Peter Guggi: "Ich hoffe, ich bin kein Rapid-Fluch"

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Lang, lang ist's her!

Genauer gesagt 1995, dass der SK Rapid letztmals den heimischen Cup für sich entscheiden konnte - mit einem 1:0 im Finale gegen DSV Leoben. Torschütze vor 22 Jahren: Peter Guggi.

Der 49-jährige Grazer arbeitet mittlerweile als Autoverkäufer in Graz, doch zumindest einmal im Jahr wird er auf Rapids Warten auf den nächsten Cup-Titel angesprochen.

Ob es seit damals einen "Guggi-Fluch" gibt: "Ich hoffe, ich bin kein Fluch", verrät er LAOLA1. "Ich wäre nicht böse, wenn das endet."

Cupsieger, Meister, Europacup-Finalist und Champions-League-Starter - der Defensiv-Spieler hat bei den Grün-Weißen einiges erlebt und prägte zusammen mit Spielern wie Michael Konsel, Peter Schöttel oder den "Daltons" eine äußerst erfolgreiche Rapid-Zeit.

Im großen Exklusiv-Interview erinnert sich Guggi an den Cup-Triumph 1995, blickt auf Rapids Durststrecke zurück, erinnert sich an Streiche von Kühbauer, Barisic und Co. und merkt an: "Wir waren damals eine Sensations-Mannschaft!" Dazu ergänzt er, was Rapid derzeit fehlt und was der Cupsieg bewirken könnte.

LAOLA1: Wie frisch sind die Erinnerungen an diesen 5. Juni 1995?

Peter Guggi: Das wird immer in Erinnerung bleiben. Cupsieger zu werden, gehört zu den größten Erfolgen. Und es war mein erster Titel, den ich mit Rapid geholt habe. Das werde ich nie vergessen.

LAOLA1: Dieser 1:0-Siegtreffer im Cup-Finale – lassen Sie uns noch einmal teilhaben?

Guggi: Es war von der halblinken Seite, Stefan Marasek hat mir den Ball aufgespielt und ich habe ihn mit dem linken Fuß getroffen. Der Michael Krenn im Tor der Donawitzer hatte zu kurze Hände – das sage ich ihm heute noch, wenn ich ihn sehe. Ich wohne in Graz, bin ein Grazer und Michi war immer in der Umgebung, wir haben auch bei Leoben zusammengespielt. Wenn wir uns sehen, werde ich ihm das immer wieder vorhalten, dass er zu kurze Hände hatte. Und alles mit meinem extrem starken linken Hammer (lacht).

LAOLA1: Also war das nicht Ihre Spezialität?

Guggi: Ich habe den Vorteil gehabt, dass ich links und rechts schießen konnte und nicht überlegen musste. Andere hätten probiert, mit dem Außenrist zu schießen. Für mich war das so einfacher. Dass ich ihn so schön treffe und er ins lange Eck geht, war natürlich super. Dass es dann auch noch zum Titel gereicht hat, war für mich sowieso das Höchste der Gefühle.

2016/17 wird für Rapid als Seuchen-Saison in Erinnerung bleiben! 3 Trainerwechsel, ein neuer Sportdirektor und Abstiegskampf, zu viel für das grün-weiße Herz.

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Einschneidende Erlebnisse, viele Rückschläge und Niederlagen - die Saison und das Entsetzen des SK Rapid festgehalten in Bildern:

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Alles begann mit der Ausbootung von Zoran Barisic - offiziell reichten Vizemeistertitel und Europa-League-Teilnahmen nicht mehr.

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Im Nachhinein ein Fehler, wie Präsident Michael Krammer zugab. Doch Sportchef Andreas Müller lebte sich mit "Zoki" auseinander und verhandelte bereits länger mit einem alten Spezi.

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Mike Büskens - sein alter Weggefährte aus Schalker-Zeiten sollte das Ruder übernehmen. Mit dem Deutschen ging Rapid in die so richtungsweisende Saison.

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Die Ziele waren hochgesteckt: Mit einem nahmhaften Trainer und dem fertiggestellten Allianz-Stadion gab Krammer den Meistertitel als Ziel aus - so direkt wie noch nie.

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Büskens und allen Beteiligten war klar, dass eine große Bürde auf ihnen liegt. Doch die Euphorie vor dem ersten Spiel war groß, Steffen Hofmann bezeichnete den Kader als besten, den er bei Rapid hatte.

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Vor allem auch, weil wenig später mit Ivan Mocinic und Arnor Traustason zwei Rekord-Transfers getätigt wurden - die Spieler blieben aber bisher vieles schuldig.

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Büskens ging menschlich mit den Spielern um, verändert wurde jedoch nicht allzu viel. Er übernahm Zokis System und tauschte nur an ein paar Ecken Personalien aus.

