak in der regulären Spielzeit.

"Vier Elfmeter zu halten kommt nicht jeden Tag vor. Ich habe einige Male bewiesen, dass ich der Mannschaft helfen kann. Und wenn man dran kommt, interessiert es keinen, ob man Spielpraxis hat oder nicht, da muss man abliefern", sagte Stankovic nach der Partie und verriet, wie er sich auf die Elfmeter vorbereitete.

Stankovic-Poker ging auf

"Bei Smails Elfmeter habe ich mir die letzten zwei von ihm angesehen und mir den Anlauf gemerkt. Er hat wieder so geschossen", ging der Stankovic-Poker auf.

Nach der Verlängerung bereitete sich Stankovic mit Tormann-Trainer Herbert Ilsanker noch einmal genauer vor: "Ich habe gewusst, wo die meisten Schützen ihre Lieblings-Ecken haben. Dann ist es natürlich auch eine Gefühlssache, wenn es so weit ist."

Der 25-Jährige war in seiner Ausführung genauso entschlossen wie die Schützen seines Teams, die zu diesem Zeitpunkt keine Zweifel aufkommen ließen, wer ins Finale nach Klagenfurt fahren wird.

Zuvor sah das noch anders aus, denn Mattersburg hätte beinahe die Rekord-Serie an ungeschlagenenen Spielen der Salzburger im ÖFB-Cup bei 28 beendet.

Zwar hatte Salzburg das Spiel vor allem in der ersten Hälfte im Griff, doch kaum zwingende Chancen. Nach der Pause kamen die Gastgeber auf, auch weil der Titelverteidiger das zuließ.

Kein Jano-Tor für Stankovic

"Die sind auch schwer zu schlagen, sie verteidigen gut, spielen nur lange Bälle und dann geht es um die zweiten Bälle", sagte Ersatz-Kapitän Valon Berisha.

"Der Gegner ist tief gestanden, war gut organisiert und wir auch sind zu leicht in Konter gelaufen und die Positionen haben dann nicht so gut gestimmt. Aber die Bereitschaft meiner Mannschaft war wieder außergewöhnlich", analysierte Trainer Marco Rose, der eine der vielen umstrittenen Szenen in diesem Spiel nicht werten wollte.

Nämlich das nicht gegebene Tor von Jano. Stankovic, der in Salzburg noch Vertrag bis 2020 hat ("Mein erster Ansprechpartner ist Red Bull"), legte sich hingegen fest: "Ich war hinter der Linie, der Ball aber nicht. Da bin ich mir zu 100 Prozent sicher."

Alleine den Ball - ob vor oder hinter der Linie - auf diese Weise wegzubefördern, hätten an diesem Abend wohl nur wenige Torleute geschafft und half mit, dass die Schiedsrichter nicht auf Tor entschieden.

Ersatz-Kapitän Valon Berisha, der nach seinem Elfer-Foul an Höller ("Der Elfmeter war keiner. Wie kann ich Höller foulen, er ist zwei Meter groß?") Stankovic für dessen Parade abbusselte, dankte besonders seinem Schlussmann: "Wir haben starke Torhüter, heute war es Cicans Tag."

Stankovic dankt Trainer Rose

Auch Rose lobte seinen Torhüter: "Stankovic hat es verdient, dass er heute gespielt hat. Er hat bereits in der Hinrunde gezeigt, wie wichtig er für uns sein kann. Wir haben zwei gute Torhüter, 'Cic' hatte heute einen herausragenden Tag."

Der gab das Lob umgehend zurück: "Unter dem neuen Trainer fühle ich mich sehr wohl, ich habe 15 Einsätze, das ist für einen Zweiten nicht so wenig."

Als er gebraucht wurde, war Stankovic da und hielt den Traum vom historischen Triple am Leben. In der Meisterschaft sieht es mit der Titelverteidigung gut aus, im Cup-Finale am 9. Mai kommt es zum Schlager gegen Sturm und in den nächsten beiden Wochen geht es dann gegen Olympique Marseille um den Einzug ins Endspiel der UEFA Europa League.

Deswegen wurde auch das Cup-Finale nach hinten verlegt, weil Salzburg zwei Tage nach dem ursprünglichen Termin (1. Mai) zu Hause das Rückspiel gegen Marseille hat.

In Klagenfurt geht es dann für Salzburg um den alleinigen Rekord an Cup-Siegen in Folge - den teilt sich der Titelverteidiger aktuell mit der Austria, die 2005, 2006, 2007 und 2009 den Bewerb gewann.

2008 fiel er wegen der Heim-EURO aus.

Letsch freut sich mit Salzburg mit

Über den Erfolg in Mattersburg freute sich indes auch Thomas Letsch, der wie Didi Kühbauer Augenzeuge der Partie war, da seiner Austria mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Rang 5 reicht, um doch noch in den Europacup zu rutschen. Da fehlen aktuell sieben Punkte auf die Admira.

Salzburg muss bis zum Heimspiel gegen Altach, das auf Wunsch des Meisters um einen Tag auf Sonntag verschoben wurde, wieder regenerieren. Amadou Haidara erholt sich von einer Rissquetschwunde, bei Andreas Ulmer zwickt nach dem 48. Saisonspiel der Muskel. Dafür kommen Reinhold Yabo und Hee Chan Hwang wieder zurück.

Die 120 Minuten plus Elferschießen hätten es für Salzburg ob des anstehenden Programms freilich nicht gebraucht, aber am Ende zählt bekanntlich nur der Sieg und vor allem im Cup das Weiterkommen.

Oder wie es Hannes Wolf treffend beschrieb: "Wenn wir das Finale gewinnen, interessiert es keinen, wie wir ins Finale gekommen sind."


Textquelle: © LAOLA1.at

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