Einzelkritik zu Salzburg gegen Lokomotive Moskau

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Der FC Red Bull Salzburg startet suboptimal in die neue Champions-League-Saison (Spielbericht).

Der österreichische Double-Sieger kommt nicht über ein 2:2 gegen den russischen Vizemeister Lokomotive Moskau heraus. Die spielerische Leistung animierte über weite Strecken der Partie nicht zu Jubelsprüngen.

Während die "Bullen" in der vergangenen Saison furios in die erste Champions-League-Teilname der Red-Bull-Ära starteten, wäre der Salzburger Zug gegen die Russen beinahe entgleist.

LAOLA1 analysiert die Leistung aller Salzburg-Akteure und verteilt Noten (1=Sehr Gut, 2=Gut, 3=Befriedigend, 4=Genügend, 5=Nicht Genügend).

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CICAN STANKOVIC - 90 Minuten - Note 5

Bereits in Minute 5 entschärfte der ÖFB-Goalie aus ungemütlichem Winkel gegen Miranchuk, beim 0:1 war er chancenlos. Es soll aber auch Torhüter geben, die die Pfosten bei Ecken besetzen. Der Ausgleichstreffer durch Lisakovich geht klar auf seine Kappe, der schwach gedrückte Kopfball des Moskauer Angreifers war äußerst haltbar, solche Patzer dürfen auf dieser Ebene nicht passieren.

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ALBERT VALLCI - 90 Minuten - Note 3

Er zahlte das Vertrauen, das er auch in der Champions League erhielt, zurück und lieferte als Rechtsverteidiger eine solide Leistung ab. Auch offensiv schaltete sich der Steirer immer wieder ein, bei einer von Guilherme heruntergefischten Maßflanke auf Szoboszlai und einem Durchstecker auf Daka, der in Minute 54 an Guilherme scheiterte, kam er einem Assist nahe. Beim 2:1 durch Junuzovic hatte er ebenfalls seine Beine im Spiel. Beim 2:2 durch Lok Moskau ließ er seinen Gegenspieler Livakovich entkommen, der weißrussische Angreifer durfte relativ ungedeckt den Ausgleichstreffer erzielen.

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ANDRE RAMALHO - 90 Minuten - Note: 4

Die Salzburger Abwehr verschlief die Startphase völlig und ermöglichte den Russen schnell zwei Top-Chancen und in weiterer Folge den Führungstreffer. Vor allem Eder mit seiner körperlichen Spielweise machte den Salzburger Innenverteidigern Probleme, Ramalho machte kaum einen Stich gegen den portugiesischen Europameister. Wie die gesamte Mannschaft steigerte sich der Brasilianer im Verlauf des Spiels, aber auch er konnte den Ausgleichstreffer nicht verhindern. Erneut mussten die Salzburger zwei Gegentore einstecken.

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MAXIMILIAN WÖBER - 90 Minuten - Note 4

Auch der ÖFB-Teamspieler wirkte mit der Aufgabe Eder zeitweise überfordert, die Abstimmung mit Ulmer klappte zu selten. Nachdem der Wiener in Minute sieben mit einer Top-Rettungsaktion gegen Zhemaletdinov den Rückstand abwendete, rückte er vor dem 0:1 schlecht heraus und verursachte in Folge den Eckball, den Eder einköpfte. Wöber war im Vorjahr einer der lautesten Kritiker an der eigenen Abwehrleistung, heuer sieht es bisher leider nicht besser aus.

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ANDREAS ULMER - 90 Minuten - Note 4

Offensiv blieb der "Bullen"-Kapitän diesmal äußerst blass, die linke Defensiv-Seite der Salzburger, die der 34-Jährige gemeinsam mit Wöber bildete, wirkte nie wirklich sattelfest. Kein besonders gutes Spiel des ÖFB-Linksverteidigers.

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ENOCK MWEPU - 90 Minuten - Note 4

Etwas überraschend wurde der Sambier diesmal am rechten Flügel anstatt im Zentrum aufgeboten, dort fühlte sich der 22-Jährige aber nicht besonders wohl, offensiv gelang ihm kaum etwas. Nach der Umstellung auf die Raute Mitte der ersten Halbzeit wirkte Mwepu etwas besser eingebunden. Es gibt aber noch viel Luft nach oben.

