Ljubicic legt es ähnlich an "wie Steff und Schwab"

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Dejan Ljubicic ist die Ruhe in Person.

Auf dem Feld und abseits des grünen Rasens strahlt er eine Selbstverständlichkeit aus, die für seine für 23 Jahre schon große Erfahrung im Profi-Geschäft spricht.

Durch seine Position lernte er unmittelbar neben Rapid-Legende Steffen Hofmann und Stefan Schwab, im Sommer wurde der sehr gläubige Mittelfeldakteur - für einige Experten doch überraschend - zum neuen Kapitän der Hütteldorfer ernannt.

Ein geschickter Schachzug, wie sich herausstellte. "Es hätten sich auch andere Spieler verdient, die Kapitänsschleife zu tragen, wie Max Hofmann, Mario Sonnleitner oder Richard Strebinger. Aber natürlich war das auch ein Grund, warum ich bei Rapid geblieben bin", gibt Ljubicic im LAOLA1-Interview zu.

Denn Anfragen waren da, von guten Klubs. Sein verpatzter Wechsel in die USA ließ ihn nicht vorsichtiger werden, doch er sieht seine Mission bei Rapid noch nicht beendet. Zwar schmerzt das Verpassen der Champions League, doch der Europa-League-Startschuss gegen Arsenal ist mehr als nur ein Trostpflaster.

Gegenüber LAOLA1 spricht Ljubicic über das Lernen von Hofmann und Schwab, was er in der Kapitänsrolle noch mehr zeigen will, wie sehr er seinen Vorgänger vermisst, wie knapp er im Sommer vor einem Wechsel stand und warum Arsenal für ihn als Guardiola-Fan nicht sein Verein ist.

LAOLA1: Der Saisonstart war aus Rapid-Sicht sehr positiv. Was war schon gut und was muss noch besser werden?

Dejan Ljubicic: Wir sind schon gut reingestartet, haben jetzt eine junge Truppe, aber hatten auch Abgänge von wichtigen Spielern wie Schwab, Knoflach, Auer und Murg. Aber ich glaube, wir werden immer besser. Gegen den LASK waren wir im Gegenpressing schon viel aggressiver als im letzten Jahr. Natürlich kann man aber noch einiges verbessern.

Der FC Arsenal konnte in der vergangenen Saison den FA-Cup in England gewinnen. Dieses Jahr gehen folgende Kicker auf den Europa-League-Titel los:

Bild 1 von 49 | © getty

Tor: Bernd Leno, 28 Jahre, Deutschland

Bild 2 von 49 | © getty

Der deutsche Nationaltorhüter ist die unumstrittene Nummer eins im Kasten der Gunners. Leno wechselte 2018 von Bayer Leverkusen nach London.

Bild 3 von 49 | © getty

Tor: Runar Runarsson, 25 Jahre, Island

Bild 4 von 49 | © getty

Im Sommer verpflichtete Arsenal den isländischen Teamtorhüter Runar Runarsson. Der 25-jährige kam von Dijon aus der Ligue 1 und ist die klare Nummer zwei hinter Leno.

Bild 5 von 49 | © getty

Verteidigung: Hector Bellerin, 25 Jahre, Spanien

Bild 6 von 49 | © getty

Bellerin ist eines der Urgesteine im Kader der Nordlondoner. Der spanische Teamspieler steht seit 2014 unter Vertrag und ist aus der Arsenal-Defensive nicht wegzudenken.

Bild 7 von 49 | © getty

Verteidigung: Gabriel, 22 Jahre, Brasilien

Bild 8 von 49 | © getty

Gabriel wurde erst im Sommer aus Lille verpflichtet. Der junge Brasilianer ist körperlich robust und erzielte bereits einen Premier-League-Treffer.

Bild 9 von 49 | © getty

Verteidigung: Rob Holding, 25 Jahre, England

Bild 10 von 49 | © getty

Holding ist schon seit 2016 beim Verein, nach seinen vielen Verletzungen aber wie ein Neuzugang für Arteta. Bleibt der Engländer endlich fit, wird er sich zum Stammspieler entwickeln.

Bild 11 von 49 | © getty

Verteidigung: Cedric Soares, 29 Jahre, Portugal

Bild 12 von 49 | © getty

Der Europameister mit Portugal ist seit Jänner beim Verein, kommt bis dato aber nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus.

