"Gemeinsam mit Solet wird er ein Duo bilden, über das nicht viele Mannschaften in der Serie A verfügen."
Die Summen am Transfermarkt haben sich seit den Transfers von Neymar und Mbappe zu PSG geändert. "Diese Blase ist geplatzt und nur in der Premier League sind die Gehälter weiterhin unglaublich hoch. Deshalb gibt es viele Spieler ohne Vertrag, die zunächst auf einen großen Vertrag hoffen und danach suchen. Je mehr Zeit allerdings vergeht, desto stärker senken sie ihre Erwartungen, um ihre Karriere fortsetzen und weiterhin spielen zu können", erklärt Vescini.
Entsprechend habe sich Alaba als ideale Gelegenheit für Udinese Calcio angeboten. Der Österreicher sei "die bestmögliche Verpflichtung, die sich Udinese zu diesem Zeitpunkt leisten konnte".
Das passende Profil
Der Wiener passe genau in das Profil, wonach Trainer Kosta Runjaic Ausschau hielt. Der Deutsch-Österreicher habe sich einen erfahrenen Spieler für die Defensive gewünscht, "der gleichzeitig auch die Fähigkeit besitzt, den Spielaufbau einzuleiten".
Genau das erfüllt Alaba. Mit 38 Vereinstitel hat zudem kein Spieler in der Serie A mehr gewonnen, am nähesten kommt Milans Luka Modric (34).
"Damit bringt er eine Siegermentalität nach Udinese – genau jene Mentalität, die Inler und Runjaic im Verein etablieren wollen", meint der italienische Sportjournalist.
Der Schweizer Gökhan Inler ist seit 2024 Technischer Leiter des Klubs und hat seinen Job gemeinsam mit Runjaic angetreten.
Alaba soll bei seinem neuen Klub eine große Rolle spielen. Der 34-Jährige sei als "Schlüsselspieler" eingeplant. Gemeinsam mit dem Ex-Salzburger Oumar Solet bildet er ein Innenverteidiger-Duo, "über das nicht viele Mannschaften in der Serie A verfügen".
Spielstil nach Rangnicks Geschmack
Der Spielstil Udines dürfte auch ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick gefallen. Runjaic lässt ganz nach "deutscher Schule" spielen.
"Gegen den Ball gibt es Gegenpressing sowie ein sehr intensives Zonenpressing in der gegnerischen Hälfte. Mit dem Ball besteht das Ziel darin, so schnell wie möglich vertikal zu spielen. Udinese ist in den Umschaltphasen sehr stark – sowohl mit als auch gegen den Ball. Alaba passt perfekt in diese Rolle, weil er das Tempo der Mannschaft kontrollieren kann, insbesondere im Ballbesitz", beschreibt Vescini.
Zurück zu alter Stärke
Zweifel am Deal gibt es vonseiten der Fans aber aufgrund der Verletzungsanfälligkeit des Österreichers. Im Dezember 2023 riss sich Alaba das Kreuzband, fiel dann über ein Jahr aus und hatte danach immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen.
"Udine wird als 'glückliche Insel' bezeichnet, weil dort in der Vergangenheit bereits viele Spieler zu alter Stärke zurückgefunden haben."
In den letzten drei Spielzeiten bis zum Ende der WM 2026 war Alaba laut Daten von "transfermarkt" an 576 Tagen nicht verfügbar. Das entspricht mehr als der Hälfte (52,6 Prozent) der Tage in diesem Zeitraum.
Der Trainerstab sei aber nicht besorgt. "Udine wird als 'glückliche Insel' bezeichnet, weil dort in der Vergangenheit bereits viele Spieler zu alter Stärke zurückgefunden haben", erklärt Vescini.
Als Beispiele nennt er Stefano Fiore, Rodrigo de Paul, Florian Thauvin, Nicolo Zaniolo und Keinan Davis. Die letzten beiden stehen nach wie vor beim Klub unter Vertrag.
Alaba als Wette für Udinese Calcio
Udinese Calcio war seit 1995 durchgehend in der Serie A. Die goldenen Zeiten der jüngeren Historie, wo der Klub zwischen 2010/11 und 2012/13 Vierter, Dritter und Fünfter wurde, sind aber vorbei. Danach folgten ausschließlich zweistellige Tabellenplätze. Vergangene Saison wurde man 13.
"Es ist eine Art Wette. Wenn sie aufgeht, könnte Udinese damit sogar die Kräfteverhältnisse in der Serie A verändern."
Nach vier Punkten aus fünf Spielen ist der Klub aktuell am selben Platz wie am Ende der Vorsaison. Der Alaba-Deal, so erhofft man es sich in Udine, könnte aber auch die Geschichte verändern.
"Es ist eine Art Wette. Wenn sie aufgeht, könnte Udinese damit sogar die Kräfteverhältnisse in der Serie A verändern", so Vescini. Zuletzt Europacup gespielt hat der Verein vor über zwölf Jahren, im August 2013 war im Playoff für die UEFA Europa League gegen den tschechischen Klub Slovan Liberec Endstation.
Der Transfer bringt auch Erwartungen mit. Kann David Alaba den Klub näher in Richtung Europa bringen?