Mattersburg: Robert Almers 80-Stunden-Woche

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Das Wort Doppelbelastung kann im Fußball auch einen anderen Kontext haben als alternierende Auftritte in Liga und Europacup.

Robert Almer beispielsweise übt beim SV Mattersburg zwei Jobs auf einmal aus - jenen des Sportdirektors und jenen des Tormann-Trainers. Dass ein Job unter dem anderen leidet, lässt sich nicht verleugnen.

"Wenn man es mit einer gewissen Professionalität machen will, ist es einfach schwierig", gesteht der langjährige ÖFB-Team-Torhüter im Gespräch mit LAOLA1.

Ganz zu schweigen von der persönlichen Belastung für den Familienvater. "Es sind schon so 70 bis 80 Stunden in der Woche. Ich gehe morgens aus dem Haus und komme abends wieder heim, das allerdings sieben Tage die Woche."

Warum das Tormann-Training leidet

Mehr als die persönlichen Strapazen stört Almer jedoch die inhaltliche Komponente - die Begründung ist simpel:

"Es ist schwierig, weil das Torwart-Training darunter leidet, oder zumindest die Professionalität, die ich mir darunter vorstelle. Viele haben vielleicht noch folgenden Blick: Der Tormann-Trainer geht raus auf den Platz, schießt ein paar Mal aufs Tor und dann geht er wieder heim. Das ist heutzutage nicht mehr so. Du hast Video-Analysen, bereitest das Training vor, willst in allen Bereichen trainieren, solltest die Trainingssteuerung nicht außer Acht lassen und mit den Torhütern Video-Analysen machen. Außerdem solltest du dich weiterbilden und schauen: Was sind im Moment die Trends? Welche Trainingsmethoden sind international gerade gefragt? Es gibt viele Dinge, die man berücksichtigen muss."

"Es ist schwierig, weil das Torwart-Training darunter leidet, oder zumindest die Professionalität, die ich mir darunter vorstelle."

Robert Almer

Außerdem wäre es notwendig, mit Statistiken zu arbeiten: "Nur ein Beispiel: Es gibt Statistiken, mit denen du ausrechnen kannst, wie gut ein Tormann etwa bei Flanken ist. Da gibt es Prozentbereiche, in denen du dich bewegen musst, und du weißt: Er ist dort gut oder er hat Defizite und wir müssen das mehr trainieren."

Die logische Schlussfolgerung: "Torwart-Trainer ist mittlerweile auch schon ein Fulltime-Job. Das sind alles Dinge, die Zeit beanspruchen. Das leidet dann natürlich darunter."

Plötzlich Sportdirektor

Vor allem, wenn man eigentlich eine andere Aufgabe hat, die alleine mancherorts bei handelnden Personen für Burnout-Gefahr sorgen soll.

Zu Saisonbeginn heuerte Almer nach dem durch seine schwere Knieverletzung verursachten Ende seiner aktiven Karriere als Coach der Goalies beim SVM an. Bereits Ende August übernahm er dann auch die Agenden des sportlichen Leiters, nachdem sich die Burgenländer neben Trainer Gerald Baumgartner auch vom langjährigen Sportchef Franz Lederer getrennt haben.

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Mit einem Schlag hatte Almer zwei Jobs. "Wenn Not am Mann ist, springt Thomas Borenitsch als Tormanntrainer ein. Aber in der Vorbereitung bin ich jeden Tag auf dem Platz gestanden", berichtet der Steirer.

In der Winterpause krempelte Almer den Betreuerstab rund um Trainer Klaus Schmidt gehörig um. Mit Thomas Höller kam ein neuer Co-Trainer, mit Bernd Eibler ein Video-Analyst, der auch als zweiter Co-Trainer auf dem Platz mitarbeitet, mit Gerald Linshalm ein neuer Athletiktrainer. Das Ziel: Gerade im Monitoring-Bereich die notwendige Professionalität einkehren zu lassen.

