Adi Hütter mit Bern vor der Krönung

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Adi Hütter steht vor dem Meisterstück mit Young Boys Bern. Mit einem Heimsieg am Samstagabend (19.00 Uhr) gegen Luzern würde der erste Titelgewinn der Berner seit 1986 perfekt sein.

"Es wäre mein größter Erfolg als Trainer", sagt Hütter, der vor drei Jahren das Double mit Red Bull Salzburg holte. "Es ist eine Riesengeschichte, etwas ganz Besonderes. Wenn wir am Samstag gewinnen, platzt das Stadion", so der 48-Jährige.

Bern hat fünf Runden vor Schluss 13 Punkte Vorsprung auf Serienmeister FC Basel.

Auch im Cupfinale

Das Stade de Suisse Wankdorf ist mit über 31.000 Zuschauern längst ausverkauft. Schon zu den vergangenen vier Heimpartien waren jeweils über 25.000 Besucher gekommen.

"Die Leute glauben jetzt wirklich daran. Die Euphorie ist enorm", sagte Hütter. Er selbst hat großen Anteil daran. Der Vorarlberger hatte im September 2015 in Bern angeheuert - keine drei Monate nach seinem Abschied aus Salzburg. Schon in den ersten beiden Jahren gab es jeweils den Vizemeistertitel.

"Wir haben schon einiges verändert, seit ich da bin", erklärte Hütter. Er setzt auf eine junge, hungrige Mannschaft, die Tempofußball spielt. 15 Pflichtspiele in Folge hat sie nicht verloren. Nach der Meisterschaft, in der Basels Vorherrschaft nach acht Jahren ein Ende haben dürfte, geht es am 27. Mai im Finale gegen den FC Zürich auch noch um den Cuptitel. Auch diesen hat YB seit 1987 nicht mehr bejubelt.

Kein Vergleich mit Salzburg

Die Dimension der Erfolge lasse sich laut Hütter nicht mit jenen in Salzburg vergleichen. "Mit Salzburg das Double zu holen, kann man fast erwarten", sagte der Ex-Teamspieler. "Es ist kein Selbstläufer, man muss es auch erst schaffen. Aber es ist sicher einfacher." In Bern zweieinhalb Jahre etwas aufzubauen und dann zu reüssieren, sei sein bisher größter Erfolg - selbst wenn Hütter auch den Europacup-Einzug 2014 mit Aufsteiger SV Grödig ein "Husarenstück" nannte.

Sein Vertrag läuft zwar bis Sommer 2019, die Zukunft des Erfolgscoaches bei den Young Boys ist aber nicht restlos gesichert. Hütter hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihn auch die deutsche Bundesliga reizen würde.

"Das Ziel habe ich, das habe ich schon vor ein, zwei Jahren gesagt." Wenn sich zum richtigen Zeitpunkt eine Chance auftue, die für alle Beteiligten passt, werde er sie annehmen. "Ich denke, ich bin auch reif dafür. Ich bin aber auch sehr gern in Bern. Es ist nicht so, dass ich davonlaufen muss."

Anreiz Champion League

Ein Anreiz für den Verbleib könnte seine erste Champions-League-Teilnahme als Trainer sein. Der Schweizer Meister steigt erst in der letzten Qualifikations-Runde (Play-off) ein. Im Meisterweg ist die Auslosung der Papierform nach zudem etwas einfacher. "Da haben wir größere Chancen", meinte Hütter, nachdem in den vorangegangenen Jahren gegen Borussia Mönchengladbach und ZSKA Moskau das Aus gekommen war. Mit Salzburg war Hütter 2014 an Malmö gescheitert.

Wie Salzburg werden auch den Young Boys im Sommer wieder einige Leistungsträger abhandenkommen. Europas Topligen rufen etwa Topscorer Roger Assale oder Rechtsverteidiger Kevin Mbabu. Der Vertrag von Thorsten Schick läuft aus, könnte aber verlängert werden. Hütter hält viel vom Steirer: "Er spielt nicht immer, aber ist ein ganz wichtiger Baustein in der Mannschaft."

Der 27-Jährige nehme seine Rolle an und stelle sich immer in den Dienst der Mannschaft. "Er ist auch sehr beliebt in der Mannschaft, ein Vollprofi."

Teamchef-Posten im Kopf

Mit der eigenen Zukunft beschäftigt sich Hütter derzeit nicht. Zu viel gibt es in den kommenden Wochen zu erledigen. Dabei hatte es im Herbst auch vom ÖFB eine Anfrage gegeben, ob er sich den Teamchef-Posten vorstellen könne. Kann er, zumindest in ferner Zukunft?

"Irgendwann hat es sicher einen Reiz, das zu machen. Es ist eine Ehre, in Betracht gezogen zu werden. Es muss aber der richtige Zeitpunkt sein. Ich bin im Moment sehr gerne Klubtrainer."

Als Spieler war Hütter mit Salzburg dreimal Meister und stand 1994 im UEFA-Cup-Finale. Die Erfolge seines Ex-Klubs in der Europa League hat er mit Freude mitbekommen. "Sie haben vielleicht nicht einmal die gleiche Qualität wie wir sie vor drei Jahren hatten, aber die Mentalität und das Auftreten sind beeindruckend", lobte Hütter. Ein Verdienst auch von Marco Rose, zu Hütters Zeit in Salzburg noch U16-Trainer. "Er war schon damals einer, der einen eigenen Kopf hat. Sie haben das überragend gemacht - Chapeau."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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