Struber kämpft nach Klassenerhalt mit den Tränen

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Gerhard Struber hat es tatsächlich geschafft! Am 46. und letzten Spieltag der englischen Championship springt der FC Barnsley mit einem neuerlichen Last-Minute-Sieg beim FC Brentford (Spielbericht >>>) an das rettende Ufer.

Dabei profitieren die "Tykes", die sportlich gesehen mit Rang 22 abgestiegen wären, vom zwölf Punkte-Abzug von Wigan Athletic. Der englische Traditionsklub meldete Anfang Juli aufgrund der Coronavirus-Pandemie Insolvenz an. Nun sind alle Augen auf die EFL gerichtet, die in den kommenden Tagen über den Punkte-Abzug entscheiden muss. Sollte dieser weiterhin Bestand haben, würde Aufsteiger Barnsley die Klasse in Englands zweiter Leistungsstufe halten.

Vollkommen egal ist dieser Umstand nach Spielende dem ehemaligen WAC-Coach. "Natürlich kennen wir die Thematik. Uns interessiert das aber nicht, da es viel wichtiger war, an uns zu glauben und all unsere Energie dem Abstiegskampf zuzuwenden", erklärt Struber.

Barnsley "ein Vorbild für den Fußball"

Sechs Zähler musste Barnsley im Kampf gegen den Wiederabstieg in den letzten beiden Runden holen. Beide Male schlug der Struber-Klub in der Nachspielzeit zu. Dabei stach vor allem ÖFB-Legionär Patrick Schmidt hervor, der das Goldtor gegen Nottingham Forest markierte und den Klassenerhalt via Assist bei Brentford sicherte.

"Das ist jetzt gerade ein besonderes Gefühl. Ich habe ein so großes Herz für diese Jungs", sagt der 43-jährige Struber und ringt mit den Freudentränen. "Entschuldigung, mir fehlen die Worte."

(Text wird unter dem Video fortgesetzt.)

Nach einigen tiefen Atemzügen setzt der Salzburger mit seiner Lobeshymne fort. "Wir haben so hart für diesen Moment gearbeitet. Niemand hat uns diesen Erfolg zugetraut und jetzt ist er Realität."

Weiters meint der ehemalige Wolfsberg-Coach: "Meine Mannschaft ist ein Vorbild für den Fußball. Wir spielen hier auswärts bei Brentford, die um den Direktaufstieg spielen, aber keine Chance gegen uns hatte, vor allem in der ersten Halbzeit. Ich bin so glücklich und stolz."

Struber: "Bester Moment meiner Trainerkarriere"

Gerhard Struber in der Barnsley-Traube
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Mit dem Verbleib in der Championship geht für den ehemaligen Austria Salzburg- und LASK-Spieler eine denkwürdige Spielzeit zu Ende. In der heimischen Bundesliga mischte der WAC unter Struber mit Rang drei vorne mit. In der Europa League sorgten die "Wölfe" unter anderem mit dem sensationellen 4:0-Auswärtssieg bei Borussia Mönchengladbach für Furore.

Die kurze, aber von Erfolg gekrönte Zeit im Lavanttal führte Struber im November 2019 ins Mutterland des Fußballs, wo er das Unmögliche möglich machte. Mickrige neun Pünktchen sowie der letzte Platz standen am Konto der "Tykes" nach 16 Spieltagen, ehe Struber 40 Zähler in den folgenden 30 Runden holte.

"Ich habe dem Team ständig gesagt, dass es ein Fight bis zum letzten Spieltag wird. Jeder von den Jungs hat an meine Worte geglaubt. Es ist der beste Moment in meiner Trainerkarriere", strahlt Struber. "Ich bin so stolz, glücklich und leer. Meine Batterien sind nach all den Wochen einfach leer, aber heute ist Party angesagt."

Bleibt Struber bei Barnsley?

Nach einer ausgelassenen Nacht geht es für Struber zurück in die Heimat. "Donnerstag flieg ich endlich nach Hause zu meiner Familie. Nach dem Lockdown haben wir uns über zwei Monate nicht gesehen. Ich brauche jetzt die Zeit mit meiner Familie."

Wie es danach mit dem Österreicher weitergeht, ist ungewiss. Auf der Insel konnte sich der Barnsley-Coach rasch einen Namen machen. Beim Traditionsklub aus dem Norden Englands hat sich Struber bis Sommer 2022 gebunden. Dieser hätte auch im Falle eines Abstiegs in die drittklassige League One Bestand.

Sein Fokus liegt dementsprechend bei den "Tykes". "Ich freue mich bereits auf die neue Saison mit diesen unglaublichen Jungs."

Textquelle: © LAOLA1.at

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