Aussteiger Marcell Jansen: Gegen den Kicker-Strom

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Vize-Europameister, deutscher Meister, Leistungsträger bei Gladbach, FC Bayern und HSV - Marcell Jansen war eine schillernde Spielerpersönlichkeit.

Die einen ungewöhnlichen Weg einschlug, entgegen dem normalen Kicker-Strom. Mit 29 Jahren beendete der mittlerweile 32-jährige Gladbacher freiwillig seine Karriere, um als Unternehmer in die "wahre Welt" zu starten.

Mit 22 Jahren gründete der Defensivspieler seine erste GmbH, ist unter anderem Markenbotschafter von Smartbets, entwickelte Start-ups, ein eigenes Food-Konzept oder verkauft Kompressionsstrümpfe.

Das Motto "Fußball ist nicht alles im Leben" prägte Jansen schon viele Jahre, auch wenn er das Spiel immer geliebt hat, nicht jedoch das Fußball-Business an sich.

Im großen LAOLA1-Interview spricht Jansen über seine Beweggründe für den frühen Ausstieg, das schlummernde Potenzial, sich auch abseits des Platzes zu verwirklichen und das Fußball-Geschäft, das aus Sicht eines Romantikers komische Blüten treibt; sowie den Transfer-Wahnsinn, an dem man nicht teilnehmen muss.

LAOLA1: Zwei Jahre ist es her, dass du für viele überraschend mit 29 Jahren das Karriereende verkündet hast. Vermisst du die guten alten Zeiten bzw. aus welchem Blickwinkel siehst du den Fußball heute?

Marcell Jansen: Ich vermisse es schon, Stadionluft zu schnuppern und bei einem Traditionsverein vor voller Bude unter Flutlicht einzulaufen oder für das eigene Land zu spielen – das ist unersetzbar. Aber das wäre auch mit 32 so gewesen. Als Fußballer wird man diese Zeit immer vermissen, weil man sie nie mehr ersetzen kann. Aber ich trauere dem nicht mehr hinterher. Das war eine bewusste Entscheidung, mit der ich mich super wohl fühle und schön auf intensive zwölf Profijahre und die Jugendzeit – wo man viel für den Fußball aufgibt - zurückblicken kann.

LAOLA1: Du bist dem Fußball aber noch erhalten geblieben – als Fan, als TV-Experte,…

Jansen: Ich habe zwei Jahre „Sky“ gemacht, war da auch noch mal nah dran. Ich bin im Stadion, bin beim HSV das Gesicht der Stiftung „Hamburger Weg“, bin bei Borussia Mönchengladbach, besuche Freunde und schaue mir Spiele an. Natürlich macht das Spaß, ich habe viele gute Menschen auf dem Weg kennengelernt. Das bleibt natürlich.

LAOLA1: Du hast 14 Jahre für Gladbach gespielt, warst beim FC Bayern und beim HSV. Was waren für dich die prägendsten Erlebnisse als Fußball-Profi?

Jansen: Es ist natürlich schwer, weil jede Zeit einen eminent wichtigen Teil einnimmt. Das Intensivste war der Weg zum Profi, als ich mit 17 Jahren mit den Gladbach-Profis mittrainieren, mitfahren durfte, dann wieder runtergeschickt wurde. Es lief hoch und runter bis ich mir dann bei der dritten, vierten Chance den ersten Profivertrag erarbeitet habe. Gar nicht wegen der Kohle, sondern wegen diesem Meilenstein, es zum Profi-Fußballer geschafft zu haben. Dann ging es rasend schnell - von der WM 2006 im eigenen Land, Wechsel zu Bayern München mit Meistertitel und dann sieben Jahre beim HSV mit internationalen Spielen aber auch Abstiegskampf. Das ist wie im Flug vorbeigegangen. Highlights im Nationalteam waren sicher 2008 als junger Kerl im EM-Finale zu stehen, 2010 ein Tor bei einer WM zu schießen – als erstes Ur-Fohlen, noch dazu per Kopf. Aber genauso viele Tiefen, die mich als Mensch weitergebracht haben und die mir gezeigt haben, dass ich in der Lage bin, immer wieder aufzustehen – egal wie groß die Widerstände sind. Ich habe mein Level halten können und bin nicht untergegangen.

