"Nagelsmann hat einzigartige Gewinner-Mentalität"

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Die nächste Generation an ÖFB-Youngsters klopft in der deutschen Bundesliga an.

Der 18-jährige Kevin Danso absolvierte beim FC Augsburg seine ersten Einsätze, Marco Friedl (19) bekam vom FC Bayern München einen Profivertrag und auch Stefan Posch ist in Hoffenheim auf einem aussichtsreichen Weg.

Im Februar saß der Innenverteidiger gegen Darmstadt erstmals beim Überraschungs-Team dieser Saison auf der Bank.

Hoffenheims Höhenflug könnte in der Champions League enden und mit seinem Verein der 19-Jährige, sollte sich der Ex-Admiraner weiter in Richtung Profi-Kader entwickeln.

Österreichs Youngster-Legionäre! LAOLA1 präsentiert eine Auswahl der Hoffnungsträger im Ausland bis zum Alter von 20 Jahren:

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THIERNO BALLO - 15 Jahre - Viktoria Köln. Das "Wunderkind" soll am Sprung zum FC Chelsea stehen.

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FLAVIUS DANILIUC - 15 Jahre - FC Bayern München. Der zentrale Mittelfeldspieler war auch schon vier Jahre in der Jugend von Real Madrid.

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CHRISTOPH KLARER - 16 Jahre - Southampton. Der Innenverteidiger übersiedelte im Sommer 2016 von Rapid auf die Insel.

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TIM LINSBICHLER - 17 Jahre - Hoffenheim. Der U17-Teamspieler wechselte im Sommer 2016 von Rapid zur TSG.

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MAURICE MATHIS - 17 Jahre - 1860 München. Der Vorarlberger stürmt seit zwei Jahren für die "Löwen".

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LEONARDO ZOTTELE - 17 Jahre - 1. FC Nürnberg. Der Vorarlberger Verteidiger versucht sich in Nürnberg nach oben zu kämpfen.

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DENIS OMIC - 17 Jahre - AS Roma. Der frühere Rieder ist seit 2015 bei der Roma, war zwischenzeitlich an ProVercelli ausgeliehen.

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KEVIN DANSO - 18 Jahre - FC Augsburg. Das Supertalent hat bereits seine ersten Bundesliga-Einsätze für Augsburg hinter sich.

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ARNEL JAKUPOVIC - 18 Jahre - Empoli. Nach zweieinhalb Jahren in England bei Middlesbrough versucht sich einer der größten österreichischen Stürmer-Hoffnungsträger nun in Italien.

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ANTHONY SCHMID - 18 Jahre - SC Freiburg. Ebenfalls ein "Franzose" wie sein Bruder und Vereins-Kollege Jonathan Schmid. Die erste ÖFB-Junioren-Einsätze sind jedoch absolviert.

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MARIO SCHRAGL - 18 Jahre - Karlsruher SC. Der Torhüter aus Graz versuchte sich in der Vorsaison bei Borussia Dortmund, nun beim KSC.

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MARCO FRIEDL - 19 Jahre - Bayern München. Der Linksverteidiger durfte schon mit den Profis ins Trainingslager, im Sommer rückt er in die erste Mansnchaft auf.

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STEFAN POSCH - 19 Jahre - Hoffenheim. Der Innenverteidiger trainiert in Hoffenheim bei den Profis und wurde von Julian Nagelsmann auch schon ein Mal in den Spieltags-Kader befördert.

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MARCEL CANADI - 19 Jahre - Borussia Mönchengladbach. Der Sohn des Rapid-Trainers ist in dieser Saison in der zweiten Mannschaft der Borussia noch ohne Regionalliga-Einsatz.

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PATRICK HASENHÜTTL - 19 Jahre - Ingolstadt. Der nächste Trainer-Sohn. Hasenhüttl Jr. blieb in Ingolstadt und stürmt dort in der zweiten Mannschaft.

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ALEXANDER KOGLER - 19 Jahre - RW Erfurt. Apropos Trainer-Sohn. Alexander blieb nach dem Abgang von Walter Kogler in Erfurt, ist aber im Gegensatz zum Papa Offensivspieler.