Die eigene Nachfolge liegt auf Eis

Einzig ein Nachfolger für ihn selbst war ihm bislang nicht vergönnt: "Ich habe natürlich mit vielen Kandidaten gesprochen, mit zwei war ich auch schon relativ weit. Das hat sich dann aber zerschlagen. Aktuell liegt das alles ein wenig auf Eis. Aber Fakt ist für mich auch, dass beides auf Sicht nicht möglich ist."

Seine klare Ansage: "Je früher es diesbezüglich eine Änderung gibt, umso besser! Denn natürlich ist meine Situation nicht einfach, weil ich auch die Kaderplanung machen und die Mannschaft weiterentwickeln sollte. Gleichzeitig wirst du den Torhütern nicht gerecht, wenn dir diese Stunden, die du eigentlich zum Beispiel für Videoanalysen verwenden müsstest, einfach fehlen und das nicht in jener Qualität durchgeführt werden kann, wie es notwendig wäre."

Das sind die schlechtesten Bundesliga-Wintertransfers seit 2000:

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GAK: Bernard Schuiteman (01/2000-01/2001): Der spätere Rapid-Chefscout kam von Feyenoord und unterschrieb gleich für dreieinhalb Jahre. Kam in einem Jahr aber nur auf neun magere Einsätze, wurde später aufgrund angeblich vereinsschädigender Aussagen gekündigt. Vor Gericht einigte man sich auf einen Vergleich und der Verteidiger zog zu Mainz weiter.

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Roberto Lanckohr (01/2001-06/2001): Ein anderer Niederländer bei den Rotjacken mit einem kurzen Gastspiel. Kam nur auf acht Kurzeinsätze im Frühjahr 2001 und verschwand danach wieder in seine Heimat.

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Daniel Kimoni (01/2001-07/2002): Ein Transferflop, den der GAK erst Jahre später so richtig bereuen sollte. Der Abwehrspieler lief nur vier Mal für die Roten auf, 2007 wurden dem Verein nach einem FIFA-Urteil wegen offener Forderungen von Kimoni sechs Punkte abgezogen. Am Ende der Spielzeit folgte der Abstieg.

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Stefan Gislason (01/2002-03/2003): Das einzige Highlight für den damaligen isländischen Nationalspieler war wohl das Jubiläums-Duell zum 100er des GAK gegen Real Madrid. Spielte nur sechs Mal im Mittelfeld, dann wurde der Vertrag einvernehmlich aufgelöst.

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Sven Scheuer (01/2003-07/2003): Franz Almer war verletzt, daher sollte der Deutsche, der fünf Mal mit dem FC Bayern Meister wurde, aushelfen. Gleich im ersten Spiel im Cup gegen Arnfels musste er mit einer Wadenverhärtung runter. Machte danach kein Spiel mehr und war im Sommer wieder weg.

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Wael Reyad (01/2007-06/2007): Im Abstiegskampf zahlte der GAK 100.000 Euro Leihgebür für den Ägypter an El Ahly Kairo. Der Rechtsaußen durfte fünf Mal spielen (ein Assist) und konnte den Absturz der Rotjacken nicht verhindern.

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Salzburg: Manuel Pamic (01/2008-01/2010): Der linke Verteidiger kam für 800.000 Euro aus Rijeka und vermochte sich in Salzburg nicht durchzusetzen. Nach einer Leihe zu Sparta Prag letztlich um 400.000 an die Tschechen abgegeben. 

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Douglas da Silva (01/2011-01/2015): Für den brasilianischen Innenverteidiger gab Salzburg sogar 2,6 Millionen Euro aus, er wurde aber danach mehrmals verliehen, ehe er an Vasco da Gama fix abgegeben wurde. Bilanz: 15 Einsätze, ein Kreuzbandriss und dubiose Gerüchte um Verwicklungen in Spielmanipulation. Hat zudem wegen Alkohols am Steuer seinen Führerschein verloren.

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Jodel Dossou (01/2014-09/2014): Die "Bullen" haben in den letzten Jahren bei jungen Spielern aus Afrika oft ein goldenes Händchen bewiesen, nicht bei Dossou. Kam selbst bei Liefering nie auf Touren und war dort nach nicht einmal einem Jahr kein Thema mehr. In Lustenau lief es dann besser für ihn.