Bild 13 von 49 | © getty

Verteidigung: Shkodran Mustafi, 28 Jahre, Deutschland

Bild 14 von 49 | © getty

Der deutsche Weltmeister muss sich momentan hinter den jüngeren Kollegen anstellen. Ein Wechsel stand im Raum, kam aber schlussendlich nicht zustande.

Bild 15 von 49 | © getty

Verteidigung: Calum Chambers, 25 Jahre, England

Bild 16 von 49 | © getty

Chambers ist nach seiner schweren Kreuzbandverletzung Anfang des Jahres wieder nah dran am Comeback. Am Innenverteidiger führt im Normalfall kein Weg vorbei.

Bild 17 von 49 | © getty

Verteidigung: Pablo Mari, 27 Jahre, Spanien

Bild 18 von 49 | © getty

Der 27-Jährige war seit Winter ausgeliehen und wurde im Sommer fix verpflichtet. Kommt aufgrund der starken Konkurrenz bis jetzt aber nur sporadisch zum Einsatz.

Bild 19 von 49 | © getty

Verteidigung: David Luiz, 33 Jahre, Brasilien

Bild 20 von 49 | © getty

David Luiz ist der Routinier im Team der Londoner. Der Lockenkopf hat ein hohes Standing im Team, auch wenn seine Einsatzzeiten immer weniger werden und seine Leistungen durchwachsen sind.

Bild 21 von 49 | © getty

Verteidigung: Sead Kolasinac, 27 Jahre, Bosnien-Herzegowina

Bild 22 von 49 | © getty

Kolasinac wurde den ganzen Sommer über mit einer Rückkehr in die Deutsche Bundesliga in Verbindung gebracht. Mit seinem unbändigen Siegeswillen ist er für jede Mannschaft ein Gewinn, er muss sich auf der linken Seite aber hinter Tierney anstellen.

Bild 23 von 49 | © getty

Verteidigung: Kieran Tierney, 23 Jahre, Schottland

Bild 24 von 49 | © getty

Der schottische Nationalspieler von der Isle of Man macht auf seiner linken Seite ordentlich Dampf. Sein starker linker Fuß ist auch bei Standards in der Offensive eine Waffe für Arsenal.

Bild 25 von 49 | © getty

Mittelfeld: Dani Ceballos, 24 Jahre, Spanien

Bild 26 von 49 | © getty

Ein ganz feiner Kicker, der genau zur Spielweise von Arteta passt. Er zieht die Fäden im Mittelfeld und wurde bereits zum zweiten Mal von Real Madrid ausgeliehen, wo er sich noch nicht dauerhaft durchsetzen konnte.

Bild 27 von 49 | © getty

Mittelfeld: Willian, 32 Jahre, Brasilien

Bild 28 von 49 | © getty

Wie David Luiz kam auch Willian vom Stadtrivalen FC Chelsea. Der Brasilianer ist trotz seiner 32 Jahre noch gut zu Fuß und eine willkommene Alternative für die Arsenal-Offensive.

Bild 29 von 49 | © getty

Mittelfeld: Ainsley Maitland-Niles, 23 Jahre, England

Bild 30 von 49 | © getty

Ein Allrounder für die Außenbahn. Maitland-Niles kokettierte mit einem Abgang, blieb schlussendlich aber in Nordlondon und kommt in der laufenden Saison auch auf Einsatzzeit.

Bild 31 von 49 | © getty

Mittelfeld: Thomas Partey, 27 Jahre, Ghana

Bild 32 von 49

Der Königstransfer zum Ende der Transferfrist sorgte für Ärger bei Atletico. Wird in der Mannschaft von Mikel Arteta mit seiner Wucht für Stabilität im Zentrum sorgen.

Bild 33 von 49

Mittelfeld: Mohamed Elneny, 28 Jahre, Ägypten

Bild 34 von 49 | © getty

Mit Elneny war vor der Saison nicht unbedingt zu rechnen. Nach seiner Rückkehr von Besiktas aber schon mit drei Ligaeinsätzen. Wird nach der Partey-Verpflichtung wohl wieder ins zweite Glied rücken.