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PHILIPP LIENHART - 20 Jahre - Real Madrid. Das riesige Innenverteidiger-Talent muss man vermutlich nicht mehr vorstellen. Er ist Stammspieler in der zweiten Mannschaft von Real.

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FABIAN GMEINER - 20 Jahre - NEC Nijmegen. Der Vorarlberger war jahrelang im Nachwuchs des VfB Stuttgart. Vergangenen Sommer übersiedelte er in die Niederlande. Ein Mal schickte ihn Trainer Peter Hyballa bisher in der Ehrendivision aufs Feld.

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STEFAN PERIC - 20 Jahre - VfB Stuttgart. Der vielfache Junioren-Teamspieler verteidigt nach wie vor in der zweiten Mannschaft. Der Sprung nach oben lässt auf sich warten.

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SEBASTIAN GESSL - 20 Jahre - Karlsruher SC. Ein weiterer österreichischer Goalie im KSC-Nachwuchs. Der Ex-Rapidler spielte schon einige Male in der zweiten Mannschaft.

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RENNY SMITH - 20 Jahre - Mantova. Der gebürtige Engländer mit Vergangenheit im ÖFB-Nachwuchs spielte im Herbst zwei Mal für Vicenza in der Serie B, ist nun aber an Mantova verliehen.

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Mit Julian Nagelsmann wird Hoffenheim vom Shootingstar der deutschen Trainer-Szene betreut - Posch kennt ihn aus nächster Nähe, da er einerseits regelmäßig bei den Profis trainiert und ihn der 29-Jährige andererseits einst in der U19 coachte.

Im LAOLA1-Interview spricht der Steirer jedoch nicht nur über das "Trainer-Wunderkind", sondern auch über seine eigene Entwicklung, den Musterschüler Niklas Süle, der bald bei den Bayern spielen wird, die Zusammenarbeit mit Landsmann Andreas Ibertsberger sowie seine Erfahrungen mit dem nunmehrigen Sturm-Kicker Baris Atik.

LAOLA1: Du bist bald zwei Jahre in Hoffenheim. War das Ausland immer ein Ziel von dir und wie zufrieden bist du mit der Entwicklung?

Stefan Posch: Ich wollte immer schon ins Ausland und bin froh, dass es dann auch geklappt hat. Hoffenheim hat damals Interesse an mir bekundet und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, hier in die U19 zu kommen. Ich habe mir das angesehen und es hat mich überzeugt. Es läuft zurzeit ganz gut, deswegen bin ich auch zufrieden mit der Entwicklung.

LAOLA1: Du hast in der U19 begonnen, spielst jetzt in der zweiten Mannschaft, trainierst bei den Profis und bist auch schon im Bundesliga-Spieltagskader gestanden. Läuft bisher alles nach Plan?

Posch: Ja schon. Sicher kann man sich viel vorstellen und es läuft dann immer ein bisschen anders, aber ich würde sagen, es läuft bis jetzt ganz gut. Es ist eine tolle Erfahrung, wenn du mit den Profis trainieren kannst und in der Bundesliga im Kader warst.

Julian Nagelsmann verblüfft als Hoffenheim-Trainer
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LAOLA1: Dein erster Trainer in der U19 war mit Julian Nagelsmann der jetzige Profi-Trainer. Welche Perspektiven zeigen er beziehungsweise der Verein dir auf?

Posch: Er ist ein sehr guter Trainer. Ich habe mit meinen Leistungen in der zweiten Mannschaft bewiesen, was ich drauf habe. Deswegen war ich auch im Kader und trainiere oben mit. Ich glaube, dass das ein gutes Zeichen ist. Mal schauen, wie es im Sommer weitergeht, aber es schaut nicht so schlecht aus. Mein Ziel ist sicher, dass ich in der Bundesliga in den Profikader komme.

LAOLA1: Die deutschsprachige Fußball-Welt schwärmt vom Trainer-Wunderkind Nagelsmann. Du erlebst ihn hautnah. Was zeichnet ihn aus?