LAOLA1: Stimmt es, dass du deinen Zivildienst bei Gladbach absolviert hast und sie dich von dort weg zu den Profis dazu geholt haben?

Jansen: Stimmt, ich habe das soziale Jahr im Sport gemacht, um nebenbei trainieren zu können. Ich war noch Amateurspieler, irgendwann hatten sie zu wenige Spieler und ich durfte ab und zu bei den Profis mittrainieren, bis ich dabei geblieben bin. Ich habe den Borussia-Park wachsen sehen, wo ich wenig später auflaufen durfte und sogar ein Tor geschossen habe.

LAOLA1: Außerdem sollst du den Sprung zum Profi ziemlich spät realisiert haben, da alles so schnell ging.

Jansen: Es zu realisieren, war weniger das Problem, aber es zu verarbeiten. Du wirst mit 18, 19 Profi, spielst die WM im eigenen Land und bist plötzlich innerhalb von zwei Jahren bei Bayern München. Das kannst du in der Kürze der Zeit gar nicht verarbeiten, diese Phase fand ich nicht so gesund, wenn man sich nicht freuen oder das Erreichte genießen kann. So einfach ist das nicht für einen jungen Menschen. Das war eine sehr spannende Reise, die ich dann bewusst unterbrochen habe, weil ich Leidenschaften in andere Richtungen entwickeln konnte.

"Ich habe ja klar gesagt, warum ich mich dafür entschieden habe. [...] Da brauchte ich nicht zum nächsten Verein zu gehen, nur der Kohle wegen und um ein anderes Wappen zu küssen. Ich habe konsequent gesagt: Jetzt ist der Zeitpunkt! Ich hatte zwölf tolle Jahre und wusste, dass ich in dem Alter keine Identifikation mehr zu einem neuen Verein entwickeln konnte."

Jansen über sein frühes Karriereende

LAOLA1: Was entgegnest du Kritikern, die behaupten, deine Karriere war „unvollendet“ aufgrund des frühen Endes aus eigenen Stücken?

Jansen: Ich muss gar nichts entgegnen. Es gab nur eine Person, Rudi Völler, die ich trotz der Kritik sehr schätze und die auch wichtig ist für den deutschen Fußball. Aber mit der Meinung ist er alleine dagestanden, das konnte er auch nicht halten und hat viel Gegenwind bekommen. Ich habe ja klar gesagt, warum ich mich dafür entschieden habe. Das kam sehr gut an und ich werde noch heute darauf angesprochen. Da brauchte ich nicht zum nächsten Verein zu gehen, nur der Kohle wegen und um ein anderes Wappen zu küssen. Ich habe konsequent gesagt: Jetzt ist der Zeitpunkt! Ich hatte zwölf tolle Jahre und wusste, dass ich in dem Alter keine Identifikation mehr zu einem neuen Verein entwickeln konnte. Ich habe mich dann für meine Unternehmungen entschieden, die mir Spaß machen, wo ich viel mehr lernen kann, wo mein Herz dahintersteht und was authentisch ist. Die Entscheidung habe ich von innen heraus getroffen.

LAOLA1: „Wer so etwas macht, hat den Fußball nie geliebt“, kritisierte Völler damals.

