Kovac, Klopp unterstützen Tuchel nach UEFA-Kritik

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"Es ist schon paradox, wenn man als Fußballer keine Zeit mehr hat, um solche Dinge als Mensch zu verarbeiten", schlägt sich Frankfurt-Trainer Niko Kovac auf die Seite von Thomas Tuchel, der nach dem BVB-Anschlag Kritik an der UEFA wegen des Termins äußerte.

Auch der Ex-Dortmund- und aktuelle Liverpool-Trainer Jürgen Klopp solidarisiert sich mit Tuchel: "Ich bin mir ziemlich sicher, wenn einer der Leute, die das entschieden haben, im Bus gesessen hätte, hätten sie die Partie nicht gespielt."

Kovac zeigt Verständnis für Dortmunder Spieler

Kovac legt nach: "Es geht immer weiter und immer höher und immer schneller", betont der ehemalige Salzburg-Spieler und -Betreuer, nachdem die Europäische Fußball-Union (UEFA) das wegen des Sprengstoffanschlags auf den Dortmund-Bus kurzfristig abgesagte Match bereits am Mittwochabend nachholen ließ. Seiner Meinung nach hätte man die Partie "auch verschieben können".

Man müsse die Dortmunder Spieler verstehen, sagt Kovac. "Wir können uns absolut nicht vorstellen, was da passiert ist. Wir können das nur versuchen. Ich kann mir vorstellen, dass es für sie sehr schwer war, gestern Abend zu spielen."

Die Frankfurter sind am Samstag (15:30 Uhr) die erste Mannschaft, die nach dem Bombenanschlag auf den BVB-Bus zu einem Bundesliga-Spiel nach Dortmund kommt. "Wir werden versuchen, dieses Spiel so anzugehen, wie wir es immer tun", meint Kovac. "Aber ich betone noch einmal: Wir versuchen es. Ich weiß nicht, wie meine Mannschaft damit umgehen wird. Ich weiß auch nicht, wie der BVB damit umgehen wird."

Sicherheitsbedenken hat der 45-jährige Eintracht-Coach vor diesem Spiel keine. "Die Sicherheitsvorkehrungen waren bei uns schon immer gut. Und sie werden jetzt bestimmt noch einmal der Situation angepasst", erklärt Kovac. "Aber wir müssen deshalb jetzt nicht mit einem Panzerwagen anrollen. Wir werden versuchen, Normalität walten zu lassen. Man weiß nie, wann etwas passiert und wo etwas passiert."

"Kann man sich sicher nicht genau vorstellen, wie das war"

Liverpool-Trainer Klopp äußert dafür Verständnis, dass Tuchel die Kritik äußerte: "Wenn man nicht im Bus sitzt, kann man sich sicher nicht genau vorstellen, wie das war." Sein Ex-Verein habe sich trotzdem hervorragend verhalten. "Ich hab' das Spiel gesehen und war sehr stolz auf Borussia Dortmund", lobt Klopp, "wie sie damit umgegangen sind und was für eine Atmosphäre sie erzeugt haben".

Der Coach räumt allerdings ein, er könne beide Seiten verstehen. "Es war zuerst mal schwierig, im engen Spielplan ein Ausweichdatum zu finden. Wann soll man die Partie spielen?", gibt der 49-jährige Deutsche zu bedenken. "Aber ich denke, jeder hätte Verständnis gehabt, wenn man gesagt hätte: 'Okay, wir spielen nicht, wir finden nächste Woche eine Lösung.'"

Er selbst sei nach dem Vorfall schockiert gewesen und habe sich große Sorgen um seine Freunde gemacht, berichtet Klopp. "Jeder kann sich denken, dass das für mich ein schwerer Moment war", erklärt der ehemalige BVB-Erfolgscoach. "Ich kenne die Straße genau. Viele meiner Freunde saßen im Bus. (...) Ich hatte wirklich Angst um sie."


Textquelle: © LAOLA1.at

Dortmund-Anschlag: Haftbefehl beantragt

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