Posch: Ich bin Spieler und will den Trainer nicht zu viel beurteilen, aber er hat eine Gewinner-Mentalität, die einzigartig ist, und taktisch ist er überragend.

LAOLA1: In einem detaillierten 11-Freunde-Portrait von Nagelsmann ist von seinen 31 Prinzipien die Rede. Hast du alle drauf?

Posch (lacht): Das muss der Trainer wissen!

LAOLA1: Wie anspruchsvoll ist es, was er von euch will?

Posch: Es ist schon anspruchsvoll, aber Taktik ist auch sehr wichtig, das wird immer mehr werden. Er spielt einfach einen sehr modernen Fußball. Jeder muss etwas zeigen. Egal wer man ist, man muss Leistung bringen.

LAOLA1: Inwiefern baut er auf dich. Den Kaderplatz gegen Darmstadt wird er dir nicht geschenkt haben.

Posch: Geschenkt kriegt man den keinesfalls. Das war durch meine Leistungen, und ein bisschen Glück war auch dabei, dass Benjamin Hübner gelbgesperrt war. Aber ich glaube, ich habe mir das auch verdient.

"Ich will, dass es nicht ein Erlebnis bleibt. Ich will, dass das irgendwann Alltag wird."

Posch über sein erstes Bundesliga-Erlebnis

LAOLA1: War dieses Darmstadt-Spiel grundsätzlich ein Erlebnis, das Lust auf mehr macht?

Posch: Man arbeitet ein Leben lang darauf hin, dass man das erleben kann. Aber ich will, dass es nicht ein Erlebnis bleibt. Ich will, dass das irgendwann Alltag wird.

LAOLA1: Momentan ist dein Alltag das Training bei den Profis. Was kann man sich abschauen?

Posch: Sehr viel! Jeder Spieler hat seine Stärken und Qualitäten. Bei jedem Training sieht man Sachen bei unseren Spielern, die man sich merken und brauchen kann, die einen weiterbringen.

LAOLA1: Inwiefern ist der Weg von Niklas Süle, der zum FC Bayern München wechseln wird, einer, an dem man sich orientieren kann?

Posch: Niki ist ein außergewöhnliches Talent. Was er schafft, schaffen nicht viele. Er ist sicher ein Vorbild, sozusagen ein Musterschüler von seinem Weg, den er gegangen ist – durch die Akademie, Profis, Nationalmannschaft, jetzt zu den Bayern. Besser kann es nicht laufen.

LAOLA1: Was ist zurzeit grundsätzlich in der Region los? Wie viel Euphorie löst der Höhenflug aus?

Posch: Die Stimmung im Stadion wird immer besser. Man spürt auch das mediale Interesse. Dass Hoffenheim so weit vorne ist, war ja nicht zu erwarten. Ich führe es darauf zurück, dass die Mannschaft sehr gut ist und der Trainer sie auf jedes Spiel perfekt einstimmt. Es wird sehr professionell gearbeitet.

LAOLA1: Es ist logisch, dass das Umfeld zu träumen beginnt, wenn man zu diesem Zeitpunkt der Saison so weit vorne liegt. Ist bei euch „Champions League“ ein verbotener Begriff oder muss man sich dieses Ziel setzen, wenn man so weit vorne ist?

Posch: Nein, ich glaube, dass es kein verbotener Begriff mehr ist. Wenn man sieht, wie weit vorne Hoffenheim jetzt ist, ist es schon das Ziel, dort zu bleiben.

Der Weg von Niklas Süle dient als Vorbild
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LAOLA1: Trotz des Erfolgs forciert Hoffenheim den eigenen Nachwuchs. Fühlst du dich in einer guten Position?

Posch: Viele Spieler wie Nadiem Amiri oder Niklas Süle sind aus der eigenen Akademie gekommen. Man sieht es aber auch an den Ergebnissen der eigenen Jugend. Hoffenheim war in den letzten drei Jahren immer im Finale der U19-Meisterschaft. Wir haben eine der besten Jugend-Abteilungen in Deutschland.

