"Ein sehr versöhnlicher Abschied"
Torschütze Jakob Jantscher sieht es ähnlich: "Das war ein sehr versöhnlicher Abschied für uns von der Europa League. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr wieder dabei sind und dann mehr Punkte holen."
War man im ersten Spiel in Monaco noch unterlegen, sah man diesmal eine ganz andere Mannschaft. "Im ersten Spiel in Monaco waren wir nicht gut, jetzt haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt, viele Torchancen herausgearbeitet, wir hätten sogar gewinnen können. Der Punkt ist verdient", freut sich Manprit Sarkaria.
Der Routinier und Oldie Jantscher hat in seiner Karriere schon viel erlebt, für einige Youngster war es die erste Erfahrung auf diesem Niveau. "Das ist das Entscheidende, dass wir aus den ganzen Spielen vieles mitnehmen können und gesehen haben, wo der Unterschied liegt", erklärt Jantscher. "Für viele Spieler war es die Erfahrung auf diesem Level international zu spielen. Deshalb bin ich mir sicher, wenn wir nächstes Jahr wieder in einer Gruppenphase einsteigen, werden wir mit mehr Erfahrung, mehr Selbstvertrauen und mehr Punkten rauskommen."
Der frühe Elfmeter spielte den Hausherren im vom Schnee befreiten Stadion natürlich in die Karten. Schon in der 7. Minute durfte Jantscher den Ball vom Elfmeterpunkt in die Maschen knallen.
Viel Lob, aber Gegentreffer ärgerlich
Die pure Entschlossenheit war dem Offensivspieler dabei anzusehen. Selten hat er einen Strafstoß so souverän verwandelt wie diesmal, wie er selbst bei "Sky" zugibt.
"Der war schon schwer zu halten, das ist richtig. Dafür trainiere ich auch unter der Woche. Nur, damit ich sicher bin, dass ich ihn dann reinhaue."
Weniger erbaulich war der Ausgleich durch Kevin Volland - aus dem Gestocher nach einer Standardsituation. Wenn der Trainer etwas kritisieren wollte, dann die Entstehung dieses Treffers.
"Der Sieg wäre absolut drin gewesen. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir durch Prass und Sarkaria Top-Chancen gehabt, die man einfach auf dem Level nützen muss. Sarkaria hätte uns mit seiner Chance mit 2:0 in Führung bringen können. Ärgerlich ist für mich, dass wir wieder ein Standard-Rebound-Tor hinnehmen müssen, wie gegen PSV zu Hause und auswärts gegen Real Sociedad. Da sind wir noch nicht so handlungsschnell wie die anderen Mannschaften auf diesem Top-Level."
Sarkaria, der einen Volley aus kurzer Distanz unorthodox mit der Innenseite am kurzen Eck vorbeischoss, trauert der vergebenen Riesenchance nach: "Ich werde heute nicht gescheit schlafen können. Hätte ich den gemacht, wäre es 2:0 gestanden und es wäre für die Monegassen noch schwieriger geworden, das Spiel zu drehen."
Lob von Niko Kovac: "Sturm hat es außerordentlich gut gemacht"
Lob erntete Sturm auch vom Gäste-Trainer, der Österreich nur allzu gut kennt: Niko Kovac. "Ich finde, Sturm hat das außerordentlich gut gemacht. Besonders in der ersten Halbzeit waren sie sehr aggressiv und haben hoch gepresst. Zweite Halbzeit war das Spiel offener, wir hatten mehr Räume und haben uns bessere Chancen herausgespielt. Sturm Graz ist sicher ein Team, das Zweiter werden kann in Österreich, der erste Platz ist mit Salzburg fix."
Dabei klingt auch durch, für wen weiterhin das Herz schlägt. "Sturm spielt jetzt in Klagenfurt bei Peter Pacult. Ich kenne ihn, das wird ein sehr aggressives Spiel. Ich wünsche Sturm viel Glück, aber Salzburg mehr", stellt der ehemalige Co-Trainer der Bullen klar.
Positives EL-Resümee: "Einfach geil"
Das Europa-League-Fazit der Steirer fällt trotz vier Niederlagen und zwei Remis positiv aus, weil man viel lernen und für die Zukunft mitnehmen konnte.
"Man hat schon gesehen, dass gewisse Unterschiede bestehen, aber wir haben uns über die Spiele daran gewöhnt und sind besser geworden. Wir haben ziemlich gute Leistungen phasenweise gezeigt. Wenn wir es nächstes Jahr wieder schaffen, in die Gruppenphase zu kommen, werden wir ein Stück weit mehr Erfahrung haben und das besser meistern", ist sich Jantscher bei "Sky" sicher.
Torhüter Jörg Siebenhandl ist zwiegespalten. "Es ist ein bisschen geteilt. Zwei Punkte sind grundsätzlich okay, aber in manchen Spielen hätten wir mehr mitnehmen können. Erfahrung sammeln war gut, wir haben uns zwischendurch steigern können, aber es war teilweise zu viel Respekt. Ich glaube, dass wir noch besser sein können, als wir in der Gruppenphase gezeigt haben."
Für Sarkaria war es "einfach geil, du spielst einfach gegen die besten Mannschaften der Welt. Das macht einfach Spaß." Das Schlusswort hat jedoch Ilzer, der seiner Mannschaft keine Vorwürfe machen kann und selbst wichtige Aspekte mitnehmen kann.
"Jedes Mal, wenn du vor große Herausforderungen gestellt wirst, ist das ein großer Erfahrungsschatz. Das kann das Trainerteam genauso mitnehmen wie die Spieler. Wir waren in der Gruppe extrem gefordert, aber es war eine sehr gute Zeit."