Bild 35 von 49 | © getty

Mittelfeld: Granit Xhaka, 28 Jahre, Schweiz

Bild 36 von 49 | © getty

Der Schweizer ist ein absoluter Leader und immer gesetzt. Nach seinen Kontroversen mit den Fans und der Kapitäns-Debatte fühlt er sich mittlerweile wieder wohl.

Bild 37 von 49 | © getty

Sturm: Alexandre Lacazette, 29 Jahre, Frankreich

Bild 38 von 49 | © getty

Lacazette hat eine unglaubliche Torquote und in dieser Saison in vier Liga-Spielen drei Mal getroffen. Diese Form sollte er aber aufrecht erhalten, da hinter ihm vielversprechende Talente in die Mannschaft drängen.

Bild 39 von 49 | © getty

Sturm: Pierre-Emerick Aubameyang, 31 Jahre, Gabun

Bild 40 von 49 | © getty

Wurde von Arteta vor der Saison überraschend zum Kapitän ernannt. Aubameyang ist aus der Gunners-Offensive nicht wegzudenken und ist mit seinen Toren und Assists unglaublich wertvoll für das Team aus London.

Bild 41 von 49 | © getty

Sturm: Nicolas Pepe, 25 Jahre, Elfenbeinküste

Bild 42 von 49 | © getty

Letzte Saison aus Lille gekommen, konnte Pepe die hohen Erwartungen nicht immer erfüllen. Startete auch dieses Jahr holprig und ist für Arteta momentan meist nur Joker.

Bild 43 von 49 | © getty

Sturm: Bukayo Saka, 19 Jahre, England

Bild 44 von 49 | © getty

Supertalent im Anflug. Der 19-Jährige ist ein pfeilschneller Außenbahnspieler. Arteta hält große Stücke auf ihn.

Bild 45 von 49 | © getty

Sturm: Eddie Nketiah, 21 Jahre, England

Bild 46 von 49 | © getty

Und das nächste Supertalent auf Seiten der Londoner. Das österreichische U21-Nationalteam machte schon Bekanntschaft mit ihm. In zwei Qualispielen traf er vier Mal.

Bild 47 von 49 | © getty

Trainer: Mikel Arteta, 38 Jahre, Spanien

Bild 48 von 49 | © getty

Der Spanier wird im internationalen Fußball als Erbe von Pep Guardiola gehandelt. Lernte von ihm als Co-Trainer bei Manchester City und geht in seine erste volle Saison als Cheftrainer von Arsenal.

Bild 49 von 49 | © getty

LAOLA1: „Wir haben jetzt eine junge Truppe“ klingt so, als würdest du dich mit 23 Jahren schon zu den Alten zählen…was auf dem Papier stimmt, aber alt bist du auch noch nicht.

Ljubicic (lacht): Sagen wir es so: Ich bin nicht mehr so jung, aber auch nicht so alt. Aber Yusuf Demir oder Leo Greiml, die jetzt ganz wichtig für uns sind, sind halt richtig jung. Aber der Teamgeist stimmt, man sieht jeden Tag im Training, dass jeder Vollgas gibt.

LAOLA1: Die bisher einzige Niederlage in dieser Saison war jene gegen KAA Gent, wo sicherlich mehr drin gewesen wäre. Wie sehr schmerzt es dich noch immer, dass es nicht für die Champions League gereicht hat?

Ljubicic: Es war schon schade, gegen Gent hätten wir wirklich gewinnen können. Natürlich stört es mich, weil ich unbedingt einmal in der Champions League spielen will. Aber nichtsdestotrotz haben wir zumindest die Europa-League-Gruppenphase erreicht.

LAOLA1: Also wäre die Champions League schon die Krönung aller Träume gewesen?

Ljubicic: Ja, schon. Wir haben eine gute Saison mit Platz 2 gespielt, wir hätten es uns verdient. Aber wir schauen nach vorne und haben mit Arsenal diese Woche einen Top-Gegner.

LAOLA1: Die Europa League hat Rapid schon oft erreicht, selbstverständlich ist die Teilnahme aber auch nicht. Ist die Europa League doch mehr als nur ein Trostpreis?

Ljubicic: Ja, das ist nicht selbstverständlich. Wir haben gegen Lok Zagreb gewonnen. Hätten wir dort verloren, hätten wir gar nichts gehabt. Der Sieg war sehr wichtig und es ist auch für jeden Spieler etwas Besonderes, sich in der Europa League einen Schritt weiterentwickeln zu können.

