Marco Djuricin: "Grasshoppers eine gute Station"

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"Es hat sich ein bisschen gezogen, aber jetzt bin ich glücklich", strahlt Marco Djuricin, dass seine Zukunft endlich geklärt ist.

Der Grasshopper Club Zürich ist der neue Arbeitgeber des Torjägers. Vorerst verleiht der FC Red Bull Salzburg den 24-Jährigen für ein Jahr an den Schweizer Traditionsverein.

Der große Unterschied zu den bisherigen Leihen zum FC Brentford und zu Ferencvaros? Der GCZ besitzt eine Kaufoption. Djuricin hat es also in der eigenen Hand, seine Zeit als "Wandervogel" zu beenden und sich mit Toren für ein längeres Engagement zu empfehlen.

Im LAOLA1-Interview spricht der Wiener über seine neue Aufgabe und erklärt, warum der SK Sturm Graz eine interessante Option gewesen ist, er seinem Vater Goran Djuricin dafür ein Engagement beim SK Rapid Wien nicht "antun" will.

LAOLA1: Gratulation zum Wechsel zu Grasshoppers. Warum hat sich die Entscheidung über deine Zukunft ein wenig gezogen?

Marco Djuricin: Weil es noch andere Optionen gab. Aber ich bin sehr glücklich, dass es mit Zürich geklappt hat. Ich glaube, das wird eine gute Station für mich sein. Jetzt freue ich mich, dass die Saison bald beginnt und ich endlich wieder Fußball spielen kann.

LAOLA1: Grasshoppers ist ein klingender Name. Wofür steht dieser Verein in deinen Augen?

Djuricin: Es ist der Schweizer Rekordmeister und Rekordcupsieger – natürlich ein Riesen-Verein. Ich hoffe, wir können wieder oben angreifen. Die letzte Saison war natürlich nicht so gut. Jetzt haben wir viele neue Spieler bekommen, es muss sich alles erst ein bisschen finden. Trotzdem hoffen wir, dass wir dieses Jahr vorne mithalten können.

"Die meisten Leute wissen, dass in Österreich Sturm Graz mein Verein ist. Es wäre interessant gewesen."

Djuricin über die Option Sturm

LAOLA1: Inkludiert "oben angreifen", dass man den FC Basel ärgern kann, oder ist der Serienmeister zu weit weg?

Djuricin: Ich kenne die Liga noch nicht so gut, nur von außen. Aber ich hoffe, dass die Europa-League-Qualifikation drinnen sein kann. Wenn es mehr wird, ist es natürlich umso besser, aber noch kann ich nicht viel sagen. Basel anzugreifen ist ein großes Wort, das ist schwierig. Das ist wie wenn du in Österreich Red Bull angreifen willst, also nicht so einfach.

LAOLA1: Beim wem hast du dich vor deinem Wechsel erkundigt? Teamchef Marcel Koller etwa ist eine Grasshoppers-Legende.

Djuricin: Natürlich habe ich mich mit Heinz Lindner unterhalten, den ich schon von früher kenne. Der letzte Meistertitel der Grasshoppers war mit Marcel Koller als Trainer, damals war unser jetziger Coach Carlos Bernegger Co-Trainer. Jetzt sind wieder super Leute beim Verein, die schon einmal viel Erfolg hatten. Ich hoffe, wir können den Erfolg zurückholen.

LAOLA1: Wie groß ist der Vorteil, dass mit Heinz Lindner ein anderer Österreicher beim Verein ist?

Djuricin: Das ist immer gut. Aber zum Glück reden in der Schweiz alle Deutsch, deshalb wird die Eingewöhnung nicht allzu schwer werden.

LAOLA1: Was erwartet Bernegger von dir? Bist du diesmal ganz vorne eingeplant?

Djuricin: Wir haben natürlich viel über meine letzte Saison bei Ferencvaros gesprochen, wo ich nicht glücklich damit war, wie ich eingesetzt wurde – dort habe ich linkes oder rechtes Mittelfeld gespielt. Ein paar Mal kann man das ja spielen, aber Bernegger plant mit mir als Mittelstürmer. Darüber bin ich sehr froh. Ich hoffe, dass ich wieder meine Tore schießen kann, denn zu vielen Chancen bin ich bei jedem Verein gekommen. Ich hoffe, ich hole mir mein Selbstvertrauen zurück. Der Trainer baut auf mich und freut sich, dass ich jetzt da bin. Ich möchte das Vertrauen, das mir Grasshoppers gegeben hat, zurückzahlen.

LAOLA1: Inwiefern ist es eine Rochade mit Munas Dabbur? Er kehrt von Grasshoppers zurück zu Salzburg.

