"Intensives und enges Spiel"
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Royal Antwerpen ist in der laufenden Europa League noch schadlos unterwegs. Einem 2:1-Auswärtssieg bei Ludogorets Razgrad ließ das Team von Trainer Ivan Leko einen 1:0-Sensationssieg gegen Tottenham folgen.
So überrascht es nicht, dass der Fünfte der belgischen Liga die Gruppe J nach zwei Spieltagen mit sechs Punkten anführt.
Tottenham und der LASK folgen dahinter mit jeweils drei Zählern. Die Linzer müssen - ein Sieg im Rückspiel gegen Krasnodar vorausgesetzt - etwas aus Belgien mitnehmen, um die Aufstiegschancen in die K.o.-Phase zu wahren, ansonsten muss Tottenham auf der Gugl bezwungen werden.
"Es wird ein sehr intensives und enges Spiel werden", analysiert LASK-Trainer Thalhammer.
"Mit Antwerpen treffen wir auf eine Mannschaft, die uns in vielen Bereichen nicht unähnlich ist, in Detail-Situationen dann aber doch anders agiert. Wir haben Antwerpen daher sehr genau analysiert und wissen, welche Herausforderungen auf dem Platz auf uns zukommen. Auf diese Herausforderungen haben wir uns vorbereitet und verfügen über die nötigen Mittel, um sie erfolgreich zu meistern."
Sturm-Duo als Trumpf
Eine solche Herausforderung wird der Israeli Lior Refaelov darstellen. Der 39-fache ehemalige Nationalspieler, der seit 2011 in Belgien spielt, ist mit fünf Saisontoren der torgefährlichste Stürmer der Belgier. In der Europa League war er jeweils einmal gegen Ludogorets und Tottenham erfolgreich.
Doch nicht nur der Israeli wartet auf Ranftl, Trauner, Wiesinger und Co. Mit Deumerci Mbokani hat der 34-Jährige einen prominenten Mitspieler.
Der ebenfalls 34-jährige aus der Demokratischen Republik Kongo schnürte seine Schuhe vor der Ankunft in Antwerpen im August 2018 unter anderem in der Premier League für Norwich City und Hull City.
Den großen Durchbruch schaffte der Nationalspieler beim RSC Anderlecht, wo der Mittelstürmer zwischen 2011 und 2013 in 69 Einsätzen 44 Tore erzielte.
Dynamo Kiew, wo er mit ÖFB-Innenverteidiger Aleksandar Dragovic zusammenspielte, sicherte sich in der Folge die Dienste am Afrikaner, der nach zwei Leihen nach England ablösefrei in Antwerpen landete.
Für "The Great Old" erzielte Mbokani 42 Tore in 82 Spielen, steuerte außerdem 21 Assists bei.
Paralellen zum LASK
Thalhammer sieht Ähnlichkeiten in der Spielweise der beiden Mannschaften, doch auch abseits des Platzes lassen sich in der näheren Vergangenheit Gemeinsamkeiten erkennen.
Nach dem Abstieg in der Saison 2003/04 dümpelte der älteste Verein Belgiens in der zweiten Liga vor sich hin. Trotz des Status als einer der Fanmagnete in Belgien, wurde Antwerpen dem eigenen Potenzial lange nicht gerecht.
Mit dem Einstieg von Geschäftsmann Patrick Decuyper im Jahr 2015 änderte sich dies schlagartig. 2017 schaffte der Klub den Wiederaufstieg in die oberste Spielklasse, im August 2020 gelang mit dem Pokalsieg der erste Titel seit 28 Jahren. Torschütze im Finale gegen Anderlecht: Lior Refaelov.
All dies erinnert an den Absturz und die folgende Wiederauferstehung der Linzer. 2012 wurde den Linzern die Lizenz für die Bundesliga verwehrt, der Absturz in die Regionalliga Mitte war die Folge. Ende 2013 übernahmen die "Freunde des LASK" den Verein in finanzieller Notlage, richteten diesen auf und sorgten so für das Fundament für den sportlichen Aufschwung der letzten Jahre.
Ein Aufschwung, der in der schon zweiten Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase in Folge mündet.
Um länger im Rennen zu bleiben als nur in der Gruppenphase, muss heute wohl ein Punkt her. Gegen die Mannschaft mit der Eins im Wappen und in der Tabelle neben dem Namen wird es, wie Thalhammer weiß, eine Herausforderung.