Allegri nahm zuletzt nicht nur die Mannschaft, sondern auch sich selbst in die Pflicht. "Wir müssen dringend aufwachen, weniger reden und mehr arbeiten." Alleine schuld an der Krise ist der Trainer freilich nicht. In Turin haben sie in der Enttäuschung über den vierten Platz und das frühe Ausscheiden in der Champions League nämlich den Wert und auch die Folgen durch Cristiano Ronaldo unterschätzt. Denn Teams mit Ronaldo müssen vornehmlich um Ronaldo herum gebaut werden. Verlässt Ronaldo den Verein, klafft in den Monaten danach nicht selten ein Loch.
Ohnehin hat der Superstar mehr mit der aktuellen Krise von Juventus zu tun als jeder andere. Sein dreijähriges Engagement kostete den Klub insgesamt fast 300 Millionen Euro. Auch deshalb wies Juventus im September einen Rekord-Verlust von 210 Millionen Euro aus. Mit diesen tiefroten Zahlen konnten die Transferwünsche des alten und neuen Trainers nicht erfüllt werden.
All dies wird im Heimspiel gegen das zuletzt allerdings gut in Schuss befindliche Zenit St. Petersburg am Dienstag möglicherweise keine Rolle spielen. Juventus könnte nach vier Runden beim Punktemaximum halten und noch vor Gruppengegner und Titelverteidiger Chelsea (6 Punkte/tritt in Malmö an) den Aufstieg perfekt machen.