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ZLATKO JUNUZOVIC - in der 84. Minute ausgewechselt - Note 1

Was für eine Achterbahn der Gefühle für den Routinier, der rechtzeitig für die Champions League wieder richtig fit wurde. Zu Beginn war er in Quarterback-Manier zwischen Ramalho und Wöber für den Spielaufbau zuständig – allerdings ohne großen Erfolg. Nach der Systemumstellung rückte er auf die Zehn vor und konnte dort deutlich mehr reißen. Beim 0:1 durch Eder war er aus nicht ganz ersichtlichen Gründen dem portugiesischen Kopfballungeheuer zugewiesen – 18 Zentimeter Größenunterschied waren etwas zu viel. Die Eckball-Variante, die zum 1:1 durch Szoboszlai führte, war seine Idee. Junuzovics kurzes Abspiel versenkte Szoboszlai traumhaft. Nach Seitenwechsel belohnte der 33-Jährige eine Salzburger Drangphase mit einem abgefälschten Weitschuss zum Führungstreffer.

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MOHAMED CAMARA - in der 73. Minute ausgewechselt - Note 3

Der Youngster agierte zunächst nicht so zweikampfstark wie gewohnt und ließ sich zu oft von routinierten Russen abkochen. Teilweise agierte er als Sechser zu ungestüm, seine Furchtlosigkeit, die ihn sonst auszeichnet, kam dem 20-Jährigen heute fast etwas in die Quere. Mit einem gut angedachten Weitschuss in Minute 39 fiel Camara dafür offensiv auf. Auch er steigerte sich in seinem ersten Champions-League-Auftritt überhaupt im zweiten Durchgang, das 2:1 fiel nach einer super Seitenverlagerung des Maliers auf Vallci.

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DOMINIK SZOBOSZLAI - 90 Minuten - Note: 3

Über die ersten 45 Minuten der Partie, in denen der ungarische Salzburg-Star offensiv völlig blass blieb und beim 0:1 seinen Gegenspieler an der ersten Stange völlig unbedrängt auf Eder ablegen ließ, hüllen wir den Mantel des Schweigens. Sein Traumtor kurz vor der Pause leitete den Salzburger Umschwung ein und wird dem 19-Jährigen in ganz Europa wieder viel Aufmerksamkeit einbringen. Im zweiten Durchgang kehrte viel mehr spielerische Lockerheit bei Szoboszlai ein, der Ungar muss aber noch mehr spielentscheidende Momente liefern. Die Klasse dafür hätte er.

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SEKOU KOITA - in der 53. Minute ausgewechselt- Note 3

Bei ihm hatte man im ersten Durchgang noch am ehesten das Gefühl, dass offensiv was gehen könnte, aber auch der junge Malier traf zu selten die richtige Entscheidung. Nach Seitenwechsel hatte er zwei Riesenchancen – unter anderem mit einem Stangentreffer nach einem Weltklasse-Dribbling – dann wurde er völlig überraschend ausgetauscht.

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PATSON DAKA - 90 Minuten - Note 4

Auch vom Salzburger Goalgetter durfte man sich mehr erwarten, bis auf eine Riesenchance, die er aus spitzem Winkel vergab, war im ersten Durchgang aber wenig dabei. Im Luftduell mit Corluka und Murilo konnte sich der 22-Jährige kein einziges Mal behaupten. Dafür bereitete er die 2:1-Führung der Salzburger durch Junuzovic mit viel Übersicht vor, dazu sorgte sein enorm hohes Tempo immer wieder für Probleme bei etwas hüftsteifen Russen. Mit der letzten Aktion des Spiels hätte der Sambier Salzburg noch zum Sieg schießen können, alleine vor Guilherme versagten ihm aber die Nerven. Ein Haaland-Ersatz ist Daka noch bei weitem nicht.

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MERGIM BERISHA - in der 51. Minute eingewechselt - Note 4

Seine Einwechslung für den gerade warm gelaufenen Koita brachte nicht die von Jesse Marsch erhoffte Wirkung, der Deutsche konnte kaum Akzente setzen und vergab in Minute 72 viel zu überhastet eine Riesenchance. In der Nachspielzeit lieferte Berisha mit einem tollen Außenrist-Pass fast noch die Vorlage zum Siegtreffer, Daka spielte aber nicht mit.

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MASAYA OKUGAWA - in der 73. Minute eingewechselt - 5

Die einzige Aktion, mit der der Japaner leider auffiel, war ein unnötiges Ballvertändeln vor dem 2:2 durch Lok Moskau. Egal ob Foul oder nicht: In dieser Zone sind Ballverluste schlicht nicht erlaubt und müssen mit allen Mitteln verhindert werden.


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NOAH OKAFOR - in der 84. Minute eingewechselt - zu kurz eingesetzt


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Textquelle: © LAOLA1.at

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