Jansen: Genau, das war auch lange danach noch der Running-Gag meiner Follower. Die Fans wissen ja, dass ich für drei Traditionsvereine – Gladbach, Bayern und HSV – sowie Deutschland gespielt habe. Ich weiß nicht, ob es viele Spieler gibt, die so lange in ihrem Verein bleiben – gerade bei Gladbach oder Hamburg. Es ist dann schon komisch, wenn man mir das vorwirft. Ich hätte auch nach China oder in die Türkei gehen können. Es gab noch reizvollere, sportlich gute Angebote, aber am Ende habe ich mich dafür entschieden, einen anderen Berufsweg zu gehen und mein Hobby wieder zurückhaben zu wollen.

LAOLA1: Auf deiner Homepage stand: „Eines vorweg: Es gibt für mich mehr im Leben als Fußball.“ Ab wann hast du mit dem Gedanken gespielt, dass du andere Wege gehen willst?

Jansen: Mit 21 Jahren, mit dem Wechsel zu Bayern München. Warum auch immer, da habe ich mir tiefergehende Gedanken über das Leben gemacht. Der Fußball ist ein tolles Leben, aber es gibt viele andere schöne Dinge und der Sport ist begrenzt, auch von der Zeit. Aber für viele fängt das Leben erst mit 30 oder 35 an, wenn sie das Studium fertig haben. Ich hatte Bock etwas Eigenes zu machen, eine eigene Schulung nebenbei aufzubauen, mit Themen, die mich interessieren und faszinieren. Ich habe mit 22 meine erste GmbH gegründet, parallel schon an Konzepten gearbeitet und versucht, Visionen umzusetzen. Ich habe einen Spaß entwickelt und gemerkt, dass mir das gut tut und ich Input bekomme, den ich immer gebrauchen kann – vor allem wenn man aufgrund von Verletzungen oder Leistungen nicht weiterkommt. Zum Glück war das bei mir nicht der Fall, aber ich habe das unabhängig davon gemacht, um für das Leben danach vorbereitet zu sein. Denn als Leistungssportler willst du dich auch danach messen, man hat Niederlagen und Erfolge - das spiegelt Mannschaftssport auch im Unternehmertum wider. Das macht mir so viel Spaß und überwiegt am Ende gegenüber dem lethargen Fußball.

LAOLA1: Du hast öfters betont, dass du zwar den Fußball geliebt hast, aber nicht das Fußball-Geschäft an sich. Gab es da irgendeinen Knackpunkt?

Jansen: Nein, überhaupt nicht. Ich habe das Geschäft mehr als akzeptiert und auch überhaupt nicht mit Negativität oder kritischer Stimme belegt. Aber ich habe es realistisch eingeordnet. Es ist ein Business. Die Fans kriegen ja gar nicht so mit, was für ein Riesen-Theater auf einen jungen Kerl hereinbricht. Gerade mit dem Thema Geld, Ruhm und Erfolg können die meisten Menschen nicht umgehen. Ich hatte das Glück, mit meinen Eltern und meinem Finanz-Berater das realistisch einzuschätzen. Trotzdem habe ich versucht, meine Romantik doch immer beizubehalten. Ich liebe den Fußball, für das Geschäft bin ich sehr dankbar, aber es ist jetzt nicht so, dass das irgendwann nach zwölf Jahren die wahre Welt ist, die mich erwartet, wenn ich nicht mehr das Highlight auf dem Platz bin. Irgendwann kommt ein anderes Leben. Deswegen habe ich das immer getrennt.

LAOLA1: Wie siehst du dann die wahnwitzigen Entwicklungen in puncto Transfersummen, Beispiel Neymar, China-Millionen oder CL-Reform, um nur mehr die großen Klubs zu fördern? Ist es genau das, was dich bestätigt?

