Schon in der vergangenen Zweitligasaison hatte er viel Verantwortung auf dem Platz übernommen. "Jetzt werde ich das noch ein Stück weit mehr versuchen, aber auch neben dem Platz", so Friedl.
Dabei ist er nicht alleine, der Spielerrat spielt auch eine wichtige Rolle. "Wenn es Entscheidungen in der Mannschaft zu treffen gibt, dann machen wir das zusammen, da bin ich nicht alleine", betont der Tiroler. Alleine ist er auch nicht als österreichischer Kapitän in der Bundesliga, hat doch Christopher Trimmel dieses Amt bei Union Berlin inne.
Bei Bremen wandert Friedl auf den Spuren von ÖFB-Rekord-Teamspieler Andreas Herzog und Zlatko Junuzovic, die auch Spielführer beim Klub waren. "Es ist schön in einem Atemzug mit ihnen genannt zu werden", so Friedl.
Tiroler ist "heiß auf jedes Duell"
Er verlängerte seinen Vertrag am 1. Juli langfristig, zog also das bewährte Umfeld einem Transfer vor. "Im Verein ist wieder eine Aufbruchstimmung zu spüren, die ganze Stadt steht hinter dem Klub, es macht unglaublich viel Spaß hier zu sein", betont Friedl.
Die Euphorie und den Schwung gelte es nach einer "intensiven Vorbereitung" ins Oberhaus mitzunehmen. "Die Bundesliga zählt für mich zu den Top-Drei-Ligen der Welt, ich bin heiß auf jedes Duell", sagt Friedl voller Vorfreude.
Welche Rolle die Bremer spielen können, wird sich erst weisen. "Unser Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt und dass wir so wenig wie möglich mit dem Abstiegskampf zu tun haben", gibt Friedl die Marschroute vor.
Ganz andere Vorzeichen
Die Vorzeichen für sein Team sind ab sofort gänzlich andere. "Letztes Jahr waren wir in fast jedem Spiel der Favorit und hatten viel den Ball. Jetzt werden wir sicher viele Spiele haben, in denen wir weniger Ballbesitz haben", vermutet der ÖFB-Teamspieler.
Eine gute Defensive soll der Schlüssel für den Erfolg sein. "Unser Fokus muss darauf liegen kompakt zu stehen, wenig zuzulassen und nicht unnötig irgendwelche Gegentore zu fressen." Das wäre auch nach dem Geschmack von Ole Werner, der nach seiner Amtsübernahme Ende November 2021 die richtigen Hebel in Bewegung setzen konnte.
"Er passt perfekt zu uns", so Friedl. Als "verlängerter Arm" vom Trainer am Platz wollte er sich nicht bezeichnen. "Aber wir führen schon einige Gespräche, auch nicht nur über Fußball", so Friedl.
Friedl will sich weiter für ÖFB-Team empfehlen
Er selbst glänzte 2021/22 nicht nur in der Defensive, am Ende standen auch vier Tore und drei Assists zu Buche.
"Ich habe mir da nicht irgendeine Messlatte gesetzt, die ich erreichen muss. Mein Hauptaugenmerk liegt schon auf der Verteidigung. Sollte ich aber die Chance bekommen, einen reinzuhauen, wäre das schon cool", meint Bremens Neu-Kapitän.
Er verpasste in der Vorbereitung kein Training, ist daher topfit und für die neue Aufgabe samt 77. Spiel in der Bundesliga am Samstag in Wolfsburg gerüstet.
Dabei will er sich auch weiter für das ÖFB-Nationalteam empfehlen, das Ende September zum Nations-League-Gruppenabschluss in Frankreich und gegen Kroatien antritt. "Es sind Super-Spiele, die uns erwarten, es ist immer schön wenn man sich mit den Weltbesten messen kann", sagt Friedl. Fünf Länderspiele hat er in den Beinen.