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Die Eröffnung des Jahrhundert-Projekts Allianz-Stadion war ein voller Erfolg. Alle waren überzeugt, in der 28.000 Zuschauer-Arena schon bald große Erfolge bestaunen zu können.

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Der 2:0-Sieg im Eröffnungsspiel gegen Chelsea durch Tore von Joelinton und Tomi ließ die Euphorie noch mehr steigen.

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Auch der Saison-Auftakt verlief verheißungsvoll. Nach dem 5:0 gegen Ried wurden die Grün-Weißen schon als großer Titelkandidat gehandelt.

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Für viele Spieler war es der perfekte Start in eine denkwürdige Spielzeit - da wussten sie jedoch noch nicht, was alles auf sie zukommen sollte.

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Für andere war der Trainerwechsel alles andere als erfreulich: Mario Sonnleitner wurde abgesägt (da hatte aber vor allem Sportchef Müller die Finger im Spiel),

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Jan Novota musste Platz für Richard Strebinger machen, um bei der Vielzahl an Legionären keinen Ausländerplatz zu besetzen.

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Und auch Tomi wurde nach nur wenigen Einsätzen die Rute ins Fenster gestellt und ihm ein Abschied nahe gelegt.

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Selbst die Niederlage in Runde 2 gegen Altach wurde weggesteckt, mit dem Sieg im ersten Saison-Derby (4:1) war wieder alles im Lot, der Prater kochte.

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Auch im Europa-League-Playoff ließ man AS Trencin auswärts mit 4:0 keine Chance. Die Weichen für die zweite Gruppenphase-Qualifikation in Folge waren gestellt.

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Daran konnte auch die erste Niederlage im Allianz-Stadion nichts ändern: 0:2 gegen Trencin, aber der Aufstieg war nach dem 4:0 im Hinspiel in trockenen Tüchern.

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Kleinere Rückschläge wie ein 1:1 gegen den WAC wurden weggesteckt - diese Ausrutscher sollten sich aber in weiterer Folge summieren.

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Mit Remis gegen Salzburg und Sturm blieb man jedoch vier Spiele in Folge ohne Sieg - eine Premiere unter Büskens, die erste Zweifel aufkommen ließ.

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Davon ließ sich die Mannschaft aber vorerst nicht beirren. Nach 7 Runden war man zwar nur auf Rang 5, der Rückstand auf Platz 1 betrug aber nur 4 Punkte.

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Zudem startete man erfolgreich in die Europa League - mit einem 3:2-Heimsieg gegen KRC Genk.

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Siege über Mattersburg und im Cup gegen Leobendorf sprachen für die Grün-Weißen, doch das 1:1 gegen St. Pölten löste die anhaltende Krise erst so richtig aus.

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Denn Rapid sollte in weiterer Folge sechs Pflichtspiele lang ohne Sieg bleiben. Auch wenn die Hütteldorfer in der Europa League immer ein anderes Gesicht zeigten.

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Das Auswärtsspiel gegen Atheltic Bilbao wirbelte aufgrund von Schiedsrichter-Entscheidungen viel Staub auf - auch Büskens war als emotionaler Typ bekannt.

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Das 0:1 bei den Basken konnte sich aber trotzdem sehen lassen.

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Wenn da nicht der Einbruch in der Liga gewesen wäre: Ein 2:4 gegen Ried war schwer zu verkraften. Das Verletzungspech hielt Rapid ohnehin seit Saisonbeginn in Atem.

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Auch gegen Altach kam man nicht über ein 1:1 hinaus - da Damir Canadis Taktik aufging. Daran sollte man sich ein Monat später noch genau erinnern.

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Das fünfte Spiel ohne Sieg war das 1:1 gegen Sassuolo. Büskens wusste schon, dass es verdammt eng werden könnte, wenn ihm nicht die Wende gelingt.

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Schon vor dem Derby läuteten die Alarmglocken, das Duell mit der Austria wurde als Schicksalsspiel bezeichnet. Hängende Köpfe nach einem 0:2 - der ersten Bundesliga-Niederlage im Allianz-Stadion.

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Noch dazu zog sich Stefan Schwab einen Knöchelbruch zu - nach Leistungsträgern wie Philipp Schobesberger und Co. ein weiterer herber Ausfall bis zum Frühjahr.

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Es zogen dunkle Wolken auf über Hütteldorf - Nach dem Derby in der 12. Runde betrug der Rückstand des Fünften auf Leader Sturm bereits 12 Punkte.

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Zumindest im ÖFB-Cup konnte mit einem glanzlosen 4:0 gegen Blau-Weiß Linz der Einzug ins Viertelfinale fixiert werden - noch mit Büskens auf der Bank.

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Auch der 2:1-Sieg bei der Admira ließ die Hoffnungen des deutschen Trainers, sich länger im Sattel zu halten, steigen. Auch das 2:2 bei Sassuolo spielte hinein.

