Philipp Lahm ist Fußballer des Jahres

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Einer der erfolgreichsten deutschen Fußballer hat in der letzten Saison seine Karriere beendet. Philipp Lahm ist – obwohl er Spieler von Bayern München war – deutschlandweit sehr beliebt. Trotzdem gibt es Stimmen, die mit seiner Wahl zum Fußballer des Jahres nicht einverstanden sind – zumal es andere Spieler gab, die in der letzten Saison erfolgreicher waren

Der "Fußballer des Jahres"-Preis ist in Deutschland sehr begehrt. Klar, denn die Auszeichnung ist nicht nur ein Beleg der persönlichen Leistung, die ein Fußballspieler im letzten Jahr erbracht hat, sondern zeitgleich auch ein Popularitätsschub, der für manch einen Spieler bisher geschlossene Türen öffnen kann – aus sportlicher, aber auch aus finanzieller Sicht. Lukrative Werbedeals gehen mit solch einer Ehrung nämlich oft einher.

Um die Zukunft muss sich der aktuelle Fußballer des Jahres also keine Sorgen machen, auch wenn Philipp Lahm seine Karriere mit der letzten Saison beendet hat. Mehr muss sich da bereits der FC Bayern sorgen, der einen der wertvollsten Spieler des Teams und seinen Kapitän verliert. Mit Joshua Kimmich steht aber schon ein hoffnungsvolles Talent und ein fast gleichwertiger Ersatz bereit.

Ob der Wegfall von Lahm sich am Ende positiv oder negativ auf die Teamleistung auswirken wird, ist noch nicht abzusehen. Bei den Wettanbieter wird der deutsche Rekordmeister jedenfalls zusammen mit Real Madrid und dem FC Barcelona weiterhin zu den Titelfavoriten in der Champions League gezählt. Wetten auf den FC Bayern sollten sich laut Wetten.eu also auch weiterhin auszahlen.

Zahlreiche Angebote für die Zeit nach der aktiven Karriere sollen unterdessen bereits ins Haus der Familie Lahm eingegangen sein, darunter unter anderem auch ein Jobangebot beim FC Bayern als Sportdirektor.

Infografik: Die Karriere des Philipp Lahm - eine Erfolgsgeschichte

Doch Philipp Lahm sagte ab. Der Posten sei für ihn nicht interessant. Außerdem wolle er erst einmal Abstand gewinnen vom Fußballgeschäft, was allerdings kein Goodbye für immer sein soll. Denn dass Lahm eines Tages zum Fußball zurückkehrt, das dürfte klar sein, auch wenn die Position noch nicht feststeht.


VIDEO - Das letzte große Interview von Philipp Lahm bei FCBayern.tv


Viele Glückwünsche – aber auch Unverständnis über Auszeichnung

Die letzte Saison verlief für Lahm allerdings eher suboptimal. Zwar war der ehemalige Kapitän des FC Bayern mit seiner letzten Spielrunde zufrieden, allerdings dürfte klar sein, dass sich einer der erfolgreichsten deutschen Fußballspieler etwas mehr erhofft hatte. Zwar wurde er mit dem FCB wieder einmal Deutscher Meister, aus dem Sieg im DFB-Pokal wurde aber leider nichts.

Und auch in der Champions League war – wieder einmal – Schluss, als man auf Real Madrid traf. Zwar war das Ausscheiden auch mit Fehlentscheidungen des Schiedsrichters verbunden, viel Trost dürfte dies Lahm aber nicht spenden. Und da dürfte auch die Wahl zu Deutschlands Fußballer des Jahres nicht viel helfen.

Genau dafür hagelt es aber von vielen Seiten Kritik. Denn warum Lahm vom Sportmagazin "kicker" ausgezeichnet wurde, ist nicht so ganz klar. Immerhin gab es mit Toni Kroos einen deutschen Spieler, der bei Real Madrid spielt, in Spanien gefeiert wird wie wenige zuvor – und die Champions League sowie die spanische Meisterschaft holte. Trotzdem wurde Kroos nur auf den zweiten Platz gewählt.