"Ich bin ein Fan von Pep Guardiola – also Manchester City. Arsenal ist nicht so meine Mannschaft, aber es gibt bei uns andere Spieler, die die Gunners mögen."

Dejan Ljubicic

LAOLA1: Das Traumlos Arsenal! Was verbindest du mit der Mannschaft, was ist dir dabei sofort in den Sinn gekommen?

Ljubicic: Ich mag mit David Luiz einen Spieler der Gunners ganz besonders, wie er noch damals für PSG, Chelsea und das brasilianische Nationalteam gespielt hat. Arsenal ist ein Top-Klub, das Stadion in London und alles Drumherum ist ein Traum. Wir freuen uns, gegen solche Top-Stars zu spielen und werden alles reinhauen, um vielleicht überraschen zu können.

LAOLA1: Hast du irgendwelche Verbindungen zu Arsenal gehabt oder wen bevorzugst du in England?

Ljubicic: Ich bin ein Fan von Pep Guardiola – also Manchester City. Arsenal ist nicht so meine Mannschaft, aber es gibt bei uns andere Spieler, die die Gunners mögen.

LAOLA1: Arsenal hat trotzdem eine große Geschichte, wenn man etwa an die Invincibles (ungeschlagen Meister 2003/04), das CL-Finale gegen Barcelona (2006) oder Spieler wie Thierry Henry denkt. Wie groß ist der Brocken, der da auf euch zukommt?

Ljubicic: Das ist schon ein ganz großer Klub, wenn man an Zeiten mit Henry oder Arsene Wenger denkt. Wir freuen uns. Ich weiß, dass viele Arsenal als Top-Gegner in der Gruppe haben wollten und dazu zwei Teams, die man schlagen kann, um weiterzukommen. Man kann in diesem Spiel sicher viel lernen und mitnehmen.

LAOLA1: Die glorreichen Zeiten liegen schon einige Zeit zurück, andere Teams haben Arsenal überholt. Kann man so ein Team an einem guten Tag in Bedrängnis bringen, rechnet man sich Chancen aus oder wie geht man an so ein Spiel heran?

Ljubicic: Natürlich ist Arsenal in der Gruppe absoluter Favorit, trotzdem wird jeder Spieler alles reinhauen, um vielleicht überraschen zu können. Es ist halt schade, dass nur so wenige Fans dabei sind, die hätten uns von hinten pushen können. Das ist schon sehr bitter. Ich weiß noch, wie wir gegen die Rangers vor vollem Haus gespielt haben – da war die Stimmung schon besonders.

LAOLA1: Jetzt kommen Stars wie Aubameyang, Willian, David Luiz oder Bernd Leno ins Allianz-Stadion. Wie stellst du dich persönlich auf solche Gegner ein?

Ljubicic: Ich habe Arsenal in letzter Zeit nicht so viel verfolgt. Aber wir werden alles analysieren und Stärken und Schwächen suchen. Aber Schwächen haben sie nicht so viele. Es ist besonders, gegen solche Top-Stars im Allianz-Stadion zu spielen. Aber wichtig ist, dass ich mich auf meine Leistung und jene der Mannschaft konzentriere.

LAOLA1: Du hast Guardiola angesprochen: Mikel Arteta war lange sein Co-Trainer und gilt möglicherweise in der Zukunft als sein Nachfolger. Er wird sich einiges abgeschaut haben.

Ljubicic: Von so einem Trainer kann man Vieles mitnehmen. Guardiola ist für mich der beste Trainer und man hat auch gesehen, dass Arsenal schon besser geworden ist. Jetzt haben sie den FA-Cup und englischen Supercup gewonnen. Arteta wird ein guter Trainer werden.

LAOLA1: Rapid hat schon zwei Mal Aston Villa im EL-Playoff ausgeschaltet, nur eines von vier Spielen verloren. Zeigt das, was alles möglich sein kann gegen ein Team aus England?

Ljubicic: Ich kann mich erinnern, damals war ich noch klein, habe aber die Spiele sogar im Stadion gesehen (Anm.: 2009 und 2010). Es ist alles möglich im Fußball, aber trotzdem ist es noch immer Arsenal und wir sind Rapid. Aber wir müssen uns auf uns konzentrieren.