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Doch die Verantwortlichen warteten nur auf den nächsten Ausrutscher: 0:1 daheim gegen Angstgegner WAC. Die Spieler waren am Boden.

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Büskens Amtszeit war nach nur fünf Monaten beendet. UND: Sportdirektor Müller musste gleich mitgehen, da er im Sommer sein Schicksal an jenes seines Schalke-Kameraden geknüpft hatte.

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Die Trainersuche dauerte in der Länderspielpause nur wenige Tage: Am 11.11. zum Faschingsbeginn wurde Damir Canadi als neuer Chefcoach präsentiert.

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Für den Erfolgstrainer, der Altach an die Tabellenspitze führte, ließen die Hütteldorfer eine Ablöse in Höhe von etwa 300.000 Euro nach Vorarlberg überweisen.

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Die Entscheidung fällte nach der Beurlaubung von Sportchef Müller das Präsidium, allen voran Präsident Michael Krammer und Geschäftsführer Wirtschaft Christoph Peschek.

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Canadi überzeugte mit einem Vortrag, strich seine Flexibilität und taktischen Kenntnisse hervor und überzeugte so die Arbeitgeber des SK Rapid.

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Im Canadi-Style scharrte er ein achtköpfiges Betreuerteam um ihn. In dieser Größe gab es das beim SK Rapid noch nie.

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Wer glaubt, dass alles besser werden würde, der täuschte. Das 1:2 in Salzburg war eine Dominanz-Vorstellung der Hausherren - und Canadi ließ gleich einmal mit Kritik an Legionären wie Mocinic aufhorchen.

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Der raue Ton hatte Einzug gehalten. In Salzburg spielte Canadi noch mit Viererkette, und mit dem davor ausgebooteten Mario Sonnleitner, der im Finish Rot sah.

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Schon beim 0:1 in Genk war alles anders: Dreierkette, ein System, das die Mannschaft nicht kannte. Das Canadi aber unbedingt durchpeitschen wollte. Das Überwintern im Europacup war damit nicht mehr erreichbar.

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Auch nach der dritten Niederlage in Folge wurde Canadi Zeit eingeräumt, das neue System und seine Umstellungen müssten erst reifen.

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Die Unzufriedenheit war jedoch unübersehbar. Die Spieler nahmen das System nicht an, Canadi sollte die gesamte Zeit über keinen richtigen Draht zur Mannschaft finden.

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Bei der Ordentlichen Hauptversammlung wurde nach 2013 zum zweiten Mal das Team von Michael Krammer als Präsidium des SK Rapid gewählt, mit mehr als 95 Prozent der abgegebenen Stimmen. Kritik sollte erst später aufkommen.

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In der Bundesliga blieb es weiterhin zäh. Ein 1:1 gegen Matersburg - zu wenig für Rapids Ansprüche, um die Wende einzuleiten.

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Zumindest blieb man vier Runden ungeschlagen: Mit Canadis erstem Rapid-Sieg gegen St. Pölten (1:0),

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dem 1:1 zum Abschluss der Europa League gegen Bilbao (der Aufstieg war mit der Niederlage in Genk kein Thema mehr),

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und ein 3:1-Heimsieg gegen die SV Ried. Bereits wenige Tage nach der Vorstellung des neuen Sportdirektors, der ein Monat nach dem neuen Trainer kam.

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"Grüezi, Fredy Bickel", stand geschrieben. Der 51-jährige Schweizer kam mit langjähriger Erfahrung bei den Young Boys Bern und FC Zürich nach Wien.

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Der sympathische Eidgenosse gilt als Fußball-Romantiker, der durchsetzte, neben dem Coach auf der Trainerbank Platz zu nehmen.

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Mit Damir Canadi wurde ihm der Coach bereits vorgegeben. Die beiden waren aber offenkundig nicht immer derselben Meinung.

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Der oben beschriebene erfolgreiche Auftakt Bickels gegen Ried blieb in Erinnerung. Denn so jubeln durften die Rapid-Spieler ab dem 11. Dezember 2016 bis Anfang April nicht mehr.

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Zum Jahresausklang setzte es noch eine 1:3 Watschn in Altach - dem Ex-Verein von Damir Canadi.

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Altach, hier Dovedan gegen Strebinger, dementierte heftig, dass es eine Kabinenparty nach dem Abgang des Ex-Trainers gegeben haben soll.

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Es gab schon stimmungsvollere Weihnachtsfeiern als jene mit 15 Punkten Rückstand auf Winterkönig Altach und nur Tabellenplatz 5.

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Geschlossen wollte man in die Vorbereitung starten, den durchwachsenen Herbst hinter sich lassen, um noch zumindest einen Europacup-Platz zu erreichen.

