Sturm-Kicker suchen Gründe für Aus gegen Ajax

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Manchmal kann man ein Scheitern auch recht knackig auf den Punkt bringen.

"Ajax ist besser als wir. Ganz einfach", meint Peter Zulj nach der 1:3-Niederlage des SK Sturm Graz in der 2. Qualifikations-Runde für die Champions League gegen Ajax Amsterdam im ersten Frust.

Die Niederländer sind mit dem Gesamtscore von 5:1 weiter, also kann man diese Erkenntnis auch so stehen lassen. Ganz so einfach zu akzeptieren ist das Zustandekommen dieses Ausscheidens für die Sturm-Kicker jedoch nicht.

"Wir wissen selbst, dass wir eine große Chance verpasst haben, das Spiel einfach spannender zu gestalten", betont Stefan Hierländer.

Hierländer: "Man muss ehrlich sein"

Daran, dass Ajax verdient in die nächste Runde aufgestiegen ist, gibt es auch für den Kapitän keinen Zweifel: "Hängen bleibt, dass wir teilweise mitgehalten haben und teilweise gesehen haben, dass uns noch ein bisschen etwas fehlt. Das muss man knallhart so sagen. Man muss ehrlich sein und sagen, dass Ajax verdient weiter ist und wir uns jetzt auf andere Aufgaben konzentrieren müssen."

Für Trainer Heiko Vogel waren es viele Kleinigkeiten, die letztlich den großen Unterschied ausgemacht haben. Für Hierländer wiegt ein Unterschied besonders schwer:

"Es geht um Erfahrung auf der internationalen Bühne. Bei uns in der Mannschaft sind viele Spieler dabei, die diese Erfahrung noch nicht so haben und sie jetzt durch diese Spiele vielleicht für die nächsten Jahre aufgesaugt haben. Es ist einfach so, dass man anders auftreten muss. Man muss die Chancen eiskalt ausnutzen, sonst gewinnt man keinen Blumenstrauß."

Eine Einschätzung, der sich Zulj vollinhaltlich anschließt. "Beim Rückspiel haben wir es in der ersten Halbzeit eigentlich richtig gut gemacht, aber uns hat die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor gefehlt beziehungsweise war der letzte Pass nicht gut genug. Bei Ajax hat man gesehen: Sobald sie im letzten Drittel sind, ist es immer gefährlich geworden. Das war bei uns nicht so. Wenn sie eine Chance haben, ist es meistens ein Tor. Bei uns nicht."

Nicht in die Ajax-Köpfe vorgedrungen

"Beim letzten Pass im letzten Drittel haben wir uns gegenseitig die Bälle weggenommen und falsche Entscheidungen getroffen, sind nicht zum Abschluss gekommen. Das müssen wir uns ankreiden lassen und aus solchen Spielen einfach lernen. Viele Spieler haben eben zum ersten Mal auf so einer Bühne gespielt."

Stefan Hierländer

Je näher Sturm dem Ajax-Tor kam, desto umständlicher agierte man. "Beim letzten Pass im letzten Drittel haben wir uns gegenseitig die Bälle weggenommen und falsche Entscheidungen getroffen, sind nicht zum Abschluss gekommen. Das müssen wir uns ankreiden lassen und aus solchen Spielen einfach lernen. Viele Spieler haben eben zum ersten Mal auf so einer Bühne gespielt. Das muss man einfach aufsaugen. Wir hätten um einiges mehr schaffen können, aber es war zu wenig", unterstreicht Hierländer.

Mangels Auswärtstor wäre es umso wichtiger gewesen, in Führung zu gehen, wie der Kärntner betont: "Wir hatten Möglichkeiten. Unser Ziel war, das 1:0 zu machen. Das haben wir nicht geschafft. Dann ist es natürlich sehr bitter, wenn man den Gegentreffer kriegt. Dann sind wir einfach nur dem Ball hinterhergelaufen, haben überhaupt keinen Ball mehr gesehen. Ajax hat das sehr gut gemacht."

Spätestens nach dem 2:0 hatten die Niederländer keinen Stress mehr. Umso wichtiger wäre es gewesen, für mentale Belastung bei Ajax zu sorgen. Dies ist Sturm in beiden Spielen nicht gelungen - Nuancen wie der ausgebliebene Elfmeter-Pfiff beim Hinspiel hin oder her.

Auch im Rückspiel konnte man nicht in die Köpfe der Favoriten vordringen. Hierländer: "Man hat gesehen, dass sie verwundbar sind. Wir wollten sie in eine Phase bringen, wo sie nachdenken. In der ersten Halbzeit ist uns das phasenweise gelungen. In der zweiten Halbzeit wollten wir das Spiel mit einem schnellen Tor noch auf unsere Seite ziehen, aber das ist uns nicht gelungen. Wir haben in der Restverteidigung einfach Fehler gemacht, sind zu hoch gestanden. Ajax hat die Qualität, dass sie das ausspielen."

Der Stachel sitzt tief

Qualität hin oder her, für Zulj hat das Rückspiel bewiesen, dass Sturm besser hätte mithalten können: "Der Gegner ist gut, aber wir sind auch nicht schlecht, das hat man speziell in der ersten Halbzeit gesehen. Wenn wir bei Ajax ein bisschen anders aufgetreten wären, wäre das Rückspiel anders gewesen."

Trainer Vogel ärgert sich im Nachhinein über seine Taktik im Hinspiel. Zurückdrehen lässt sich die Zeit nicht mehr, weshalb der CL-Traum von Sturm zum frühestmöglichen Zeitpunkt geplatzt ist und man letztlich nur an Erfahrung gewonnen hat.

"Mitnehmen kann man einiges", findet Zulj, "von Ajax kanst du sehr viel lernen. Sie haben richtig gute Qualität, lassen den Ball sehr gut laufen, sind im letzten Drittel richtig gut. Wenn wir das mitnehmen und umsetzen, können wir in der Europa League gut aussehen."

"Gerade in solchen Spielen sieht man die Qualität auf internationalem Niveau. Man kann sich sicher vieles abschauen - etwa in der Raumaufteilung von Ajax, wie sie ohne Ball spielen, wie sie es mit Ball angehen. Da kann man schon einiges mitnehmen. Aber: Wir wollten weiterkommen und das ist uns leider nicht gelungen - und eigentlich haben wir in zwei Spielen eine schöne Klatsche gekriegt", meint Hierländer.

Entsprechend überwiegt vorerst naturgemäß die Enttäuschung über dem Erkenntnisgewinn. "Das tut sehr weh, der Stachel sitzt tief", bekennt der 27-Jährige, "das Bittere ist einfach, dass es so deutlich ausgefallen ist. Das wollten wir nicht."

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