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Austria Wien: Patrik Jezek (01/2000-11/2000): Die Veilchen holten Jezek 2000 aus Tirol, in Wien sollte er auch zunächst oft zum Einsatz kommen, zeigte aber fast nie seine Klasse. Wurde gegen Ende seiner Zeit in Favoriten einmal sogar bei lautstarken "Jezek raus!"-Rufen nach 19 Minuten ausgewechselt und kehrte nach Innsbruck zurück.

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Jochen Janssen (01/2001-01/2002): Die Austria holte den Belgier um 1,75 Millionen Euro (damals teuerster Einkauf der Klubgeschichte) aus Brügge. Im Frühjahr 2001 brachte er es nur auf zwei Tore, ab Sommer war er nie mehr im Einsatz und kehrte den Veilchen im Winter darauf den Rücken.

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Volkan Kahraman (01/2003-07/2003): Spielte in der Jugend für die Austria, die Entscheidung, ihn 2003 von Pasching zu holen, war aber keine erfolgbringende. Der dreifache ÖFB-Teamspieler kam nur auf acht Einsätze und wurde im Sommer sofort an Salzburg abgegeben, wo er auch nur ein halbes Jahr bleiben sollte.

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Vaclav Sverkos (01/2007-06/2007): Auch Leihgeschäfte sind im Winter beliebt. So kam der Tscheche im Winter 2007 von Mönchengladbach zur Austria, durfte acht Mal auflaufen und traf kein einziges Mal. 

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Ola Kamara (01/2014-02/2016): Die Wiener holten den Norweger von der SV Ried - für die er nie spielen sollte - aber die Bilanz war äußerst mager. Nur ein Tor im ersten Frühjahr, danach immer weniger Einsätze. Die Austria verlieh ihn zunächst zu Molde, dann gab man ihn 2016 zu Columbus in die MLS ab.

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Ronivaldo (01/2015-07/2017): In Kapfenberg der Torjäger schlechthin, war der Brasilianer bei der Austria alles, nur nie fit. Eine Schambeinentzündung setzte ihn dauerhaft außer Gefecht, sodass er tatsächlich kein einziges Pflichtspiel für die Veilchen absolvierte. Aktuell in Lustenau läuft es wieder deutlich besser.

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LASK: Cheol Kang (01/2001-07/2001): Vor der WM in Japan und Südkorea ging der LASK einen Deal mit dem koreanischen Fußballverband ein. So kamen Sung-Yong Choi (25) und Cheol Kang (29/54-facher Teamspieler!) nach Linz. Spielen sollte er für die Athetliker ganze acht Mal. Er schaffte es nicht in den WM-Kader seines Landes und wechselte im Sommer zurück in die Heimat.

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Marko Vujic (02/2010-07/2010): Kam als junger Spieler beim LASK zu seinen ersten Profi-Einsätzen, aber die Rückholaktion im Jahr 2010 war für die Katz. Der Mittelstürmer spielte ganze vier Mal in Frühjahr und durfte dann wieder seine Koffer packen.

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Juan Ramon Ruano (01/2011-07/2011): Kam wie seine spanischen Landsleute Aridane Tenesor (Angriff) und Ruben Lopez (Abwehr) in höchster Abstiegsnot im Winter und entpuppte sich als veritable Fehlinvestition. Meist Jokereinsätze, kein Scorerpunkt. Der LASK stieg ab, die Spanier waren wieder weg.

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SV Ried: Rashid Utush (10/2000-07/2001): Aus den USA stieß im Herbst 2000 Rashid Utush zur SV Ried und holte später seinen Bruder Ali John nach. Beide hinterließen keinen bleibenden Eindruck im Innviertel. Acht Kurzeinsätze waren es am Ende, dann ging es zurück zum Sounders FC.

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Dubravko Tesevic (01/2006-07/2006): Der Mann für die linke Seite kam zwar als echtes Schnäppchen von Livingston, spielte aber nur zwei Mal im Rieder Trikot, ehe er zu Parndorf weiterzog.