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Mental-Trainer Michael Prokop, ausgerechnet Vater von Austria-Juwel Dominik Prokop, sollte Rapid wieder auf den richtigen Weg bringen.

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Das blinde Verständnis auf dem Platz sollte im Frühjahr aber genauso fehlen wie der Durchblick auf- und abseits des Rasens.

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Bickel genießt das Vertrauen, doch im Winter waren ihm die Hände gebunden. Trotz Ankündigung einer Kaderreduzierung war dies nicht machbar, Verstärkungen blieben aus.

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Zum Start in die Frühjahrs-Saison gab es eine große Veränderung: Plötzlich war Tobias Knoflach und nicht mehr Strebinger die Nummer 1 im Tor.

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Doch alle guten Vorhaben für die Rückrunde gingen mit dem 1:1 nach Last-Minute-Ausgleich im Derby wieder flöten.

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Bilder, wie dieses, sollten in den darauffolgenden Wochen zur Gewohnheit werden: Verzweiflung in Grün-Weiß!

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Wie beim 0:0 gegen die Admira...

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...die Diskussionen und die Unzufriedenheit nahmen zu.

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Steffen Hofmann war für Canadi weiterhin nicht mehr als ein Feuerwehrmann für wenige Minuten. Dabei wäre seine Erfahrung in dieser Phase Gold wert gewesen.

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Der Unmut der Fans wurde größer, bereits mehrmals wurde die Mannschaft in den vergangenen Wochen weggeschickt.

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Dazu kamen weitere Ausfälle. Arnor Traustason etwa fehlte immer wieder aufgrund kleinerer Blessuren.

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Auch mit einem 1:2 beim WAC wurde der Negativlauf fortgesetzt.

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Nach dem 0:1 gegen RB Salzburg daheim brannte es schon lichterloh. Die Fans anerkannten jedoch die Leistung und den Einsatz.

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Gegen Sturm Graz blieb man beim 1:2 bereits das sechste Spiel in Folge ohne Sieg, der Absturz auf Rang sechs folgte.

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Das Klima war schon einmal ein besseres. Hier brüllt Kapitän Hofmann Stürmer Kvilitaia an - auch für die Spieler eine Extremsituation.

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Auch Trainer Canadi begann zu grübeln. Mit Journalisten hatte er es sich bereits verscherzt, auch Spieler waren nicht bereit, für ihn durch dick und dünn zu gehen.

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Alles vor den Augen von Sportchef Fredy Bickel, der eine Reaktion forderte und wusste, dass er bei anhaltender Krise noch einmal tätig werden müsste.

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Doch gegen Mattersburg (1:1) reichte es ebenso wenig zu einem Sieg...

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...wie beim Liga-Auswärtsspiel in St. Pölten (1:1).

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Der Negativlauf von acht sieglosen Spielen wurde ausgerechnet im Cup-Viertelfinale mit einem 3:1 gegen St. Pölten gestoppt - eine starke Reaktion.

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Für Bickel stand fest: Wird dieser Schwung mitgenommen, bleitb Canadi im Sattel. Es folgte jedoch die unrühmliche 0:3-Niederlage gegen Schlusslicht Ried.

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Und Canadi war nach der bekanntgewordenen Parkplatz-Aussprache mit dem harten Kern der Rapid-Fans am Tag darauf Geschichte.

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Als interimistische Lösung wurde überraschend auf Canadis Vertraute Goran Djuricin und Martin Bernhard gesetzt.

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Einen weiteren neuen Mann, den dritten binnen weniger Monate hätte Bickel nicht für sinnvoll gehalten. Und Djuricin legte es ohnehin anders als Canadi an.

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Das neue Trainerteam stellte den sozialen Umgang mit dem Team wieder in den Vordergrund und wollte Spaß vermitteln - auch mit der Rückkehr zur Viererkette.

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Der erste Auftritt verlief gleich einmal erfolgreich - der Trainereffekt setzte beim 3:0-Heimsieg gegen Altach voll ein.

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Ausgerechnet Steffen Hofmann - von Canadi links liegen gelassen - avancierte mit zwei Treffern zum Matchwinner und ist seither für Djuricin unverzichtbar.

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Doch in dieser Tonart ging es nicht weiter. Denn im Derby gab es eine empfindliche 0:2-Heimpleite, der Trainereffekt war schnell verpufft, der Abstiegskampf plötzlich Thema.

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Djuricin musste auch Hofmann trösten, der möglicherweise sein letztes Derby verlor. Zudem betrug der Vorsprung auf Rang 10 nur mehr 7 Zähler.

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Ausgerechnet in dieser Saison klappt es aber im ÖFB-Cup: Mit viel Glück fixierte Rapid mit einem Tor in der 93. Minute zum 2:1 gegen den LASK den Einzug ins erste Cup-Finale seit 2005.

