Nachfolger von Marcus Mann packt aus: "Rückkehr war ein Fehler"
Der ehemalige Sportdirektor des FC Liverpool blickt selbstkritisch auf seine zweite Amtszeit bei den Niedersachsen zurück.
Nach dem Abgang von Marcus Mann zum FC Red Bull Salzburg war Hannover 96 um eine schnelle Nachbesetzung des vakanten Postens bemüht.
Die Wahl zum neuen Geschäftsführer Sport fiel mit Jörg Schmadtke auf einen alten Bekannten. Der 62-Jährige hatte die sportliche Leitung bereits zwischen 2009 und 2013 inne. Doch nach etwas mehr als zwei Monaten war das kurze Intermezzo auch schon wieder beendet.
Schmadtke: "War nicht mein bester Move"
Vor dem bevorstehenden Duell zwischen Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg, einem weiteren Ex-Klub Schmadtkes, blickte er im Interview mit der "WAZ" selbstkritisch auf seine zweite Amtszeit in Niedersachsen zurück: "Die Rückkehr war ein Fehler." Der Schritt "war nicht mein bester Move", so das Resümee des 62-Jährigen.
Er selbst führt das schnelle Ende auf den fehlenden Freiraum zurück: "Ich mag es nicht, wenn ich mich nicht frei bewegen kann." Dem Vernehmen nach soll auch die Chemie zwischen dem Geschäftsführer und dem Rest der sportlichen Führung von Beginn an nicht gestimmt haben.
Der "kicker" habe etwa davon berichtet, dass Schmadtkes Kommunikation intern für Unverständnis gesorgt habe. Bei weitreichenden Entscheidungen habe er Sportdirektor Ralf Becker und Cheftrainer Christian Titz nicht transparent eingebunden, so das Medium weiter.
Öffentlicher Streit mit Oliver Glasner
Dass Jörg Schmadtke kein einfacher Charakter zu sein scheint, zeigte sich auch bei seiner Station in Wolfsburg. Damals wurde ein Streit mit Oliver Glasner öffentlich ausgetragen.
Die These, dass er mit seinen Vorstellungen an 96-Gesellschafter Martin Kind gescheitert sei, wies der 62-Jährige gegenüber der "WAZ" entschieden zurück. "Das hatte zuvor, in meiner ersten Amtszeit, sehr gut geklappt", so Schmadtke, der ergänzte: "Weil Herr Kind ein Mann ist, dessen Art ich sehr schätze, dessen Wort zählt, der nicht herumpalavert, sondern geradlinig ist."
Sein Nachfolger, Jonas Boldt, ist bereits jetzt länger im Amt. Erst kürzlich hat er mit der Verpflichtung von Marcel Hartel einen Toptransfer unter Dach und Fach gebracht.