Foul an Bellingham
Die erste Aufreger-Szene hatte es in Minute 38 gegeben. Bellingham grätschte gegen Romero. Der Argentinier spielte den Ball, traf aber Bellingham mit der offenen Sohle im Bereich des Knies.
Zunächst gab es Gelb gegen den Engländer. Nach VAR-Intervention nahm Schiedsrichter Ortiz diese zurück und gab sie dem Atleti-Verteidiger.
Für das "Weiße Ballett" zu wenig – Rot wäre in dieser Situation durchaus diskutabel gewesen.
Offene Sohle auch gegen Valverde
Kurz darauf gab es den nächsten strittigen Zweikampf, diesmal zwischen Lee und Valverde. Der Südkoreaner ging mit gestrecktem Bein auf Valverdes Knöchel – für diese Aktion gab es nicht einmal eine Verwarnung.
Hätte es in einer der beiden Situationen die Rote Karte gegeben, hätte das Spiel in eine andere Richtung kippen können.
Nach dem Spiel bekamen die Unparteiischen den Unmut von Real Madrid zu spüren.
Mourinho zeigt Bilder auf der PK
Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wirkte Real-Trainer Jose Mourinho gelassen.
Anstatt Fragen zu beantworten, hielt der Portugiese einen Screenshot mit den zwei Szenen in die Höhe und signalisierte seine Meinung zu diesen Szenen.
"Das waren klare Rote Karten. Wir können die Pressekonferenz jetzt beenden. Der arme Schiedsrichter, Ortiz, kann offensichtlich dem Druck in Spielen wie diesen nicht standhalten. Ich will meine Spieler umarmen, weil sie alles gegeben haben", sagte Mourinho.
Auch Bellingham zeigte sich nach dem Abpfiff wenig begeistert. "Zwei! Zwei! Zwei Rote Karten!", schrie der englische Nationalspieler in Richtung des Vierten Offiziellen.
Nicht die ganze Wahrheit
Das ist aber nicht die ganze Wahrheit. Dazu muss man erwähnen, dass Real bis zum Ausschluss von Huijsen genug Zeit gehabt hätte, eine bessere Leistung abzuliefern.
In der Offensive wirkten die "Königlichen" oft ideenlos. Mbappé und Vinicius Jr. zogen unabhängig voneinander immer wieder Sprints an, um dann aus weiter Ferne den Abschluss zu suchen.
Geordnete und strukturierte Angriffe suchte man vergebens. Auf der anderen Seite überzeugte Atletico mit variablem Positionsspiel, schön herausgespielten Chancen und einer Mentalitätsleistung in den Zweikämpfen.
Die Länderspielpause wird Mourinho nicht unbedingt helfen, dieses Problem zu lösen – der halbe Kader befindet sich bei den jeweiligen Nationalteams.