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Widerstand gegen Fußball-Rückkehr in Brasilien

LAOLA1 Foto: ©

In Brasilien ist Fußball bekanntlich mehr als ein Sport. Dennoch regt sich Widerstand gegen eine baldige Rückkehr des Nationalsports in Zeiten der Coronavirus-Pandemie.

Internacional Porto Alegre hat als erster brasilianischer Verein wieder das Training aufgenommen. "Allen Vorschriften und der Sorgfaltspflicht folgend, hat die Mannschaft heute die ersten Einheiten bestritten", schrieb der Club aus dem Süden Brasiliens am Dienstag auf Twitter.

Von vielen Politikern kommt allerdings Widerstand. Belo Horizontes Stadtoberhaupt Alexandre Kalil sagt etwa gegenüber "ESPN": "Jetzt an Fußball zu denken ist Schwachsinn."

Umstrittener Trainingsstart

Auf Fotos war zu sehen, wie bei einzelnen Spielern auf dem Trainingsgelände die Temperatur gemessen wurde, sie Lauftraining absolvierten oder Übungen mit Gewichten machten.

Die Wiederaufnahme des Trainings knapp 50 Tage nach der Unterbrechung der Saison ist umstritten, da der Höhepunkt der Pandemie im größten Land Lateinamerikas erst im Mai erwartet wird.

Nachdem Präsident Jair Bolsonaro, der das Coronavirus verharmloste und nichts von Einschränkungen hält, sich kürzlich für eine baldige Rückkehr des Fußballs ausgesprochen hatte, befand das Gesundheitsministerium diese in einem Brief an den Brasilianischen Fußballverband CBF für positiv, wie das Portal "Globoesporte" berichtete. Die CBF schlägt demnach als Termin den 17. Mai vor.

Spieler sprechen sich dagegen aus

Aus dem Fußball selbst regt sich jedoch Widerstand. "Die Brasilianer lieben Fußball und wollen ihn zurückhaben, uns geht es da genauso. Wir sind alle dafür, wieder zu arbeiten. Aber wir müssen über die Gesundheit aller nachdenken", heißt es in einem am Montag veröffentlichten Video mit mehr als einem Dutzend Erstligaspielern.

Auch Bürgermeister und Gouverneure, die restriktive Maßnahmen umgesetzt und zuletzt teilweise verlängert haben, sprachen sich dagegen aus.

Die offizielle Zahl der Corona-Infizierten in Brasilien liegt mittlerweile bei 114.715, es starben 7.921 Menschen. Krankenhäuser und Friedhöfe sind vielerorts an ihre Grenzen gelangt, das System ist kollabiert. Einige Städte wie Rio de Janeiro, Sao Paulo oder Brasilia setzen nun auf provisorische Kliniken, die auch in Fußballstadien entstanden sind.

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