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Sturm Graz: Charles Amoah (01/2001-01/2004): In Österreich so etwas wie die Mutter aller Fehlkäufe! Kam als Rekord-Transfer und Top-Torjäger vom FC St. Gallen für rund 50 Millionen Schilling und konnte die enormen Erwartungen an ihn nie erfüllen und war auch selten wirklich fit.

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Srdjan Pavlov (01/2012-07/2012): Ein klassischer Fall von Panikkauf am Deadline Day! Sturm suchte verzweifelt Ersatz für Roman Kienast und der angestrebte Transfer von Rubin Okotie zog sich hin. Um auf Nummer sicher zu gehen, holte man Pavlov aus Kapfenberg. 3 Einsätze (127 Minuten) später schickte man ihn zu BW Linz.

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Jelani Smith (11/2013-07/2014): Sturm testet ihn bereits im Sommer, da überzeugte er nicht, im Winter nahm man den Innenverteidiger dennoch unter Vertrag. Er habe "viel Potential", so GM Goldbrich. Es war so viel, dass es zu drei Einsätzen gereicht hat - für die Amateure.

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Igor Oshchypko (01/2015-08-2015): Ein ernsthafter Backup auf der linken Abwehrseite wurde gesucht, ein seit über einem Jahr vereinsloser Ukrainer ist gekommen. Drei Mal durfte Oshchypko spielen, im Sommer wurde er nach Moldawien weitertransferiert.

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Martin Ovenstad (01/2017-06/2018): Sturm verlor im Winter 2017 Uros Matic und holte mit Ovenstad einen völlig anderen Spielertypen, der sich noch dazu nie durchsetzen konnte. Kam nur fünf Mal zum Einsatz, ehe er in seine Heimat Norwegen verliehen wurde. Aktuell: Vereinslos.

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Admira: Pawel Sobczak (01/2003-07/2003): Die Austria holte den Polen schon 1999 nach Österreich (21 Einsätze, 2 Tore), bei der Admira war er ähnlich erfolglos. In einem Frühjahr waren es zehn Spiele und null Tore. 

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Javad Razzaghi (01/2005-07/2005): Schon bei Sturm ein Totalflop, holte die Admira den Iraner im Winter 2005 gemeinsam mit Landsmann Mehdi Pashazadeh. Er spielte insgesamt 57 Minuten, ehe er in seine Heimat wechselte.

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Matus Mikus (01/2013-01/2014): Nach zwei Kurzeinsätzen setzte ein Mittelfußknochenbroch den Mittelstürmer außer Gefecht. Danach hatte er keine Chance mehr und wurde zur 2. Mannschaft degradiert, ehe er im Winter 2014 zum FC Nitra abgegeben wurde.

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Daniel Segovia (01/2013-07/2013): Segovia ist ein guter Stürmer, wenn er in St. Pölten spielt. Bei der Admira unterschrieb er 2013 einen Dreijahresvertrag, der aber gleich im Sommer danach wieder aufgelöst wurde. 

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Tito (01/2013-07/2013): Auch ein anderer Spanier wurde bei der Admira nicht glücklich. Trainer Kühbauer schwärmte vom Flügelflitzer, die Option wurde im Sommer aber nicht gezogen.

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FC Kärnten: Ansgar Brinkmann (01/2004-06/2004): Der "weiße Brasilianer" kam leihweise aus Ahlen - oder auch nicht. Am Bild im Bielefeld-Trikot zu sehen, weil er jenes der Kärntner nie trug. Ließ sich nur einmal als Tribünengast blicken, da er sich sonst an seiner Zehe behandeln ließ. Ein Riesenflop!

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Faruk Atalay (01/2003-07/2003): Auf Empfehlung von Fatih Terim wechselte der offensive Mittelfeldspieler von Galatasaray nach Kärnten. Die Erwartungen waren groß und wurden bitter enttäuscht. Fazit: Er wollte schön spielen, die Mannschaft litt.

