Sturm-Coach Ilzer stolz: "Jungs haben Sieger-Gen"

Sturm-Coach Ilzer stolz: Foto: © GEPA
 

Der SK Sturm Graz hat sich bei Real Sociedad teuer verkauft.

Trotz des Fehlens von fünf Stammkräften, unter anderem dem kurzfristigen Ausfall des Corona-erkrankten Kelvin Yeboah, konnten die Steirer dem spanischen Tabellenführer auswärts ein 1:1 abringen (Spielbericht >>>).

Ein Top-Ergebnis, wenn man die Umstände bedenkt. Ein Top-Ergebnis, wenn man die 30 Chancen der Hausherren Revue passieren lässt. Doch eine mannschaftlich geschlossene Leistung und eine vor allem defensiv bärenstarke Darbietung waren für den ersten Punkt in Gruppe B verantwortlich.

"Ein grandioser Punktgewinn. Man sieht, was möglich ist, wenn man als Einheit auftritt. Natürlich hatten wir in der ein oder anderen Situation auch das nötige Glück. Wir haben demgegenüber aber auch ein richtig gutes Tor über drei Stationen erzielt", freute sich Sturm-Coach Christian Ilzer nach dem Schlusspfiff. "Wir haben eine Riesenfreude mit dem Punkt und haben alle Energie und Leidenschaft auf den Platz gebracht."

Da es am Ende aber nur zu einem Punkt reichte - auch wenn sich dieser wie ein Sieg anfühlt - kann man Ilzers Aussage mit einem Lächeln deuten: "Die Jungen haben dieses Sieger-Gen in sich und sind aufgrund der Ausfälle noch stärker zusammengerückt."

Vom Auftritt seiner Schützlinge war er aber bei "Sky" völlig euphorisiert, das erzwungene Glück und das Resultat waren schlussendlich "extrem befreiend": "Wahnsinn, wie engagiert wir aufgetreten sind, alles wegverteidigt und ein wundervolles Tor gemacht haben. Große Gratulation an mein Team. Wie wir verteidigt haben - ich denke, wir haben mit zwei Torhütern gespielt, und beide waren Klasse."

"Wir haben alles wegverteidigt"

Bei der zwischenzeitlichen Regenschlacht inklusive Hagel stand das Spiel mehrmals auf der Kippe, doch Sturm hielt dem Druck stand. Die überraschende Führung von Jakob Jantscher hat die Grazer in eine erwartungsvolle Ausgangsposition gebracht.

"Super Stimmung, unglaubliches Wetter, wir können alle sehr zufrieden sein mit dem Punkt. Das ist eine Topmannschaft. Wir haben top dagegengehalten. Ich bin stolz auf die Mannschaft, vor allem auf die Verteidigung, die heute alles geblockt hat, jede Flanke, jeden Schuss. Wirklich top", war der Torschütze glücklich, dass sein Treffer am Ende für einen Punkt reichte.

Trotz des schwarzen Herbstes aus Sturm-Sicht hat die Mannschaft bewiesen, dass sie Rückschläge wegstecken kann. Die Leistung im Baskenland war aller Ehren wert.

"Wir sind als Underdog hergefahren, aber wir haben gewusst, es ist etwas möglich - wenn wir unsere PS auf den Platz bringen. Wir haben alles wegverteidigt, haben uns in jeden Schuss, jeden Pass und jede Flanke reingehaut. Ich glaube, wir können stolz sein auf uns", hatte David Affengruber großen Anteil an der Abwehrschlacht.

Ein Erfolg, den spanischen Tabellenführer zu ärgern

Ob es die arbeitsintensivste Partie überhaupt für ihn war, beantwortete er im "ORF" folgendermaßen: "Ich denke schon, heute haben wir viel zu verteidigen gehabt. Die letzten Europa-League-Nächte auch schon, aber heute ist es uns noch besser gelungen. Deswegen nehmen wir heute einen Punkt mit."

Der Fakt, den spanischen Tabellenführer - noch vor Real Madrid, FC Sevilla, Atletico und weit vor dem FC Barcelona - geärgert zu haben, gefiel allen Beteiligten fast am meisten.

"Man kann schon sagen, dass es ein spannender Fußballabend war. Wir fahren mit einem Unentschieden nach Hause. Das ist ein Erfolg für uns, das ist der spanische Tabellenführer. Wir sind glücklich", war Manprit Sarkaria begeistert und meinte zu seinem Assist: "Es hat sich sehr gut angefühlt, das passiert nicht jeden Tag, dass du einen Assist gegen den spanischen Tabellenführer, eine Top-Mannschaft machst."

Auch Affengruber ist "natürlich stolz auf die Mannschaft, weil wir nehmen einen Punkt beim spanischen Tabellenführer mit. Das ist nicht irgendeine Liga, das wissen wir. Deshalb ist ein Punkt gar nicht mal so schlecht."

Affengruber: "Das finde ich noch cooler"

Der Fakt, das Aussichtslose in San Sebastian zu erreichen, motivierte umso mehr. Zumindest Affengruber sah sich dadurch noch mehr angetrieben, beim glasklaren Favoriten etwas mitzunehmen.

"Das finde ich noch cooler, dass wir es denen zeigen, die nicht an uns glauben, und dass wir überall einen Punkt mitnehmen können. Wir können auch solche Spiele einmal gewinnen. Das werden wir dann im nächsten Europa-League-Spiel versuchen."

Zwar ist man mit nun einem Punkt auf dem Konto weiterhin abgeschlagenes Schlusslicht in Gruppe B, auswärts bei PSV Eindhoven und zum Abschluss daheim gegen AS Monaco will sich die Ilzer-Truppe aber noch einmal von der besten Seite zeigen und noch den einen oder anderen Punkt mitnehmen.

Auf den Geschmack wäre man nun endgültig gekommen.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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