Djuricin: Ich weiß, dass Munas hier extrem viele Tore geschossen hat. In Salzburg hat es für ihn leider nicht so gut geklappt, also ist er im Winter zurück nach Zürich und hat hier wieder viele Tore geschossen. Er hat sich hier wahrscheinlich sehr wohl gefühlt. Ich will mich aber nicht mit ihm vergleichen, ich bin ein anderer Spielertyp, hoffe aber, dass ich auch viele Tore schießen kann. Ich hoffe, Munas macht seinen Weg in Salzburg und ich hier.

LAOLA1: Als wir uns im Frühjahr das letzte Mal unterhalten haben, bist du davon ausgegangen, dass du in Salzburg ins Training einsteigen wirst. Wann war dir klar, dass eine Rückkehr zu den "Bullen" doch keine Option sein wird?

Djuricin: Ich sollte eigentlich beim Trainingsstart dabei sein, aber dann hatte ich schon ein paar Optionen, weshalb mir Salzburg entgegen gekommen ist und gemeint hat, dass ich mir Zeit lassen kann und vorerst nicht kommen brauche. Dann hat sich das leider ein bisschen länger gezogen. Umso glücklicher bin ich, dass das endlich geklappt hat. Ich denke, es ist die beste Lösung für alle.

Ein Wechsel zu Rapid wäre laut Marco nicht gut für Papa Goran
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LAOLA1: Es ist zwar wieder "nur" eine Leihvariante. Wie wichtig ist dir aber, dass diesmal eine Kaufoption inkludiert ist, die dir die Chance gibt, einmal länger bei einem Verein zu bleiben?

Djuricin: Ich bin sehr glücklich, dass bei der dritten Leihe endlich eine Kaufoption drinnen ist!

LAOLA1: Du hast andere Interessenten angesprochen. Waren die hauptsächlich aus dem Ausland oder wäre auch innerhalb von Österreich ein Wechsel denkbar gewesen?

Djuricin: In Österreich gab es eine Option, die ich wahrscheinlich auch gemacht hätte. Aber das ist dann geplatzt. Somit gab es dann eigentlich nur Optionen im Ausland. Welcher Verein es in Österreich gewesen wäre, kann sich jeder denken, denn meinem Vater tu ich das nicht an (lacht).

LAOLA1: Wie reizvoll wäre die Rückkehr zu Sturm gewesen?

Djuricin: Die meisten Leute wissen, dass in Österreich Sturm Graz mein Verein ist. Es wäre interessant gewesen, aber das wäre nur gegangen, wenn ein anderer Spieler den Verein verlassen hätte. Somit war es nur eine Fifty-Fifty-Chance. Das ist dann nicht passiert, deshalb ist es nicht zustande gekommen. (Anm.d.Red.: Ein Tausch mit Charalampos Lykogiannis stand im Raum, der Grieche bleibt aber vorerst bei Sturm)

"Ich glaube, mein Papa hätte das lockerer gesehen als ich. Aber stell‘ dir mal folgende Situation vor: Du verschießt in der 90. Minute aus drei Metern – ein Tor, das jeder machen würde. Wer ist dann schuld? Die Djuricin-Familie!"

Warum Djuricin nicht zu Rapid will

LAOLA1: Warum willst du deinem Vater Goran ein Engagement bei Rapid eigentlich nicht antun? Er kennt dich besser als jeder andere und könnte dich dadurch voranbringen. Oder hast du Angst vor dem Vorurteil, dass du nur wegen ihm spielst?

Djuricin: Ich glaube, mein Papa hätte das lockerer gesehen als ich. Aber stell‘ dir mal folgende Situation vor: Du verschießt in der 90. Minute aus drei Metern – ein Tor, das jeder machen würde. Wer ist dann schuld? Die Djuricin-Familie! Diese Schlagzeile braucht man nicht haben. Das wäre nicht gut für meinen Vater und für mich auch nicht.

LAOLA1: Wie beurteilst du die Chance, die Rapid deinem Vater als Cheftrainer gibt?

Djuricin: Ich freue mich wahnsinnig, dass Fredy Bickel ihm die Chance gegeben hat. Das haben vermutlich nicht viele erwartet, weil bei Rapid immer viele Leute mitreden und alles besser wissen. Viele Leute wollten einen "Namen", wie man in Österreich sagt. Wir sind sehr froh, dass es der Papa geworden ist. Jetzt hat er seine Chance, jetzt kommt es darauf an. Hoffentlich nützt er sie gut.

LAOLA1: Das waren die Wünsche für den Papa. Was wünscht du dir für dich? Womit wärst du am Ende der kommenden Saison zufrieden?

Djuricin: Persönlich wäre ich zufrieden, wenn Grasshoppers die Kaufoption ziehen würde und ich einmal länger irgendwo bleiben könnte. Für meine Mannschaft wünsche ich mir, dass alle verletzungsfrei bleiben, wir eine super Saison spielen und im Jahr darauf international spielen können.


Textquelle: © LAOLA1.at

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