Presse feiert Arnautovic als "Furie"
Die italienischen Zeitungen überschlugen sich mit Lobeshymnen. "Arnautovic ist eine Furie: Dank seines Doppelpacks findet Bologna nach zwei Monaten endlich wieder den Erfolg. Eine prächtige Leistung des Österreichers, der sich wieder einmal als Stürmer beweist, der den Unterschied ausmacht", hieß es in der "Corriere dello Sport".
"Bingo-Abend für Arnautovic, der Spezia gnadenlos versenkt. Die Botschaft ist klar: Arnautovic ist das Schlüsselelement der Mannschaft und Trainer Mihajlovic hat das begriffen", kommentierte die "Gazzetta dello Sport". Und in "Tuttosport" war zu lesen: "Arnautovic zerrt die ganze Mannschaft zum Erfolg. Er ist der wahre Anführer dieser Mannschaft und der Trumpf in den Händen von Trainer Mihajlovic".
In der 40. Minute sorgte Arnautovic nach Lochpass von Barrow mit einem präzisen Schuss ins lange Eck für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. In der 84. Minute avancierte er nach einer weiten Flanke von Sansone per Kopfball ins lange Eck zum 2:1 zum Matchwinner. Zuletzt zweimal hatte er am 15. November 2021 bei Österreichs 4:1-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Moldau getroffen. Auf Clubebene traf er erstmals seit 22. April 2021 mehrmals, damals war ihm noch in der chinesischen Super League für Shanghai gar ein Triplepack gelungen.
Beim Torjubel ließ der Offensivakteur seinem aufgestauten Frust freien Lauf. Mit einer auf und ab Handbewegung zeigte er symbolisch an, dass die Leute ruhig reden sollen. Die Antwort gab Arnautovic auf dem Platz und hielt sich diesmal an den Rat des routinierten Chefbetreuers.
Kritik, Wehwehchen, aber Arnautovic ist zurück
Denn im Zuge seiner öffentlichen Kritik hatte er erst vor kurzem gesagt: "Er sollte sich überlegen, ob es nicht besser wäre, das zu tun, was ich ihm sage." Beim Spieler dürfte diese Botschaft angekommen sein.
Eigentlich gab es für dieses Spiel aber nur einen Auftrag: "Die Botschaft war, unbedingt gewinnen zu wollen", atmete der Bologna-Trainer, dessen Verein sich auf Rang 12 in der Serie verbesserte, auf - nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg und nur einem vollen Erfolg aus den letzten neun Serie-A-Spielen.
Von der Abstiegszone konnte sich der Klub neun Zähler entfernen. "Wir hatten eine harte Zeit wegen Verletzungen und Covid, aber so ist der Fußball. Es gibt gute und schlechte Zeiten", meinte der 96-fache ÖFB-Teamspieler. Hartes Training habe zuletzt noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. "Es war wichtig wieder ein bisschen Selbstvertrauen zu tanken, das ist uns mit dem Sieg gelungen", verlautete Arnautovic. Mihaijlovic betonte die Wichtigkeit der drei Punkte: "Wir mussten unbedingt gewinnen, das haben wir verdient geschafft."
Die Negativspirale fand ihren Ursprung somit fast genau dann, als Arnautovic das letzte Mal für Bologna traf. Allerdings ist Arnautovic auch nicht mehr der Jüngste, immer wieder einmal zwickte der Oberschenkel und sorgte für Zwangspausen. Der Trainer war darüber weniger erfreut und meinte, er wisse nicht, was ihm jetzt schon wieder fehle.
Nun dürfte sich das Verhältnis wieder eingerenkt haben. Arnautovic ist zurück, aber die nächste Hürde wartet schon auf Bologna. Am Samstag geht es auswärts gegen US Salernitana, abgeschlagenes Schlusslicht in der Serie A. Beim ersten Aufeinandertreffen mit dem Aufsteiger am allerersten Spieltag markierte Arnautovic einen Treffer beim 3:2-Heimsieg und stellte sich damals bestmöglich bei Bologna vor. Spätestens nach seinem Doppelpack gegen Spezia wissen aber wieder alle, was sie am Ausnahmekönner haben.