Der 100-Millionen-Euro-Mann

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100 Millionen Euro für "Il Gallo"

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Italien und Stürmerstars – das hat eine lange Tradition.

Francesco Totti, Alessandro Del Piero oder Roberto Baggio sind nur einige, die sich mit ihren Toren in der Geschichte des italienischen Calcios unsterblich gemacht haben.

In den letzten Jahren vermisste die „Squadra Azzurra“, wie das italienische Nationalteam genannt wird, einen eiskalten Goalgetter. Keines der hoffnungsvollen Talente konnte sich dauerhaft beweisen.

Mario Balotelli, die größte Nachwuchshoffnung in naher Vergangenheit, fiel bis zu seinem Wechsel nach Nizza im Sommer hauptsächlich mit Eskapaden auf. Ciro Immobile kommt nach seinem verpatzten Auslands-Abenteuer bei Borussia Dortmund und FC Sevilla bei Lazio Rom langsam wieder in Schwung.

So kam es, dass im vergangenen Sommer Graziano Pelle und Eder das italienische Sturmduo bei der EURO bildeten. Beide würde kaum ein Experte als Superstar beschreiben. Doch die Suche nach dem neuen Stürmerstar scheint endlich ein Ende zu nehmen.

Die neue Entdeckung

„Ecce nove“, titelte die „Gazzetta dello Sport“ über Andrea Belotti nach seinem Doppelpack gegen Liechtenstein. „Schau an, eine Neun“, heißt dies übersetzt. Im Länderspiel gegen den Fußball-Underdog stellte er jene Fähigkeiten unter Beweis, die er in der Serie A wöchentlich auf den Platz zaubert.

Sieh dir Belottis Drei-Tore-Show gegen Bologna im VIDEO an!

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)

Schnell, wendig, gute Ballführung und für seine 1,81 Meter auch bemerkenswert kopfballstark ist der 22-Jährige. Im Sommer 2015 wechselte Belotti von Palermo zum FC Torino, gleich in seiner Premierensaison erzielte er zwölf Treffer. Die richtige Explosion gelang ihm jedoch in dieser Saison: In 14 Pflichtspielen für „Il Torro“ netzte er elfmal ein, zudem bereitete er vier Tore vor.

Kein Wunder, dass längst sämtliche Topteams aus Europa die Fühler nach Belotti ausgestreckt haben. Doch dafür muss man seit kurzem eine ordentliche Stange Geld auf den Tisch legen.

Nur Pogba wäre teurer

„Ich bin erfreut, verkünden zu dürfen, dass wir den Vertrag von Belotti bis 2021 verlängern konnten und dass er eine Ausstiegsklausel von 100 Millionen Euro beinhaltet“, erzählte Torino-Präsident Urbano Cairo nach dem Spiel gegen Sampdoria am Sonntag stolz.

Ist ein Klub bereit, diese Summe zu zahlen, wäre der Stürmer nach Paul Pogba der zweitteuerste Spieler der Welt. Torhüter-Legende Gianluigi Buffon, der 2001 für 54 Millionen Euro von Parma zu Juventus Turin wechselte, würde er als teuersten italienischen Fußballer ablösen.

Die Klausel gilt wohlgemerkt nur für ausländische Teams, womit man Lokalrivale Juventus aus einem möglichen Transfer-Poker im Vorfeld ausschloss.

Der Hahnenkamm-Jubel

Belotti fällt auf dem Feld nicht nur durch seinen Torriecher auf, auch seinen Torjubel konnte er bereits als Markenzeichen etablieren.

Mit der flachen Hand an der Stirn imitiert der in der Nähe von Bergamo geborene Stürmer einen Hahnenkamm. „Meine Tante besaß einen Bauernhof und als Kind bin ich oft vorbeigekommen, um die Hähne zu beobachten“, erklärt Belotti. Zudem ist der Nachname seines besten Freundes „Gallo“, italienisch für Hahn.

Mittlerweile hört der 22-Jährige auf den Spitznamen „Il Gallo“.

Vorbild Shevchenko

Während Belotti auf dem Platz allgegenwärtig ist, glänzt er abseits des Rasens bei Interviews mit Bescheidenheit und Selbstkritik.

Nur selten lässt er mit beinahe philosophischen Gedanken aufhorchen. „Der Torwart ist ein Feind, weil er deiner Liebesbeziehung zum Toreschießen im Weg steht“, wäre einer dieser.

Als Vorbilder hat der Rechtsfuß Milan-Legende Andriy Shevchenko und Manchester-City-Star Sergio Agüero auserkoren. Geht Belottis Entwicklung ähnlich steil weiter wie bisher, könnte er schon demnächst in einem Atemzug mit seinen Idolen genannt werden.

Und Italiens Tradition der Stürmerstars würde um ein Kapitel verlängert werden.


Julian Saxer

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Textquelle: © LAOLA1.at

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