Der Hype ist perfekt

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Es wäre ein Leichtes, den jungen Mann in Anspielung auf seinen Nachnamen als Heilsbringer oder ähnliches zu bezeichnen. Aber das mag die Frau Mama so gar nicht gerne.

„Ich bitte Gott jeden Abend um Vergebung“, sagte sie einmal, als sie auf die regelmäßig von Palmeiras-Fans angestimmten Jubelchöre angesprochen wurde. „Glory glory hallelujah, es ist Gabriel Jesus“, sangen die brasilianischen Anhänger sinngemäß.

Die Fans von Manchester City werden geneigt sein, diesen Chant zu übernehmen. Sofern der 19-Jährige den riesigen Vorschusslorbeeren, mit denen er auf die Insel gekommen ist, freilich gerecht wird.

Ronaldo sieht sich selbst

Nicht weniger als der neue Neymar soll er sein. Und nicht weniger als 32 Millionen Euro war den „Citizens“ dieses Versprechen wert. Bereits im Sommer hat der Klub den Transfer fixiert, Anfang des Jahres ist er nun auch tatsächlich in seiner neuen Heimat gelandet.

Davor hatte der Stürmer noch zwei wichtige Dinge zu erledigen – Olympia-Gold mit Brasilien in Rio und den Meistertitel mit seinem Heimatverein Palmeiras. Der Hype in Südamerika ist perfekt.

„Ich schaue ihn mir an und sehe mich selbst in der Vergangenheit. Ich sehe so viele Parallelen – er ist noch so jung, hat aber schon so viel erreicht und trägt schon so viel Verantwortung. Er hat eine fantastische Zukunft vor sich“, sagt Brasiliens Stürmer-Legende Ronaldo über ihn.

Guardiolas Anruf

Kein Wunder, dass im Sommer praktisch jeder Top-Klub Europas um seine Dienste buhlte. Letztendlich soll es ein persönliches Telefonat mit Pep Guardiola gewesen sein, das den sechsfachen Teamspieler überzeugt hat.


Gabriel Jesus im Video-Portrait:

(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)


„Die Möglichkeit, mit ihm zu arbeiten, hat mir die Entscheidung erleichtert“, sagte der Youngster kurz nach seiner Unterschrift. Angeblich hätte er woanders noch mehr verdienen können. Manchester United soll ihm pro Jahr 1,5 Millionen Euro mehr Gehalt geboten haben. Doch auch beim Stadtrivalen wird der Brasilianer nicht gerade am Hungertuch nagen.

Überhaupt soll der Offensivspieler für sein junges Alter außergewöhnlich reif sein. „Was ihn so besonders macht, ist sein Fokus. Er kümmert sich nicht um die großen Klubs, seine tägliche Priorität liegt darin, sein Spiel zu perfektionieren. Man sieht heutzutage nicht mehr viele Kids mit dieser Denkweise“, sagt Ze Roberto, sein ehemaliger Palmeiras-Kollege, über ihn.

Mama mag keine Dribblanskis

Für die Premier League fühlt sich Gabriel Jesus jedenfalls bereit. „Ich definiere mich auf dem Platz als Kämpfer. Ich spiele gerne aggressiv. Ich habe immer schon gegen Ältere gespielt. Ich habe keine Angst vor Härteeinlagen“, gibt er zu Protokoll.

Pfeilschnell, ein guter Antritt, eine gute Positionierung auf dem Feld, starke Technik auf engstem Raum und einen Riecher für das Tor – das sind die anderen Qualitäten, die man dem ManCity-Neuzugang bescheinigt. Klassischer Dribblanski ist er aber keiner, die Mama habe sich immer so aufgeregt, wenn er es übertrieben habe, dass er sich das rasch abgewöhnt hat, heißt es.

Schon früh galt er als außergewöhnliches Talent. Bei diversen Nachwuchs-Turnieren sorgte Gabriel Jesus für dermaßen viel Furore, dass die Palmeiras-Fans Ende 2014 mittels Online-Petition seinen Einsatz forderten, als der Klub am letzten Spieltag noch vom Abstieg bedroht war. Der Trainer ignorierte diesen Wunsch, die Klasse wurde gehalten, im März 2015 durfte der Shootingstar dann erstmals für die Profis ran und wurde mit Saisonende zum besten Newcomer der Liga gewählt.

Komplizierte Transferrechte

Weil der FC Santos reges Interesse an einer Verpflichtung zeigte, wurden die Transferrechte kompliziert aufgeteilt, um einen Wechsel unmöglich zu machen. Palmeiras hielt danach 30 Prozent, 47,5 Prozent der Transferrechte gehörten Gabriel Jesus selbst, dessen Familie und Berater, die restlichen 22,5 Prozent blieben in den Händen seines Ex-Beraters Fabio Caran.

Ein kompliziertes, aber in Südamerika nicht unübliches Konstrukt. Die sich monatelang hinziehenden Gerichtsverhandlungen in Folge des Wechsels von Neymar zum FC Barcelona haben gezeigt, dass man als europäischer Top-Klub leicht ins Stolpern kommt, wenn es dann zu einem Transfer kommt. Auch Man City hatte zunächst Probleme, Anfang Jänner war der Brasilianer noch nicht spielberechtigt, weil die FIFA noch einige Papiere überprüfen musste, mittlerweile ist aber alles geklärt.

Darüberhinaus will der Offensivspieler, der sowohl am Flügel als auch zentral eingesetzt werden kann, aber sportlich in England ankommen. Helfen soll dabei der Bananen/Hafer-Smoothie, den er vor jedem Spiel zu sich nimmt – ein Rezept seiner Mama.


Textquelle: © LAOLA1.at

Studie: Wie hoch sind die Fußballer-Gehälter in Europa?

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