These: Mit Blick auf die nächsten Wochen sollte der LASK rotieren. Gegen Liverpool etwas mitzunehmen, ist ohnehin utopisch.
Jonas Pamperl:
So übermächtig der große LFC auch wirken mag, herschenken sollte der LASK die Partie nicht.
Zum einen, weil die Tordifferenz in der Endabrechnung eine Rolle spielen könnte, und zum anderen, weil sich die Fans beim ersten CL-Heimspiel der Vereinsgeschichte (!) einfach eine bestmögliche Leistung verdienen. Natürlich werden auch sämtliche LASK-Kicker darauf drängen, gegen Liverpool spielen zu dürfen.
Das heißt allerdings nicht, dass Didi Kühbauer nicht zumindest ein wenig rotieren sollte oder könnte. Die Aufgaben in den nächsten englischen Wochen werden hart, einige Leistungsträger fehlen ohnehin verletzt oder angeschlagen. Ein unnötiges Risiko sollte der Erfolgscoach nicht eingehen.
LASK-Verletzungsupdate vor dem Liverpool-Spiel >>>
Und wer weiß - vielleicht ist sogar eine Sensation drin. Beim ersten und bislang einzigen Europacup-Heimspiel gegen die "Reds" lag der LASK durch ein Traumtor von Florian Flecker sogar über 40 Minuten in Führung. Am Ende gab es eine 1:3-Niederlage.
Michael Paral:
Der LASK hat gezeigt, dass sie alles andere als ein "Jausengegner" sind. Der FC Liverpool befindet sich nicht gerade in Topform und hat einige Baustellen in der Mannschaft. Das könnte man doch ausnutzen, oder?
Vergessen wir mal nicht auf den GAK, der 2004 das Wunder geschafft hat und den LFC an der Anfield Road mit 1:0 besiegen konnte. Nach 22 Jahren wäre es doch mal wieder an der Zeit für so einen Coup.
Mit der besten Garnitur traue ich Didi Kühbauer und seiner Mannschaft den Punktgewinn auf jeden Fall zu. Am Wochenende wartet außerdem "nur" Austria Lustenau, also kein absolutes Topspiel. Da wäre man gut beraten, gegen die "Reds" alles an Qualität aufzustellen, was man hat. Ich finde, dass auch die Spieler verdient haben, so einen Abend auf dem Platz mitzuerleben.
These: Keine spielerische Linie bei Milan: Wenn Salzburg die Individualisten wie Pulisic oder Rabiot in den Griff bekommt, ist gegen die "Rossoneri" mehr drin, als man denken mag.
Michael Paral:
Der große AC Milan ist lange nicht mehr das, was er einmal war. Es sagt schon vieles aus, wenn dein "Starspieler" ein 41-jähriger Luka Modrić ist. Die Mailänder leben aktuell von ihrer strahlenden Vergangenheit.
Jahrelang war man die Adresse für die besten Spieler der Welt wie Seedorf, Kaká, Pirlo, Maldini und viele mehr. Zu dieser Elite zählt man aber vor allem international schon lange nicht mehr.
Mit aktuell Platz fünf in der Serie A ist im Verein wohl niemand glücklich. Mit ihrer Spielweise ist diese Platzierung aber durchaus leistungsgerecht. Den Abgang von Rafa Leão konnte man bisher noch überhaupt nicht kompensieren.
Klar, wenn Pulisic einen guten Tag hat, wird es brutal schwierig, ihn zu stoppen. Die Salzburg-Defensive hat sich aber schon mehrmals sehr giftig präsentiert. Wenn dann vielleicht mal vorne ein Ball zu Tabaković durchrutscht, sehe ich realistische Chancen für die "Bullen".
Jonas Pamperl:
Da hat mein Kollege schon recht - zumindest zum Teil. Milan erlebt gerade nicht die beste Phase der Klubgeschichte, aber auch Red Bull Salzburg ist nicht am Peak, wenn man die letzten Monate und Jahre betrachtet.
Danny Röhl hat wieder eine länger nicht dagewesene Konstanz und Stabilität reingebracht, das muss man ihm lassen. Was bei dem ein oder anderen überraschenden Unentschieden nämlich untergeht: Die "Bullen" sind auch nach dem 15. Spiel in dieser Saison noch ungeschlagen.
Auch wenn die Salzburger in den bislang wichtigen Spielen (Sturm, Rapid, EL-Quali) grundsätzlich überzeugten, auf einen Gegner vom Kaliber des AC Milan trafen sie noch nicht.
Vielleicht wird das Heimspiel also ein kleiner Test, wie viel den "Bullen" zum höheren europäischen Niveau wirklich fehlt. Die Antwort könnte positiver ausfallen, als man davor glaubt.
These: Trotz sechs Ausfällen: Sturm muss gegen ein kriselndes Bournemouth punkten, damit zumindest einer der drei Bundesliga-Vertreter in dieser Woche anschreibt.
Jonas Pamperl:
Ich würde durchaus unterschreiben, dass Sturm in dieser Europacup-Woche die besten Chancen auf etwas Zählbares hat. Die Aufgabe gegen das Team von Marco Rose ist nichtsdestotrotz alles andere als leicht. Marktwert-Vergleiche mit einem Premier-League-Team kann man sich ohnehin sparen. Doch es stimmt, dass Bournemouth derzeit nicht sonderlich gut drauf ist.
Die Punkteausbeute (drei Punkte nach sechs PL-Runden) täuscht aber ein wenig: Gerade gegen Manchester City war man zum Auftakt an einem Sensationssieg dran, kassierte noch zwei späte Tore. Gegen Liverpool (0:1) ging es auch recht knapp her.
Überhaupt war das Anfangsprogramm der "Cherries" mit City, Liverpool, Everton und zuletzt Chelsea hart. Wie Sturm hat aber auch der AFC mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. So fehlen drei Leistungsträger (Scott, Kroupi und Kluivert) gegen die Grazer.
Michael Paral:
Tatsächlich bereitet mir dieses Spiel große Sorgen. Die Ausfälle treffen Sturm etwas heftiger als Bournemouth. Gegen eine komplett außer Form spielende Wiener Austria taten sich die Grazer am Wochenende doch überraschend schwer. Und das nicht, weil die Austria so gut dagegen gehalten hat. Diakité konnte da nochmal die Kohlen aus dem Feuer holen, aber ein Premier-League-Team ist nochmal eine ganz andere Nummer.
Ja, bei Bournemouth läuft es in der Liga aktuell gar nicht. Aber ich denke, genau das macht sie so gefährlich. Marco Rose braucht ein Statement und da hat er gegen Sturm die besten Chancen, um sich aus der Kritik zu schießen.
Sind die Grazer chancenlos? Natürlich nicht! Fabio Ingolitsch hat den Laden gut im Griff und massig Qualität im Kader, trotz Verletzungen. Ich sehe sie aber gerade auswärts doch als die klaren Außenseiter.