LAOLA1: Es gibt noch einen Spieler im Rapid-Kader, der damals schon dabei war: Mario Sonnleitner. Vielleicht kann er euch Tipps geben, wie man ein englisches Top-Team schlägt.

Ljubicic: Ja stimmt, genau. Arsenal spielt auch sehr aggressiv, aber ich glaube mit dem Trainer sind sie auch mit dem Ball eine viel bessere Mannschaft geworden.

LAOLA1: Die Frage taucht immer wieder auf: Wie stark ist Rapid heuer wirklich? War die Gala gegen den LASK der beste Beweis für euch, dass man wieder vorne mitspielen kann?

Ljubicic: Wir haben eigentlich nur einen Spieler dazugeholt, weil Murg gegangen ist. Da haben die anderen Teams wie Salzburg, LASK oder WAC schon einen Vorteil. Unser Kader ist ziemlich gleichgeblieben, aber trotzdem wollen wir wieder überraschen und auch wieder Platz zwei. Wir wollen uns weiterentwickeln, auch die jungen Spieler sollen dazulernen und wir wollen jedes Spiel gewinnen.

LAOLA1: Nach dem Abgang von Stefan Schwab gab es doch einige Fragezeichen, wie sich Rapid neu aufstellt. Du hast an seiner Seite sehr viel gelernt. Wie sehr vermisst du ihn und wie sehr geht er im Spiel selbst ab?

Ljubicic: Ich vermisse ihn schon sehr, er war sehr wichtig für mich und vor allem für die Mannschaft. Er war ein richtig guter Kapitän, als Mensch ist er überragend. Jeder Spieler konnte von ihm sehr viel dazulernen und im Mittelfeld fehlt er uns sehr, weil er viel gerackert hat. Aber das müssen jetzt andere Spieler auffangen, Dejan Petrovic und Srdjan Grahovac machen das auch sehr gut. Schwabi ist Vergangenheit, wir müssen nach vorne schauen.

LAOLA1: Rapid hat am letzten Transfertag dann auch noch Thomas Murg verloren – ein kreativer, torgefährlicher Spieler, der so wie Schwab Verantwortung übernommen hat. Sind solche Spieler aus den eigenen Reihen heraus zu ersetzen?

Ljubicic: Sicher sind das sehr gute Spieler, die wir verloren haben. Murg hat individuell schon sehr viel geleistet. Aber wir haben junge Spieler, die das machen können. Demir ist überragend, das sieht man in jedem Training. Ich habe oft mit ihm gesprochen und will ihm auch helfen, noch besser zu werden. Demir ist sehr positiv im Kopf. Wenn er so weitermacht, wird er Rapid viel Freude machen. Natürlich ist es schade, dass uns Murg verlassen hat, aber so ist der Fußball.

LAOLA1: Kommen wir zu dir: Wie knapp war es denn wirklich, dass auch du fast schon diesen Sommer gewechselt wärst?

Ljubicic: Es gab schon Anfragen und Gespräche, aber ich will mich jetzt mit der Aufgabe weiterentwickeln. Was ich von Schwab und Steffen Hofmann mitgenommen habe, möchte ich ähnlich machen. Keiner ist gleich, aber ich werde mein Bestes tun und alles für Rapid geben. Im Fußball geht es schnell, aber ich bin jetzt Rapid-Spieler und habe noch ein Jahr Vertrag.

LAOLA1: Hatte also das neue Kapitänsamt doch auch eine riesige Bedeutung und großen Einfluss auf deine Entscheidung, vorerst noch bei Rapid zu bleiben?

Ljubicic: Ja, schon. Es hätten sich auch andere Spieler verdient, die Kapitänsschleife zu tragen, wie Max Hofmann, Mario Sonnleitner oder Richard Strebinger. Aber natürlich war das auch ein Grund, warum ich bei Rapid geblieben bin.

LAOLA1: Das optimale Angebot, dass du unbedingt annehmen hättest wollen, war dann aber auch nicht dabei – oder irre ich mich?

Ljubicic: Es gab schon gute Vereine, die angefragt haben, aber das ist Vergangenheit. Ich denke nicht darüber nach, konzentriere mich nur auf Rapid und alles andere wird von selbst kommen.