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In diesem besteht am 1. Juni gegen RB Salzburg noch die Chance, diese Seuchen-Saison zu retten. Mit dem ersten Cupsieg seit 1995, dem ersten Titel seit 2008 und der neuerlichen Europacup-Teilnahme.

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Während in der Liga weiterhin alles schief läuft und das Abstiegsgespenst nach der 2:3-Niederlage gegen die Admira weiterhin in Hütteldorf herumspuckt.

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Vier Runden vor Schluss beträgt der Vorsprung auf Schlusslicht Ried nur mehr sechs Punkte - und Bickels Suche nach einem neuen Trainer wird intensiver.

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Am Ende geht doch noch alles gut aus! Rapid fixiert drei Runden vor Schluss den Klassenerhalt und wird sogar noch Fünfter. Goran Djuricin wird als Cheftrainer für die Saison 2017/18 bestätigt. Das ändert jedoch nichts an der absoluten Seuchensaison.

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LAOLA1: Wie ordnen Sie ihre Rapid-Zeit und das Erreichte mittlerweile ein?

Guggi: Ich habe bei Rapid einen Vertrag unterschrieben, beim Klub schlechthin in Österreich, wo alle sagen: Rapid ist eine Religion. Das lebt man erst mit, wenn man wirklich dort war und Erfolge gefeiert hat. Ich bin sehr stolz darauf. Mit dem Cup-Sieg hat der große Lauf ja erst begonnen – mit Europacup-Finale, Meistertitel und Champions-League-Einzug. Da sind schon viele Sachen ins Rollen gekommen, die man erst erreichen muss. Ich denke sehr gerne zurück und weiß noch relativ viele Sachen – auch wenn es schon 22 Jahre her ist.

LAOLA1: Also ging damals mit dem Wechsel zu Rapid ein großer Traum in Erfüllung?

Guggi: Ganz klar, sie wollten mich haben. Wenn die Türe bei so einem Traditionsverein offen steht, musst du das machen. In Österreich hat es ja keinen anderen Verein gegeben. Rapid als klare Nummer 1 bei den Meistertiteln, dann die Wiener Austria, Austria Salzburg (das war damals auch noch einer der Kultvereine), Sturm Graz und GAK. Die Innsbrucker waren auch immer wieder dabei. Aber der erfolgreichste Verein war Rapid. Wenn du dort einen Vertrag unterschreiben hast dürfen, hast du gewusst, du bist einer von den Guten.

LAOLA1: Dieses Siegtor war schon ein sehr besonderer Moment. Denn als Goalgetter waren Sie als Defensivspieler ja nicht unbedingt bekannt.

Guggi: Nein, das nicht. Wenn ich es nachvollziehen kann, habe ich in meiner Karriere 23 Tore gemacht, mehr waren es nicht. Aber das war auch nicht meine Hauptaufgabe. Ich habe ein paar wichtige Tore gemacht, das passt, weil sonst hätte ich einen Christian Stumpf oder Rene Wagner ablösen müssen. Meine Aufgabe war die defensive Rolle, der Kampfgeist, die Laufmaschine, die Zweikampf-Stärke. Dass ich einen guten Schuss gehabt habe, haben alle gewusst, aber ich habe es zu wenig ausgenützt. Ich habe Spielern wie Didi Kühbauer oder Peter Stöger den Rücken freigehalten, damit sie unser erfolgreiches Spiel gestalten konnten.


"Jetzt sind in der Zwischenzeit 22 Jahre vergangen, damit habe ich nicht gerechnet, dass ich jetzt noch der letzte Cup-Held bin."

LAOLA1: Wie oft werden Sie noch auf das Cup-Finale angesprochen?

Guggi: Es taucht immer wieder auf, so lange ich nicht abgelöst werde. Ich drücke jedes Jahr die Daumen, dass es Rapid irgendwie schafft und es einen Nachfolger gibt. Ich wünsche ihnen jeden einzelnen Titel. Ich bin froh, dass sie dazwischen mal Meister geworden sind und das nicht auch der letzte Meistertitel war. Jetzt sind in der Zwischenzeit 22 Jahre vergangen, damit habe ich nicht gerechnet, dass ich jetzt noch der letzte Cup-Held bin.

LAOLA1: Benfica Lissabon hat den Guttmann-Fluch, in der Champions League gibt es jenen der Titelverteidiger. Hat Rapid somit den Peter-Guggi-Fluch?

Guggi: Ich hoffe nicht, dass ich ein Fluch bin! Aber es spricht halt sehr viel dafür – es ist 22 Jahre her. Ich wünsche Rapid jedes Jahr den Titel und ich bin gespannt, wer das Goldtor schießt. Es gebe nichts Besseres – noch dazu heuer, um eine verkorkste Saison so abschließen können. Ich drücke beide Daumen.

