Nach Abstieg: Fans attackieren Schalke-Spieler

Nach Abstieg: Fans attackieren Schalke-Spieler
 

Schalke 04 muss aus der deutschen Bundesliga absteigen. Das ist seit Dienstagabend für die Fans der "Königsblauen" traurige Gewissheit.

Bei einigen Anhängern ist die Enttäuschung über den Abstieg nach dem Spiel der Schalker gegen Bielefeld in Wut umgeschlagen. Bei der Rückkehr der Mannschaft nach Gelsenkirchen ist es in der Nacht auf Mittwoch im Rahmen eines Austauschs zwischen der Mannschaft und Fan-Gruppierungen zu Attacken gegen Spieler und Mitarbeiter des Klubs gekommen.

Rund 500 Fans haben den Schalke-Tross bei der Rückkehr beim Stadion erwartet. "Im Rahmen dieses Aufeinandertreffens haben aus der Menge einzelne, bislang nicht zuzuordnende Personen Grenzen überschritten, die für den FC Schalke 04 nicht verhandelbar sind", heißt es vom Klub.

Es soll Pyrotechnik gezündet und Gegenstände geworfen worden sein. Polizei-Kommissar Matthias Büscher spricht in der "Bild" von "massiven Aggressionen": "Zwei Spieler sollen getreten worden sein, es flogen Eier und Pyrotechnik. Die Spieler rannten weg, unsere Beamten der Hundertschaft haben dann eingegriffen."

"Bei allem verständlichen Frust und aller nachvollziehbaren Wut über den Abstieg in die 2. Bundesliga: Der Verein wird es niemals akzeptieren, wenn die körperliche Unversehrtheit seiner Spieler und Mitarbeiter gefährdet wird. Genau das ist in der vergangenen Nacht aber durch die Handlungen von Einzelpersonen geschehen. Der Klub verurteilt dieses Verhalten aufs Schärfste und stellt sich selbstverständlich vor seine Mitarbeiter", heißt es von Seiten der Schalker, die den Vorfall nun aufklären wollen.

Verletzte soll es zum Glück keine gegeben haben.

Vereinsikone fordert: "Aus diesem Team müssen ganz viele weg"

Nach dem vierten Abstieg des Klubs aus der Bundesliga versicherte Coach Dimitrios Grammozis, dass sich Schalke in den verbleibenden vier Spielen "vernünftig verabschieden" werde. Danach steht der schwere Gang in die 2. Liga an. Es sei eine "bittere Stunde für alle Schalker" - vor allem für Fans und Mitarbeiter des Klubs". "Deswegen sind wir brutal enttäuscht, dass jetzt die Gewissheit da ist", betonte Grammozis. Ziel sei, eine schlagkräftige Truppe zu haben, auf die die Fans wieder stolz sein können.

Der 42-Jährige ist der fünfte Schalke-Coach dieser Saison. Nur insgesamt 13 Punkte wurden bisher geholt, beim Torverhältnis von 18:76. "Wir müssen einfach schauen, dass wir Jungs wiedergewinnen für diesen Verein, die auch das Emblem würdig tragen. Dass sie wissen, was Schalke ist. Worauf sie sich hier einlassen", sagte Grammozis. In den sozialen Medien brachten viele Schalke-Anhänger Trauer und Enttäuschung, aber auch Treue zum Revierklub und Zuversicht für bessere Zeiten zum Ausdruck.

Team-Koordinator Gerald Asamoah auf Sky: "Die Frage stellt sich, ob alle verstanden haben, für was für einen Verein sie spielen. Ich kann mir vorstellen, wie viele Schalker Fans zu Hause vor dem Fernseher sitzen und weinen. Wir haben alle enttäuscht. Das Emblem von Schalke zu tragen, bedeutet sehr viel, und die Frage stellt sich, ob alle das verstanden haben. Jeder sollte sich hinterfragen, ob er alles dafür getan hat, den Verein am Leben zu halten."

Auch die Spieler um Klaas-Jan Huntelaar schlichen mit hängenden Köpfen vom Platz. "Wir trauern mit unseren Fans, unseren Mitgliedern und allen Menschen, die Schalke 04 die Treue halten", sagte Sportvorstand Peter Knäbel. "Wir tun alles, um diesen Verein wieder da hinzubringen, wo er hingehört." Der Österreicher Manuel Prietl, Bielefeld-Legionär, fühlte mit den Verlierern mit: "Mir tut es für Schalke leid. Aber das ist so ein großer Klub, dass sie irgendwann wieder in der Bundesliga sind."

Vereinsikone Olaf Thon forderte indes einen "radikalen Schnitt". "Aus diesem Team müssen ganz viele weg, sonst kommen wir aus diesem Strudel nicht mehr heraus. Diese Truppe ist blutleer, da ist nichts mehr rauszuholen." Für die kommende Saison glaubt Thon, als Repräsentant, Abteilungsleiter der Traditionsmannschaft und in der Sponsoren-Acquise tätig, dass es eher nur um einen Mittelfeldplatz gehen werde, meinte aber: "Ich glaube an die Kraft des Tankers Schalke 04".

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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