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Warum Glasner bei Nottingham "Kribbeln im Bauch" hatte

Der österreichische Trainer gesteht, dass er Nottingham nicht als mögliche nächste Station am Schirm hatte. Ein Gespräch mit dem Eigentümer änderte das aber.

Warum Glasner bei Nottingham "Kribbeln im Bauch" hatte Foto: © IMAGO / Offside Sports Photography

Nach seinem Vertragsende bei Crystal Palace heuerte Oliver Glasner im Sommer etwas überraschend bei Premier-League-Rivale Nottingham Forest an.

In einem Interview mit dem "kicker" sprach er über sein erstes Gespräch mit Eigentümer Evangelos Marinakis, den komprimierten Umbruch im Sommer und seine langfristige Vision mit dem Klub.

Bei einem gemeinsamen Abendessen mit Marinakis, der seit 2017 Eigentümer von Nottingham ist und dem eine geringe Geduld mit Trainern nachgesagt wird, konnte sich Glasner ein genaueres Bild vom 59-jährigen Griechen machen. "Er steckt ja in einer Schublade, seit er nach einem Spiel mal auf dem Platz auftauchte. Aber wenn man mit jemandem vier Stunden beim Abendessen sitzt, bekommt man ein genaueres Bild", so der frühere Erfolgstrainer von Eintracht Frankfurt und Crystal Palace.

Glasner mit klarer Ansage an Marinakis

Glasner ist bereits der elfte Trainer seit der Übernahme durch den Griechen. Damit die Liaison zwischen ihm und Marinakis lange hält, wurde direkt beim ersten Gespräch Klartext geredet: "Ich habe dem Eigner gesagt, dass ich ihn dann brauche, wenn es schwierig wird. Und dass, bei allem, was er rund um den Klub schafft (...), das Wichtigste ist, was auf dem Platz passiert." Sie seien gerade dabei, "diese Prioritäten zu ordnen", so der 52-jährige Österreicher.

Glasner selbst hatte Nottingham Forest laut eigener Aussage "als mögliche neue Station ehrlicherweise nicht auf dem Schirm". Doch das Gespräch mit Marinakis hat seine Sichtweise auf den Klub verändert.

"Ich muss das Gefühl haben, dass Potenzial vorhanden ist und alle bereit sind, dieses vorhandene Potenzial auch auszuschöpfen. Und das ist hier der Fall. Bei den Gesprächen mit dem Eigner bekam ich schnell ein Kribbeln im Bauch, sodass ich gespürt habe: Für diese Aufgabe brenne ich."

Aston Villa als Vorbild

Das mittelfristige Ziel sei es nun, den Verein zu einem regelmäßigen Europacup-Teilnehmer zu machen. Als Vorbild nannte Glasner Europa-League-Sieger Aston Villa. "Der Stadionausbau ist ein erster Schritt, um die Voraussetzungen zu schaffen", erklärt Glasner und stellt daran anschließend die Frage in den Raum: "Warum aber sollte es nicht möglich sein, wie Aston Villa zu werden? Also mal in der Champions League reinschnuppern, aber man darf sie dann auch wieder verpassen."

Der Saisonstart verlief mit fünf Punkten aus den ersten fünf Ligaspielen und dem Aus im EFL-Cup eher durchwachsen. Der 52-Jährige hat dafür eine einfache Erklärung: "Das liegt auch an den vielen Trainerwechseln zuvor."

"Positiv ist, dass wir die wenigsten gefährlichen Torchancen zulassen. Aber in den offensiven Abläufen müssen wir gerade daheim besser werden. Es gab bisher nur einen Liga-Heimsieg 2026", legt Glasner den Finger in die Wunde. Aktuell sind die europäischen Plätze kein Thema, auch weil der Österreicher selbst weiß, dass man dem Abstieg "soeben von der Schippe gesprungen" ist, "also erst mal Schritt für Schritt."

Glasner: "Habe sogar das Angebot des Eigners abgelehnt"

Das war auch auf dem Transfermarkt das Motto. Mit Ausgaben in Höhe von 138,2 Millionen Euro lagen die "Tricky Trees" deutlich unter den Ausgaben aus dem Vorjahr (241,8 Mio.).

Der komprimierte Umbruch geschah auf Wunsch von Glasner. "Wichtig beim Gesamtblick auf den Kader ist die Strategie, der Umbruch: dass wir gar nicht viele Neue holen, sondern nur gezielt wie zum Beispiel Xaver Schlager (ablösefrei von RB Leipzig, Anm.). Ich habe sogar das Angebot des Eigners abgelehnt, weitere Spieler zu verpflichten. Dann lieber im Januar mit mehr Vorlauf."

Am Sonntag steht Glasners emotionale Rückkehr in den Selhurst Park an. Mit einem Sieg gegen seinen Ex-Klub Crystal Palace könnte er seine Bilanz als Nottingham-Trainer weiter aufbessern.

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