LAOLA1: Es war damals eine andere Zeit, Sie haben mit vielen interessanten Typen gespielt – angefangen bei den „Daltons“ (Kühbauer, Barisic, Mandreko, Marasek) bis hin zu Christian Stumpf und Trifon Ivanov. Wie exzessiv wurden die Triumphe damals gefeiert? Es war ja damals noch nicht so streng.

Guggi: Streng war es damals genauso, es wurde aber viel weniger darüber berichtet, weil diese ganze Smartphone-Technik noch nicht da war. Wo du heute bist, wirst du fotografiert. Man hat uns damals auch gesehen, aber jetzt wirst du durch Twitter, Facebook und Co. immer mehr in die Medien hineingezogen. Du bist viel mehr unter Beobachtung wie damals. Gefeiert wird heute, wie damals. Aber das heißt nicht, dass wir schlimmer oder braver waren. Du musst halt jetzt viel mehr aufpassen, wo du was machst. Das ist sicher für die Spieler nicht angenehm, deshalb gehen viele nicht fort sondern machen das intern.

LAOLA1: Um auf die Feier zurückzukommen: Wie war es damals, den Pokal in den Nachthimmel im Ernst-Happel-Stadion zu hieven, mit tausenden Fans auf dem Rasen?

Guggi: Ganz einfach ein erhebendes Gefühl! Man möchte das Ziel, einen Titel zu erreichen, einmal erleben. Ich bin dort gestanden, habe mich gefreut wie ein kleines Kind und habe gewusst, dass ich die Trophäe in der Hand habe, die vor vielen Jahren schon meine Idole gestemmt haben. Dann schieße ich auch noch das Goldtor zum 1:0-Sieg. Da geht dir die Gänsehaut runter vor tausenden Leuten – das Gefühl kann man nicht wiedergeben, es ist einfach traumhaft.

LAOLA1: Der Cup war damals auch noch richtig was wert. Der Stellenwert hat mittlerweile einiges eingebüßt. Schade aus ihrer Sicht?

Guggi: Eigentlich schon, noch dazu hat man sich damals für den Cup der Cupsieger qualifiziert, jetzt ist das in die Europa League übergeflossen. Aber als Spieler hast du nur die Möglichkeit Meister und Cupsieger zu werden. Es muss eine Riesen-Freude sein, wenn man den Cup-Pokal in die Höhe stemmen darf.

LAOLA1: Sie waren insgesamt 2 ½ Jahre bei Rapid. Mit Cupsieg, Cup-der-Cupsieger-Finale, Meister und Champions League haben Sie eigentlich alles abgeräumt, was geht, oder?

Guggi: Alles, was bei Rapid zu machen war, haben wir erreicht. Wir haben die Champions-League-Qualifikation geschafft, da habe ich auch ein Tor gemacht. Es gibt nicht viele Sachen, die du erreichen kannst. Mit einem österreichischen Klub im Europacup-Finale zu stehen, haben auch nur zwei Mal Rapid, einmal Austria und einmal Salzburg geschafft. Es gibt nicht mehr. Für vereinzelte Spieler wie David Alaba schon, aber als österreichischer Klub nicht. Und keiner hat es leider gewonnen – wir waren mit 0:1 gegen PSG am nähesten dran. Seit damals sehe ich es anders. Ich dachte mir davor, mit dem Finale haben wir alles erreicht und wenn wir verlieren, kann man trotzdem stolz sein. Ich habe es nie verstanden, wenn Spieler bei einer Niederlage geweint haben. Erst als wir es verloren haben, bin ich genauso dort gesessen und habe geweint. Du bist zwar stolz, ärgerst dich aber über die vergebene Chance. Auch wenn wir damals krasser Außenseiter waren und durch ein abgefälschtes Tor verloren haben, wo heute noch der Ball an der Eckfahne liegen würde, wenn N’Gotty Schöttel nicht aufs Schienbein schießt.

LAOLA1: Erfolgstrainer Ernst Dokupil kannte man rauchend an der Seitenlinie, mit aller Ruhe und dank Sagern wie „Fußball ist ein Scheißsport“. Was hat ihn so besonders gemacht?

Guggi: Er hatte ein Gefühl für die Spieler und wusste genau, wer mit wem harmoniert. Das hat ihn ausgezeichnet. Er wusste, was er mit wem macht und welche Spielertypen er gegen wen braucht. Er war nie der Lauteste, der uns am Spielfeldrand geschimpft hätte. Er hat seine Sachen kundgetan, damit es bei uns funktioniert. Wir waren eine Einheit, die am Platz zusammengehalten hat. Das zeichnet einen Trainer aus. Heutzutage gibt es oft gute Einzelspieler, aber der Zusammenhalt passt nicht, weil jeder sein eigener Star sein will. Das hat es bei uns nicht gegeben. Wir haben zwar mit Jancker, Stumpf, Kühbauer, Stöger, Ivanov, Schöttel, Konsel Top-Spieler und Einzel-Gurus gehabt, aber wir haben alle zusammengehalten. Wir waren eine Sensations-Truppe.