Platz Spieler Verein Stimmen
1 Philipp Lahm FC Bayern München 242
2 Toni Kroos Real Madrid 192
3 Pierre-Emerick Aubameyang Borussia Dortmund 120
4 Robert Lewandowski FC Bayern München 55
5 Anthony Modeste
  1. FC Köln
42

"Ich dachte, für das Lebenswerk gibt es einen Echo oder eine Auszeichnung der Sporthilfe. Fußballer des Jahres ist in diesem Zusammenhang neu", schreibt ein Fußballfan auf dem Portal "11freunde.de". Und auch Toni Kroos‘ Berater Volker Struth übt Kritik, auch wenn er die fußballerischen Verdienste Lahms nicht abstreitet:

"Dass Philipp Lahm eine außergewöhnliche Karriere beendet und sich viele Erfolge und Verdienste für den deutschen Fußball erworben hat, steht außer Frage. Wenn aber ein Fußball-Fachmagazin die Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten zur Wahl des, Fußballer des Jahres 2017' aufruft, muss der herausragende Spieler der vergangenen Saison gewürdigt werden. Und das war ohne Zweifel Toni Kroos."

Struth sprach gar davon, dass man die Wahl "ad absurdum" geführt habe. Vor allem seien emotionale, keine fachlichen Gesichtspunkte von den Sportjournalisten herangezogen worden. In seiner Kritik sieht sich der Spielerberater auch von Medien- und Vereinsseite bestätigt, wo viele Vertreter seine Meinung teilen würden. Philipp Lahm selbst sagte dazu: "Es ist eine große Auszeichnung, Ich denke, dass die deutschen Sportjournalisten bei dieser Wahl wohl meine ganze Karriere gesehen haben."

Nagelsmann und Maroszan ebenfalls gewählt

Allerdings gibt es auch Preisträger, bei denen sich die Öffentlichkeit einig ist, dass die Auszeichnung auch verdient ist. Bei den Trainern wurde Julian Nagelsmann zum "Trainer des Jahres" gekürt. Damit setzte sich der Trainer knapp gegen den Freiburger Coach Christian Streich durch, der mit seinem Team überraschend die Qualifikation für die Europa League schaffte, obwohl vor der Saison 2016/2017 nicht einmal klar war, ob Freiburg die Liga halten könne.

Doch am Ende war es der Trainer der TSG Hoffenheim, der sich mit insgesamt 273 Stimmen durchgesetzt hat. Mit der TSG darf der gerade einmal 30-jährige Coach in der kommenden Saison in der Champions League antreten, wenn dann die Qualifikation gelingt. Die letzte Spielrunde hat Hoffenheim nämlich auf den vierten Rang abgeschlossen, der zur Quali-Runde für die höchste europäische Spielklasse berechtigt.

Platz Spieler Verein Stimmen
1 Julian Nagelsmann TSG Hoffenheim 272
2 Christian Streich SC Freiburg 161
3 Ralph Hasenhüttl RB Leipzig 107
4 Thomas Tuchel Borussia Dortmund 80
5 Peter Stöger
  1. FC Köln
76

Bei den Frauen wiederum konnte sich Dzsenifer Marozsan durchsetzen. Die Spielerin von Olympique Lyon und Spielführerin der DFB-Elf ist derzeit mit der Frauen-Nationalmannschaft bei der EM in den Niederlanden aktiv und hofft dort, für die DFB-Elf den siebten EM-Titel in Folge holen zu können. Bislang läuft es allerdings noch nicht rund. Ein 0:0 gegen Schweden und ein knapper 2:1-Erfolg gegen Italien zum Auftakt ließen auch Kritik an der Kapitänin aufkommen.

Als aktuelle Fußballerin des Jahres wird die 25-Jährige aber schon bald zu ihrer Topform finden. "Von Dzseni wird immer mehr als von anderen erwartet, weil sie ein unglaubliches Potenzial hat. Sie ist eine sehr wichtige Spielerin für uns und ich bin mir sicher, dass sie sich im Turnierverlauf wie alle unsere Mädels noch steigern wird", so die Bundestrainerin Steffi Jones. Bereits im Spiel gegen Russland reicht der Mannschaft schon ein Punkt, um ins Viertelfinale einzuziehen. Experimente wird es also nicht geben und die Frauenmannschaft wird gewiss mit ihrem Star, der Fußballerin des Jahres, antreten.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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