LAOLA1: Teil dieser Arbeit ist mit Andreas Ibertsberger ein Österreicher, derzeit ist er dein Co-Trainer in der zweiten Mannschaft. Wie sehr hilft es, einen Landsmann im Trainerstab zu haben?

Posch: Wir verstehen uns gut. Er arbeitet mit mir gleich wie mit den anderen Spielern, außer dass wir ab und zu im Dialekt reden, wenn wir Video-Analyse haben (lacht). Es „gfreitmi“, dass ein Landsmann von mir hier ist.

LAOLA1: Ein weiterer Österreich-Konnex ist Baris Atik, mit dem du zusammengespielt hast und der nun bei Sturm Graz aufzeigt.

Posch: Er war auch bei uns gut, hat immer seine Leistung gebracht, die Gegner vorne aufgemischt. Er ist klein, quirlig, hat viele Tore für uns gemacht. Er war ein wichtiger Spieler unserer Mannschaft. In meinen Augen war der Schritt für ihn sicher gut. Er macht es auch ganz gut in Graz.

(Zum Genießen: Das Traumtor von Atik gegen den Wolfsberger AC)

LAOLA1: Du bist inzwischen zwei Jahre weg aus deinem Heimatland. Wie viel Reife gewinnt man?

Posch: Ich war zwar auch schon von zu Hause weg, als ich bei der Admira im Internat war, aber es ist schon etwas anderes, weil ich hier alleine in einer Wohnung lebe. Aber das macht mir nichts, ich fühle mich wohl. Natürlich wird man viel selbständiger. Aber mittlerweile bin ich eh schon bald 20, also wird es eh Zeit, dass ich selbstständig bin (lacht)

"Ich war eigentlich nur kurz bei Sturm Graz und bin dann zur Admira, weil meiner Meinung nach die Infrastruktur der dortigen Akademie besser war."

Stefan Posch

LAOLA1: Du bist Steirer, warst zwischenzeitlich auch in Graz. Warum hat es dich eigentlich zur Admira verschlagen?

Posch: Ich war eigentlich nur kurz bei Sturm Graz und bin dann zur Admira, weil meiner Meinung nach die Infrastruktur der dortigen Akademie besser war. Ich hätte ja auch in Graz ins Internat gemusst, aber bei der Admira ist es vom Internat und der Schule her einfacher, nicht so zeitaufwändig wie in Graz. Mein Bruder war auch schon da, hat gute Erfahrungen bei der Admira gemacht, also bin ich auch dorthin gewechselt.

LAOLA1: Dein Bruder Philipp spielt immer noch für die Admira. Wie beurteilst du seinen Weg?

Posch: Er ist bei der Admira geblieben. Manchmal spielt er, manchmal nicht. Jeder Weg ist unterschiedlich und er wird seinen Weg auch noch weitergehen.

LAOLA1: Hast du die Schule eigentlich noch in der Südstadt abgeschlossen?

Posch: Ich habe im letzten Jahr per Fernschule die Matura gemacht. Ich hatte nur noch ein Jahr, und es wäre blöd von mir gewesen, wenn ich abgebrochen hätte.

LAOLA1: Immer wieder in der Heimat bist du, wenn es zu den Nachwuchs-Nationalteams geht. Du bist jetzt ins U21-Team aufgerückt. Welche Ziele verfolgt ihr?

Posch: Unser Ziel als Mannschaft ist, dass wir uns für die EM qualifizieren. Wir müssen jedes Spiel alles geben, weil es nicht leicht wird. Aber wir haben eine gute Mannschaft und auch gute Chancen.

LAOLA1: Vom Arbeitgeber her sticht dein Positionskollege Philipp Lienhart heraus, Real Madrid ist eine Hausnummer. Wie klappt das Zusammenspiel mit ihm?

Posch: Ich verstehe mich gut mit ihm, auch im Spiel ist es gut mit ihm zu spielen. So lange kennen wir uns noch nicht, aber im ersten Spiel hat es gleich gut funktioniert.

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