"Heutzutage gibt es oft gute Einzelspieler, aber der Zusammenhalt passt nicht, weil jeder sein eigener Star sein will. Das hat es bei uns nicht gegeben. Wir haben zwar mit Jancker, Stumpf, Kühbauer, Stöger, Ivanov, Schöttel, Konsel Top-Spieler und Einzel-Gurus gehabt, aber wir haben alle zusammengehalten. Wir waren eine Sensations-Truppe."

LAOLA1: Mit Kollegen wie Kühbauer oder Barisic ist es sicher nie fad geworden. Gibt es da irgendwelche verrückte Anekdoten aus der damaligen Zeit?

Guggi: Nein, fad war es auf gar keinen Fall. Da gibt es so viel, die braucht man gar nicht mehr erwähnen. Wir haben so viel Blödsinn gemacht und so viel lachen müssen. Es ist halt immer sehr einfach, wenn der Erfolg da ist. Es hat genug Spielereien gegeben, nicht umsonst sind sie „Daltons“ genannt worden. Kühbauer, Barisic, Marasek und Mandreko – das war eine sensationelle Partie.

LAOLA1: Bei welcher Gruppe innerhalb der Mannschaft waren Sie dabei?

Guggi: Bei den Daltons war ich nicht. Wir waren die ruhigere Truppe mit Stöger, Heraf, Schöttel, Hatz, auch Ivanov war bei uns dabei. Aber das war egal, weil wir eine Einheit waren. Für die Blödeleien und Aufziehereien haben wir die Kühbauer-Partie gehabt, welche die Reporter zur Weißglut gebracht hat - mit Mikrofon verstecken und allem Drum und Dran.

LAOLA1: Wie verbunden sind Sie dem SK Rapid heute noch? Du bist ja ein Steirer, hast auch für den GAK gespielt. Welchen Stellenwert hat Rapid für dich noch?

Guggi: Rapid ist für mich noch immer die Nummer 1. Ich bin noch immer mit Herzblut dabei. Ich verfolge sie im TV, weil ich eher selten nach Wien komme. Aber natürlich werde ich Rapid immer bevorzugen. Es gibt für mich sonst nur den GAK, wo ich meine ersten Schuhe zerrissen habe, aber alles andere ist zu 99 Prozent Rapid. Das hat mein Bub auch schon mitgekriegt.

LAOLA1: Der Sohnemann wächst also als Rapid-Fan in Graz auf?

Guggi: So auf die Art. Er war damals mit, als ich beim Abrissspiel vom Hanappi-Stadion eingeladen war. Da hat er gesehen, was Rapid bewirkt und wie viele Leute mich auch noch gekannt haben. Das hat er ja nie mitgekriegt, da war er noch zu klein, als ich bei Rapid gespielt habe. Er hat den Kult miterlebt und ist seither nur mehr bei Rapid-Spielen dabei. Er hat auch Karten fürs Cup-Finale im Rapid-Sektor.

LAOLA1: Gibt es sonst noch Kontakt zum Verein und ehemaligen Rapid-Kollegen?

Guggi: Zu Andy Marek hin und wieder einmal, zu Spielern vereinzelt. Unsere Wege haben sich getrennt, viele sind in Wien, ich in Graz, ein paar woanders. Wir sehen uns mal bei einem Spiel, setzen uns zusammen – das ist dann so, als wären wir immer in Kontakt. Aber es ist nicht so einfach. Ins neue Allianz Stadion habe ich es leider noch nicht geschafft. Aber es war schon Klasse, wie ich noch im Hanappi- oder Happel-Stadion zuschauen war. Da trifft man immer alte Bekannte. Jeder weiß, wer du bist. Das ist schon eine Hochachtung.

LAOLA1: Die Seuchensaison und das lange Warten auf einen Titel geht somit nicht spurlos an ihnen vorbei. Verfolgen Sie das aktuelle Geschehen noch immer?

Guggi: Das verfolge ich permanent. Es ärgert mich selber, dass das nicht funktioniert hat. Es ist schade, weil sie sich sicher verdient hätten, vorne mitzuspielen. Die Mission 33, wie sie angekündigt wurde, ist komplett in die Hose gegangen. Es war vielleicht verfrüht, das auszusprechen.

LAOLA1: Was fehlt Rapid derzeit, aus der Distanz gesehen? Macht Rapid derzeit sportlich zu wenig aus dem Status als für Sie größter Klub Österreichs?

