Schwarzer Tag! Finnland schockt Dänemark

 

Den Auftakt in die EURO 2020 hätte sich Dänemark wohl anders vorgstellt. Nach dem medizinischen Drama um Christian Eriksen kurz vor Ende der ersten Halbzeit, verlieren die Dänen zudem ihren EM-Auftakt in Kopenhagen gegen den Endrunden-Debütanten Finnland mit 0:1.

Die Dänen starten besser ins Spiel und kommen zu einigen guten Chancen, die ein ums andere Mal der finnische Keeper Lukas Hradecky vereiteln kann. Nach dem Vorfall um Eriksen werden die "offenen" vier Minuten der ersten Hälfte nachgespielt, bevor es in eine fünfminütige Pause geht.

Nach dieser kurzen Pause kommen die Dänen wieder aufs Feld und machen Druck nach vorne. Der Ersatzmann Eriksens, Mathias Jensen, setzt einen Fernschuss aus gut 20 Metern nur knapp über die Querlatte.

Nach exakt einer Stunde geht dann aber der Außenseiter in Führung. Nach einer präzisen Hereingabe von der linken Seite, kommt Joel Pohjanpalo aus kurzer Distanz zum Kopfball, den Torhüter Kasper Schmeichel nicht mehr abwehren kann (60.).

In Minute 73 bringt Paulus Arajuuri im eigenen Strafraum Yussuf Poulsen zu Fall, es gibt Elfmeter für Dänemark. Pierre-Emile Hojberg tritt an, schießt den Ball allerdings schwach ins rechte untere Eck. Hradecky erahnt dies und ist zur Stelle, um den Strafstoß zu parieren.

Die Finnen treffen kommenden Mittwoch auf Russland, Dänemark muss am Donnerstag gegen Belgien ran.

Spiel trotz Eriksen-Schock fortgesetzt

Beide Mannschaften wollten nach Bekanntwerden der Nachricht, dass Eriksen das Bewusstsein erlangt habe, weiterspielen, gaben Stadionsprecher und UEFA bekannt. 1:48 Stunden nach dem Vorfall wurde das Spiel um 20:30 Uhr demnach fortgesetzt. Vor dem Wiederanpfiff versammelten sich die dänischen Spieler im Kreis und hielten einige Momente inne. Für Eriksen wurde Mathias Jensen eingetauscht. Es wurden zunächst noch vier Minuten aus der ersten Hälfte gespielt, ehe eine fünfminütige Pause und der Seitenwechsel erfolgten.

Unmittelbar nach dem Kollaps Eriksens standen Spieler, Trainer und die 15.900 Zuschauer im Parken-Stadion sichtlich unter Schock. Einige dänische Teamkollegen versuchten den Behandelten abzuschirmen, bildeten einen Kreis rund um ihn. Nach gut zehn Minuten verließen die finnischen Spieler den Rasen. Die Fans reagierten beim Abtransport von Eriksen mit Applaus. Finnische Anhänger skandierten "Christian", worauf die dänischen Zuschauer mit "Eriksen"-Rufen antworteten.

Spielerisch schlugen sich die Dänen nach dem Vorfall tapfer, waren die gesamte Spielzeit die aktivere Mannschaft. EM-Debütanten Finnland setzte in der Offensive praktisch keine Akzente. Allerdings nur bis zum Treffer, der quasi aus dem Nichts fiel. Denn der bei Union Berlin kickende Pohjanpalo köpfelte in der 60. Minute eine Flanke von Jere Uronen zum ersten Tor für "Suomi" in der EM-Geschichte ein.

Dänemark lässt Chance vom Elferpunkt aus

In der 74. Minute ließ ein Strafstoß Hoffnung bei den Dänen aufkommen. Paulus Arajuuri brachte Yussuf Poulsen im Strafraum zu Fall, die Schiedsrichterentschiedung hielt der Videoüberprüfung stand. Pierre-Emile Hojbjerg scheiterte aber mit seinem Versuch in die rechte untere Ecke, die Finnlands Goalie Lukas Hradecky richtig antizipiert hatte. In der Schlussphase drückte Dänemark weiter auf den Ausgleich und fand auch eine weitere Riesenchance vor. Jannik Vestergaard brachte den Ball flach vor das Tor, Arajuuri verhinderte einen Abschluss von Andreas Olsen knapp (81.).

Das Match hatte schon vor dem Vorfall mit einer klaren Feldüberlegenheit der Dänen begonnen. Aus den teils guten Gelegenheiten schlugen die Hausherren aber kein Kapital. Dafür mitverantwortlich war - wie später beim Elfmeter - Hradecky. Der finnische Schlussmann machte etwa Chancen von Jonas Wind (7.) und Eriksen (18.) zunichte. In der 15. Minute verhinderte Hradecky mit einer Glanzparade den dänischen Führungstreffer nach einem wuchtigen Kopfball von Hojbjerg. Schüsse von Thomas Delaney (22.) und Martin Braithwaite (25.) verfehlten jeweils ihr Ziel.

Finnland ist mit drei Punkten erster Tabellenführer in Gruppe B. Abseits des Geschehens in Kopenhagen hatte das Spiel aus einem weiteren Grund historische Züge: ORF-Kommentatorin Anna-Theresa Lallitsch, die als erste Frau im österreichischen Fernsehen ein Fußball-Großereignis der Männer kommentierte, kam dabei zu einer äußerst herausfordernden Premiere.

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Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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