Jansen: Das darf und muss jeder für sich beurteilen. Ich bleibe weiter Romantiker, auch wenn Fußball fast nur mehr Business ist. Ich komme aus einer Zeit, in der ich in der Bettwäsche meines Vereins aufgewacht bin. Das fängt in der Kindheit an. Für mich bedeutet Fußball, eine Identifikation zu schaffen und auch lange in einem Verein zu bleiben, weil man auch wo ankommen will und nicht immer nur auf der Suche nach dem schnellsten Geld und der nächsten Möglichkeit ist. Das will ich mir beibehalten. Im Fußball geht es in eine andere Richtung, das verurteile ich aber persönlich nicht, denn ich habe für mich einen Ausstieg gewählt. Ich schaue mir gerne gute Spiele an. Ich hoffe halt nur, dass die kleinen Mannschaften und der Fußball unter dem Profi-Niveau nicht leiden. Der Fußball hat schon eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft. Natürlich ist es so, dass sich sehr reiche Menschen und Politiker gerne mit dem Fußball brüsten, wo man das Gefühl hat, dass es das Einzige ist, was noch positiv ist in der Welt. Das kann aber den Sport auch ein bisschen verderben. Das ist das Feedback, das man derzeit von der Fangemeinschaft bekommt. Andererseits darf man sich auch nicht verschließen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss man ein Mittelmaß finden und schauen, ob die Befürchtungen überhaupt eintreffen. Manchester City steckt nicht erst seit einem Jahr Geld en masse hinein, um den Erfolg zu kaufen, das geht seit Jahren so. Und wenn sie Glück haben, haben sie dieses Jahr mal Erfolg. Die letzten Jahre ist da nichts herumgekommen, da ist Leicester Meister geworden. Es gibt so viele tolle Fußballer, die noch unentdeckt sind in dieser Welt. Mit gutem Scouting in einem Verein muss man nicht an diesem Wahnsinn teilnehmen. Neben Mbappe oder Neymar gibt es noch fünf, sechs Spieler, die so übermäßig gehypt werden und so viel Geld kosten. Bei allen anderen sehe ich noch nicht, dass das den Erfolg bringt, weil kicken können sie alle – egal, ob der eine 80 oder 40 Millionen kostet. Das kommt auf die Mannschaftsleistung und das Sozialgefüge im Verein an, dann ist alles möglich. Wie könnte es denn sonst sein, dass Leicester in der Premier League Meister wird? Dass die nicht das Zeug haben, auf lange Zeit da oben zu spielen, ist wieder ein anderes Thema. Ich habe da noch keine Panik, aber es bestätigt mich in gewissen Dingen schon.

LAOLA1: Leicester war das Paradebeispiel, dass es dieses Fußballmärchen noch gibt. Aber bist du prinzipiell schon der Meinung, dass die Romantik darunter leidet und diese Entwicklung nur schwer aufzuhalten ist?

Jansen: Sie leidet schon, tut aber auch neue Chancen für Fußballer selber auf, sich während der Fußballzeit schon aktiv mit dem Business auseinanderzusetzen. Es gibt auch Vorteile, aber ich werde immer Fußball-Romantiker bleiben. Man muss erkennen, dass der Verein über allem steht und nicht der Einzelne. Fußball ist ein Mannschaftssport und eben nicht Tennis. Fans müssen dann selber entscheiden, ob sie den Verein oder nur die einzelnen Spieler anfeuern.

"Geld war nie mein Antrieb, weil das auch nicht wirklich funktioniert. Es gibt sicher Menschen, deren Antrieb es ist, Erfolg zu haben, die bekommen aber ihren Tribut in ihrem Sozialleben gezollt. Man muss immer eine gute Mischung finden. Wenn man hinter etwas steht, eine geile Energie reinkriegt und dafür arbeitet, wird das auch belohnt. So sieht für mich die Reihenfolge aus. Viele Leute sind neidisch, lästern über andere, anstatt selber den Arsch hochzukriegen."

Geld war nie Jansens Antrieb

LAOLA1: Du hast auch immer betont, dass Geld nie dein Antrieb im Fußball war.

Jansen: Nein. Wenn man mit vier Jahren im Kinderzimmer die Schränke kaputt schießt und dann irgendwann in der Jugend spielt, ehrgeizig ist und Bock hat, Fußball zu spielen, dann ist das nicht der Grund. Wir hatten damals nicht viel Geld. Wäre mein Papa Handballer gewesen, hätte ich das vielleicht auch mit Leidenschaft gemacht und geschaut, wie weit der Weg geht. Es war nie mein Antrieb, weil das auch nicht wirklich funktioniert. Es gibt sicher Menschen, deren Antrieb es ist, Erfolg zu haben, die bekommen aber ihren Tribut in ihrem Sozialleben gezollt. Man muss immer eine gute Mischung finden. Wenn man hinter etwas steht, eine geile Energie reinkriegt und dafür arbeitet, wird das auch belohnt. So sieht für mich die Reihenfolge aus. Viele Leute sind neidisch, lästern über andere, anstatt selber den Arsch hochzukriegen. Meine Mama hat bei Aldi mit dem Gabelstapler Kartons geschlichtet, Papa war bei Tengelmann. Die haben nicht einmal gemeckert oder sich über andere beschwert, weil die eine größere Wohnung hatten, sie sahen sich selbst dafür verantwortlich. Von diesem Glück profitiere ich, dass ich nicht die Schuld anderen gebe, sondern meine eigene Geschichte schreibe. Das machen viele falsch, es ist eine Neidgesellschaft geworden. Man läuft den falschen Werten hinterher.

LAOLA1: Trotzdem wirst du beim FC Bayern oder Hamburger SV gut verdient haben.

Jansen: Ja, ich habe sehr gut verdient. Das war geil und schön, aber es hat mein Leben nicht beeinflusst, weil es das vorher auch nicht getan hat. Ob dann auf einmal 50.000 Euro am Konto waren oder davor die 1.000 brutto als Amateur – das hat mein Leben nicht verändert. Ich habe gemacht, was mir Spaß macht, es liegt an mir, wie weit ich komme. Es hat alles rundherum verändert, man wird anders wahrgenommen, aber für mich und meine Familie nicht. Es ist banal, wie die Menschheit ausgetrickst wird – im Endeffekt ist es Papier. Ich habe ein gutes Verhältnis zu Geld, weil ich nie das Gefühl hatte, uns hat was gefehlt, obwohl wir wenig hatten. Natürlich gibt es einem Möglichkeiten, verschiedene Dinge auszuprobieren, aber ich bin auch bereit zu scheitern, zu teilen und die Konsequenzen daraus zu ziehen.

LAOLA1: Du hast dich nie nur auf Fußball reduzieren lassen, hast vor Ideen gesprudelt, mit 22 Jahren die Marcell Jansen GmbH gegründet und schon parallel ins Unternehmer-Geschäft hineingeschnuppert. Wie hat sich das entwickelt?

Jansen: Bei Bayern, raus aus meinem Umfeld in Mönchengladbach, hatte ich viel mehr Zeit zum Nachdenken. Ich habe für mich entdeckt, dass ich gerne parallel das eine oder andere probieren will. Ich wollte mich nicht durchvermarkten lassen, sondern meine Persönlichkeitsrechte behalten. Meine Eigenvermarktung passiert auf dem Platz und wenn ich den Mund aufmache. Dazu habe ich meine Firma gegründet, Projekte gestartet, um einfach in der Praxis zu lernen, was neben dem Fußball möglich ist. Viele Dinge haben funktioniert, andere wiederum nicht. Man hat aber daraus gelernt. So fing das an und wurde immer mehr. Ich habe eine zweite Leidenschaft entdeckt, etwas aufzubauen. Dieses Ziel hat mich nie losgelassen, daraus wurde vor zwei Jahren die Beteiligungsgesellschaft, wo wir Sachen bündeln und Unternehmen helfen, weiter voran zu kommen und Arbeitsplätze zu schaffen.

LAOLA1: Startups, Charity-Poker-Website, Sportklamotten von GymJunky, eine interaktive Fußball-App „BonuScore“, eigene Agentur bis hin zur eigenen Restaurant-Kette. Wie bringst du das alles unter einen Hut?