"Kapitän bei Rapid zu sein, ist schon eine große Ehre. [...] Ich will daraus lernen, besser werden, für die Mannschaft da sein, wenn sie was braucht. Ich will ihr das Gefühl geben, dass sie mir als Kapitän vertrauen kann und mehr Präsenz als Führungsspieler zeigen."

Dejan Ljubicic

LAOLA1: Was bedeutet dir die Kapitänsrolle? Das Amt haben vor dir mit Schwab und Hofmann doch sehr verdienstvolle Spieler ausgeübt.

Ljubicic: Kapitän bei Rapid zu sein ist schon eine große Ehre. Ich bin schon sehr lange hier, seit der U10, weiß, wie der Verein tickt. Was für Rapid auch ganz wichtig ist: Dass ich mit 23 Jahren noch kein sehr alter Spieler bin. Ich will daraus lernen, besser werden, für die Mannschaft da sein, wenn sie was braucht. Ich will ihr das Gefühl geben, dass sie mir als Kapitän vertrauen kann und mehr Präsenz als Führungsspieler zeigen. Aber das Wichtigste ist, dass ich meine Leistungen bringe, daran werde ich arbeiten.

LAOLA1: Du hast es angesprochen: Du bist fast ein Rapid-Urgestein, trotzdem ist der Auslandswechsel immer ein Thema. Ist dieser Reiz doch größer als bei Rapid zur Klub-Legende zu werden?

Ljubicic: Ich wollte immer Profi bei Rapid werden und hier spielen. Trotzdem ist es das Ziel eines jeden Spielers, irgendwann in den Top-Ligen, der Champions League und der Nationalmannschaft zu spielen. Wohin es geht, wird sich zeigen. Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien oder England – das sind schon Top-Ligen. Aber ich will jetzt einmal mit der Schleife noch besser werden.

LAOLA1: Inwiefern hat dich dein geplatzter Wechsel in die USA im Winter auch vorsichtiger werden lassen?

Ljubicic: Ich bin nicht vorsichtiger geworden, aber dort war sehr viel Pech dabei. Die Ärzte haben mir eine falsche Diagnose gestellt, dabei ist mein Knie verletzungsfrei (Anm.: Chicago Fire attestierte beim Medizin-Check fälschlicherweise eine Kreuzbandverletzung und nahm Abstand von einer Verpflichtung). Ich war schon enttäuscht, dass das nicht geklappt hat, aber nach ein, zwei Wochen hatte ich das schon vergessen und mich nur auf Rapid konzentriert.

LAOLA1: So richtig aus der Fassung scheint es dich nicht gebracht zu haben, denn danach bist du stärker aufgetreten als davor.

Ljubicic: Ich habe sehr viel gearbeitet, als wir Pause hatten. Ich wollte alles reinhauen und habe dann eine gute restliche Saison gespielt. Aber auch als Mannschaft haben wir eine sehr starke Saison gespielt.

LAOLA1: Angeblich soll dir auch bald eine Vertragsverlängerung vorgelegt werden. Ist das für dich ein Thema – auch um Rapid im Falle eines Transfers Geld in die Kassen zu spülen?

Ljubicic: Davon habe ich bisher gar nichts gewusst, ich höre das jetzt zum ersten Mal. Ich habe noch ein Jahr und alles andere werde ich mit meinem Manager besprechen. Das wird man in den nächsten Wochen, Monaten oder erst im nächsten Jahr sehen, wie es weitergeht.

LAOLA1: Du wirkst abgeklärt, bist auch auf dem Platz der Stratege, der die Ruhe am Ball und auch sonst bewahrt. Woher nimmst du diese Ruhe, noch dazu bei einem Verein wie Rapid, wo immer etwas los ist?

Ljubicic: Ich bin wirklich so ruhig. Wenn ich auf dem Platz stehe, will ich alles für die Mannschaft geben. Solche Spieler braucht man auch, überhaupt wenn man zu Hause spielt und es nicht so gut läuft. Ich kann das Spiel beruhigen, das ist eine meiner Stärken. Aber nicht nur ich bin wichtig, sondern die ganze Mannschaft.

Textquelle: © LAOLA1.at

Rapid-Neuzugang Marcel Ritzmaier: "Das ist eine Waffe von mir"

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare