LASK-Kicker Reinhold Ranftl "könnte fast weinen"

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An einem Abend der unbeschreiblichen Emotionen beim LASK stach nach dem Weiterkommen gegen den FC Basel einer dann doch noch heraus.

Reinhold Ranftl konnte sein Glück nämlich kaum fassen - nicht nur wegen des Aufstiegs, sondern auch wegen seines Treffers zum 1:0.

"Unglaublich! Ich bin vor vier Jahren in die 2. Liga zum LASK gekommen, davor bin ich aus der Bundesliga abgestiegen - und jetzt spielen wir Champions-League-Playoff. Ich könnte fast zum Weinen anfangen!", lässt der Steirer seinen Emotionen freien Lauf.

Und ja, seine Augen waren tatsächlich ein wenig feucht vor lauter Freude.

Ranftl: "Bei Sturm Graz wurde ich abgeschrieben"

Ranftl zählt zur Kategorie Fußballer, die nicht oft im Rampenlicht stehen, denen man es aber umso mehr gönnen kann, wenn es ihnen doch einmal gelingt. Vor allem nach all der harten Arbeit, die nötig war, um solche Momente erleben zu dürfen.

"Bei Sturm Graz bin ich abgeschrieben worden, ich hätte nicht die Qualität. Fünf, sechs Jahre später spiele ich im Champions-League-Playoff. Das ist eine Genugtuung für mich."

Denn den geradlinigsten Karriere-Weg nach oben hat der 27-Jährige nicht gerade hingelegt. Seine Bundesliga-Karriere geriet im Prinzip schon ins Wanken, bevor sie richtig angefangen hat.

"Bei Sturm Graz bin ich abgeschrieben worden, ich hätte nicht die Qualität. Es reicht aus den verschiedensten Gründen nicht. So genau habe ich es nie gewusst. Aber ich bin froh, dass ich jetzt beim LASK bin. Fünf, sechs Jahre später spiele ich im Champions-League-Playoff. Das ist eine Genugtuung für mich", gibt der Rechtsverteidiger zu.

Bundesliga-Debüt für Sturm unter Schopp

Im Mai 2013 kam Ranftl unter Interimstrainer Markus Schopp, dessen Kapitän er bei den Amateuren in der Regionalliga war, zu seinen ersten vier Bundesliga-Spielen für den SK Sturm.

Es sollten nur noch zwei weitere folgen, denn der für die Saison 2013/14 neu installierte Trainer Darko Milanic setzte nicht auf ihn und ließ ihn zumeist auf der Ersatzbank schmoren.

Im Frühjahr 2014 folgte der erste Gang in die 2. Liga - leihweise zum TSV Hartberg, für den er alle Frühjahrs-Spiele über 90 Minuten absolvierte und sich für einen neuen Bundesliga-Anlauf empfehlen konnte.

Sturm ließ ihn ablösefrei zum SC Wiener Neustadt ziehen, bei dem er meist zum Stammpersonal zählte, jedoch aus der höchsten Spielklasse abstieg. Im Sommer 2015 heuerte er schließlich in Liga zwei beim LASK an und machte unter Oliver Glasner den Erfolgslauf bis hin zum Vizemeistertitel mit.

Mehr Talent haben andere

"Solche Geschichten schreibt, wie es so schön heißt, nur der Fußball. Wir haben noch einige Spieler, die auch in der 2. Liga dabei waren. Das war etwas ganz anderes. Das kann man nicht vergleichen mit einem Spiel wie gegen Basel vor ausverkauftem Haus. Die Fans haben eine unglaubliche Gänsehaut-Stimmung gemacht."

"Viele haben ja ein unglaubliches Talent. Mir wurde das nicht so in die Wiege gelegt. Wenn man nicht das ganz große Talent hat, muss man hart dafür arbeiten."

Die Frage, ob er schon zu Sturm-Zeiten geahnt hat, dass er die Klasse für Highlight-Spiele wie dieses in sich hat, ist nicht eindeutig mit Ja oder Nein zu beantworten. Was Ranftl jedoch wusste: Dass er stets hart für diesen Traum schuften muss.

"Viele Trainer haben gesagt, ich habe etwas Spezielles. Ich selbst versuche einfach tagtäglich hart zu arbeiten - ich weiß, das klingt blöd, aber es ist wirklich so", besteht er beinahe darauf, dass es keine Floskel ist und begründet auch schlüssig warum:

"Viele haben ja ein unglaubliches Talent. Mir wurde das nicht so in die Wiege gelegt. Wenn man nicht das ganz große Talent hat, muss man hart dafür arbeiten. Das versuche ich jeden Tag, manchmal gelingt es mehr, manchmal weniger."

Die Champions-League-Ansage an die Freundin

Die besseren Tage dürften überwiegen. Denn nachdem schon Glasner nur ungern auf ihn verzichtete, ist der Dauerläufer nun auch bei dessen Nachfolger Valerien Ismael gesetzt.

"Ich habe einmal zu meiner Freundin gesagt, wenn ich jemals die Champions-League-Hymne höre, kann ich eigentlich aufhören. Ich werde natürlich nicht aufhören!"

Nicht so schlecht für einen Kicker, der sich seine ersten Sporen im Erwachsenen-Fußball im Teenager-Alter in der steirischen Landesliga beim UFC Fehring verdient hat: "Mein Weg war sowieso ein bisschen anders, nicht über eine Akademie. Da hätte man sich die Champions-League-Chance nicht erträumen lassen."

Nämlich wirklich nicht. "Auch das klingt blöd, aber ich habe einmal zu meiner Freundin gesagt, wenn ich jemals die Champions-League-Hymne höre, kann ich eigentlich aufhören", lacht Ranftl und verspricht: "Ich werde natürlich nicht aufhören! Aber es wäre einfach unbeschreiblich. Davon träumt man als Kind, wenn man diese Hymne hört. Wenn ich sie jetzt dienstags oder mittwochs zu hören kriege, dann würde ich es genießen und alles geben, was im Körper steckt."

LASK auch für Brügge unangenehm

Dafür gilt es als finale Hürde den FC Brügge zu überwinden. Ranftl sieht den LASK weiterhin als Außenseiter, jedoch als gefährlichen: "Ich glaube, dass es für jeden Gegner unangenehm ist gegen uns, und das werden wir auch gegen Brügge zeigen."

Und vielleicht darf der Steirer ja auch wieder ein Tor bejubeln, wenngleich diesmal Basel-Verteidiger Raoul Petretta entscheidend mitgeholfen hat. Denn die Idee war ursprünglich eine andere:

"Ich wollte eigentlich auf Joao Klauss reinspielen. Es war ein bisschen glücklich, dass der Ball abgefälscht wurde, aber ich freue mich einfach, dass es geklappt hat."

Textquelle: © LAOLA1.at

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