Jansen: Das Poker-Projekt ist schon länger her. Ben Green, das Food-Konzept mit Steffen Henssler, und „renovatio“-Sanitätshäuser sind die Kooperationen, die wir haben, wo jedoch operativ Leute sind, die das umsetzen und wir die Idee hatten. Ich bin aktuell eher im digitalen Bereich unterwegs und suche Leute, die das im Tagesgeschäft umsetzen. Ein digitales Thema will ich zeitnah auf den Markt bringen, da steckt meine Leidenschaft drin. Sonst bin ich Markenbotschafter für „Smartsbets“, um Transparenz in das Wettgeschäft reinzubringen. So kann ich das bündeln und bringe es unter einen Hut. Sport, Lifestyle, Gesundheit und Digital – das hat immer Bezug zu mir.

LAOLA1: Woher kommt dieser Unternehmergeist, wovon hast du dich inspirieren lassen?

Jansen: Ich weiß nicht, woher es ursprünglich kommt, das kann ich echt nicht erklären. Was mich ganz stark inspiriert hat, waren nicht nur Bücher, sondern die verschiedensten Unternehmer, die ich kennengelernt habe – vor allem in Hamburg. Es war so spannend und interessant, die auszufragen. Es hat mich so fasziniert, dass die es einfach durch Energie, Vision und keine Angst zu scheitern, geschafft haben, Arbeitsplätze für ganz viele Menschen zu schaffen. Das hat mich berührt. Das war der absolute Antrieb für mich. Aber es gibt auch Risiken, auch ich kann nicht wahllos investieren, ich bin nicht Lukas Podolski oder Philipp Lahm vom Finanzvolumen her. Gerade in der Anfangsphase musste ich gezielter und aktiver werden.

LAOLA1: Du hast das Fundament für die Karriere danach früh gelegt. Viele Fußballer stehen mit Mitte 30 ohne Job da. Müsste da noch mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden?

Jansen: Unbedingt. Es werden zum Glück immer mehr, die Karriere machen, etwa Stefan Reinartz, Simon Rolfes oder Rene Adler. Denn das Leben danach ist lang, unabhängig, ob man viel verdient hat. Aber es geht immer weiter. Wenn du dann kein Wissen hast, ist das sehr gefährlich, weil du dann mit 35 Jahren nur Fußball gespielt hast, während andere die Karriereleiter hochgeklettert sind, Jobs gehabt haben und im Ausland waren. Wenn du gut warst, hast du viel Geld verdient, aber das bringt dir hinten raus nichts. Du musst dich als Leistungssportler wieder platzieren können in deinem neuen Leben, sonst bist du frustriert. Da machen viele die Augen zu, weil das Leben ganz anders funktioniert. Die Vereine tun schon viel, aber die Berater müssen das mit den Spielern erarbeiten.

LAOLA1: Könnte es auch passieren, dass du deine Geschäfte mit dem Fußball verknüpfst?

Jansen: Ich würde es nicht ausschließen. Ich werde sicher kein Trainer einer Profi-Mannschaft werden, aber wenn die Funktion zu mir passt, etwa als Visionär oder Netzwerker – warum nicht? Man darf es am Ende nicht nur am Erfolg messen. Meine Visionen gab es unabhängig vom Erfolg, wo man sehen muss, ob die operativ zum Erfolg werden. Ich könnte mir schon vorstellen in einem Verein zu starten und daran Spaß zu haben. Um eine Vision zu erarbeiten, braucht man aber drei, vier gute Partner in einem Verein, die das mit verschiedenen Kompetenzen aufbauen. Denn der Fußball ist noch viel komplexer, denn wenn die sportlichen Höchstleistungen mal nicht stimmen, hat das direkt Auswirkungen auf dein Unternehmen. Das ist schon eine Sonderstellung im Fußball.

Textquelle: © LAOLA1.at

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