Guggi: Es ist der größte Verein und wird es auch immer bleiben. Aber sie müssen schauen, dass sie wieder auf die Beine kommen. Das neue Stadion ist jetzt eingeweiht. Ich sage, die nächste Saison wird interessanter für Rapid – schlechter kann es eh fast nicht werden. Die Euphorie im Stadion ist so groß und die Fans stehen so dahinter, dass heuer die Gegner mitgeschwommen sind. Die Angst vor dem großen Stadion, der grünen Hölle ist nicht da, die wird erst nächstes Jahr kommen.

LAOLA1: Deine Karriere hat mit einer schweren Verletzung geendet. Hast du dem Fußball ganz abgeschworen oder hättest du dir schon eine Zukunft im Fußball vorstellen können?

Guggi: Ich hätte mir natürlich vorgestellt, im Fußball zu bleiben. Ich war ein Jahr im Krankenstand, weil ich mich nach der Verletzung nicht erfangen konnte. Ich wollte aber nie Trainer werden. Ich wollte eigentlich eine Karriere als sportlicher Leiter oder Teammanager einschlagen. Voraussetzung war aber für mich immer die erste oder zweite Liga, da waren aber alle Plätze besetzt. Es hätte mir getaugt, aber nicht bei einem Landesligisten, zusätzlich zur Arbeit. Ich glaube, ich hätte das Zeug dazu gehabt. Nach vier Jahren hat es die Möglichkeit gegeben bei einem Regionalligisten. Da habe ich dann gemerkt, ich bin schon zu weit weg vom Schuss und nicht mehr up to date.

"Die Mission 33, wie sie angekündigt wurde, ist komplett in die Hose gegangen. Es war vielleicht verfrüht, das auszusprechen."

LAOLA1: Viele deiner Ex-Kollegen haben dann den Weg eingeschlagen, ob Schöttel, Barisic oder Kühbauer – teilweise auch bei Rapid. Immer wieder taucht die Frage auf: Braucht ein Rapid-Trainer eine Rapid-Vergangenheit als Spieler?

Guggi: Warum nicht? Ich finde es nicht schlecht. Er hat natürlich einen besseren Start, hat Vorschusslorbeeren. Das ist die nächste Ehre, wenn du schon als Spieler erfolgreich warst. Aber es kann natürlich auch nach hinten losgehen. Es darf aber nicht das Hauptkriterium sein. Ein Name macht noch keinen guten Trainer. Man kann holen, wen man will. Wenn er nicht zur Mannschaft passt, wird das nicht funktionieren. Damir Canadi war bei Altach ein Sensationstrainer, bei Rapid ist er gescheitert. Ist er deshalb ein schlechter Trainer? Das kann man auslegen, wie man möchte. Vielleicht passt er perfekt zu Altach, aber nicht zu Rapid. Wenn er bei mehreren Vereinen gut war, wird er auch ein guter Trainer sein.

LAOLA1: Dass Sie mit Rapid im Finale gestanden sind, war damals eine Überraschung. Danach war Rapid jedoch übermächtig, jetzt ist es RB Salzburg. Wie stehen Sie zu dieser Entwicklung?

Guggi: RB Salzburg ist jetzt seit Jahren die klare Nummer 1 in Österreich. Es gibt eigentlich keinen, der ihnen das Wasser reichen kann. Salzburg hat das meiste Pouvoir. Ich glaube, dass eine Ablöse machbar wäre, aber dann müssten die Mannschaften das Kollektiv haben. Dieses Jahr waren die Schwankungen zu groß. Salzburg war am Anfang noch nicht so sattelfest, bis das Werkl zum Laufen angefangen hat und dann ist die Maschinerie durchgegangen.

LAOLA1: Was spricht dann im Cup-Finale für Rapid, dass der Fluch beendet wird?

Guggi: Dass man in 90 Minuten alles auf eine Karte setzen kann. Man ist der Außenseiter, muss aber die Coolness bringen, seine Chancen nützen. Kämpfen, auch wenn man in dieser Saison nicht vom Glück verfolgt war. Vielleicht geht es diesmal auf. Ich wäre nicht böse, wenn der Fluch enden würde. Dann wird der Guggi in der Versenkung verschwinden und nur mehr die Insider darüber reden, dass ich vor 22 Jahren das Tor gemacht habe. Bisher kam noch jedes Jahr der Anruf.

LAOLA1: Wie wichtig könnte dieser Cupsieg für die weitere Entwicklung Rapids sein? Zu ihrer Zeit war es der Auslöser für dominante Jahre und den Erfolgslauf danach.

Guggi: Das könnte den großen Umschwung bringen, dass die grüne Hölle wirklich zur grünen Hölle wird. Wenn dieser Titel geholt wird, geht ein Ruck durch die Mannschaft, da sie sich aus dem Dreck herausgezogen hat und in der neuen Saison durchstarten kann.

Textquelle: © LAOLA1.at

Was Rapids Rekordmann Steffen Hofmann zu Tränen rührte

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