Serbien-Coach würde Schiri nach Den Haag schicken

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Das 2:1 der Schweiz über Serbien bei der FIFA WM 2018 wirbelt auch am Tag danach jede Menge Staub auf, nicht nur wegen des Jubels von Xhaka und Shaqiri.

Serben-Teamchef Mladen Krstajic lässt mit herber Kritik an Schiedsrichter Felix Brych aufhorchen: "Ich würde ihn nach Den Haag schicken, damit man ihm den Prozess macht, wie man uns den Prozess gemacht hat", sagt er vor serbischen Journalisten und ergänzt in den sozialen Medien: "Augenscheinlich sind leider nur die Serben zu selektiver Gerechtigkeit verurteilt: Früher das verfluchte Haag und heute im Fußball der Videoassistent."

Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat in den letzten Jahren zahlreiche Serben wegen schwerster Verbrechen während der Kriege beim Auseinanderbrechen Jugoslawiens (1991-1999) verurteilt. In Serbien wird von vielen behauptet, das internationale Gericht habe besonders die Serben bestraft, während nur wenige Kroaten, Albaner und Muslime für die Schandtaten in den Bürgerkriegen zur Rechenschaft gezogen worden seien.

Der serbische Fußballverband, Spieler und zahlreiche Medien in diesem Balkanland werfen dem deutschen Unparteiischen vor, durch angebliche Fehlentscheidungen das Spiel auf Kosten Serbiens beeinflusst zu haben. Vor allem kritisiert wird eine Strafraumszene nach gut einer Stunde, als Stephan Lichtsteiner und Fabian Schär Serbiens Stürmer Aleksandar Mitrovic regelrecht niedergerungen haben, Brych aber keinen Elfmeter gab.

Am Samstagabend bestätigt die FIFA den Erhalt eines offiziellen Protestbriefs mit Bezug auf die 1:2-Niederlage der Serben gegen die Schweiz.

Die Schweiz rechnet nicht mit Sanktionen

Beim Schweizer Verband rechnet man indes nicht damit, dass es für Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri nach deren Doppelkopfadler-Torjubel Sanktionen der FIFA geben wird. "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie gesperrt werden", sagt Verbands-Generalsekretär Alex Miescher im Trainingscamp der Schweizer in Togliatti.

Bisher habe sich der Weltverband auch noch nicht gemeldet. Für den Fall ist in erster Instanz die FIFA-Disziplinarkommission zuständig, in der auch ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer sitzt.

Claudio Sulser, Team-Delegierter der Schweiz, sieht keine politische Bedeutung in der Geste der beiden Kosovo-stämmigen Spieler. "Es war eine spontane Reaktion der Spieler. Auf keinen Fall eine politische Botschaft", sagt der Ex-Profi. Trotzdem habe es nach der Partie eine kurze Unterhaltung mit den beiden gegeben. "Ich habe das Ganze mit Xherdan und Granit diskutiert. Ich möchte es vertiefen, wenn wir noch einmal darüber geschlafen haben", sagt Sulser.

Allerdings wolle man sich jetzt wieder auf das Sportliche konzentrieren. Im letzten Gruppenspiel treffen die Eidgenossen am Mittwoch auf Costa Rica. Den Schweizern reicht dabei ein Punkt für das Weiterkommen.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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