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Austria Kärnten: Joseph Ngwenya (01/2008-08/2008): Alles, was der offensive Mittelfeldspieler aus Simbabwe aus Österreichs Bundesliga mitnahm, sind 53 Einsatzminuten bei einem 0:3 gegen Ried. 

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Ze Adriano (01/2009-07/2009): Innenverteidiger kam aus Brasilien mit körperlichen Problemen und war aufgrund von Visaproblemen nicht einsetzbar. Daher trennten sich die Wege im Sommer wieder.

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Goran Aleksic (01/2010-07/2010): Der 33-Jährige Stürmer war ungefähr so erfolgreich wie das Projekt Austria Kärnten im Allgemeinen. 8 Spiele, 0 Tore.

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SV Mattersburg: Stanislav Velicky (01/2009-07/2009): War zunächst gesetzt, wurde dann aber für ein Brutalo-Foul an Sturms Hölzl für drei Spiele gesperrt. Danach maximal Joker, im Sommer weg.

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Wacker Innsbruck: Alfred Arthur (02/2008-08/2008): Der Ghanaer kam in der Vorbereitung noch zum Einsatz, spielte dann aber keine einzige Minute im Frühjahr. Noch dazu flatterte bei Wacker die Forderung einer Ausbildungsentschädigung von 350.000 Euro ins Haus!

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Emmanuel Clottey (02/2008-06/2008): Auch der Mittelstürmer kam für ein Frühjahr in die Tiroler Berge, traf in fünf Einsätzen kein einziges Mal und durfte dann wieder die Heimreise antreten.

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Rapid Wien: Jacob Laursen (01/2003-07/2003): Es muss eben auch menschlich passen: Der dänische Innenverteidiger kam von Derby, spielte die ersten acht Spiele - von denen Rapid nur eines gewann - durch. Dann nie mehr. "Es gibt Spieler, die nicht mit ihm können", sagte Trainer Hickersberger.

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Jovica Vico (01/2002-01/2004): Der Stürmer kam als Torjäger aus Slowenien, war aber dauerverletzt. Eine gute Phase hatte er im Sommer 2003 (vier Tore), verabschiedete sich nach einem Achillessehnenriss aber wieder.

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Kapfenberg: Antonio di Salvo (01/2010-07/2010): Nach den Stationen Paderborn, Bayern, Rostock und 1860 ließ der Stürmer seine Karriere in der Obersteiermark ausklingen. Hilfe war er dem KSV keine. Traf kein einziges Mal.

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Peter Struhar (01/2012-07/2012): Der Slowake durfte im Abstiegs-Frühjahr ganze zwei Mal spielen. 

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Pasching: Stipe Lapic (01/2005-07/2005): Der Linksverteidiger war im Frühjahr 2005 oft im Kader, spielen durfte er nur zwei Mal.

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Sergej Jakirovic (01/2007-07/2007): Kam von UEFA-Cup-Teilnehmer Sofia und schaffte es auf ganze 43 Einsatzminuten. Bei Pasching-Nachfolgeklub Austria Kärnten spielte er dann elf Mal - für die zweite Mannschaft.

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Jasmin Agic (01/2007-07/2007): Seine Mähne war wallend, die Leistungen weniger aufregend. Nach sechs Kurzeinsätzen war der kroatische Mittelfeldspieler wieder weg.

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Altach: Darko Bodul (02/2015-07/2015): Bei Sturm hat er noch gut funktioniert, das Gastspiel des Stürmers in Altach hätte er sich schenken können. Ein Tor in zwölf Einsätzen, zog dann zu Dundee weiter.

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Wr. Neustadt: Osman Bozkurt (01/2013-07/2013): Neustadt holte den Stürmer im Winter 2013 aus der Türkei zurück nach Österreich. Für den SCWN traf er in 9 Einsätzen nie und sah drei Mal Gelb.

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WAC: Herve Oussale (01/2015-07/2015): Kam als hoffnungsvoller Angreifer, der beinahe einmal bei den RB Juniors gelandet wäre. Musste aber schon im März in seine Heimat, um sich verletzungsbedingt behandeln zu lassen. 8 Einsätze, kein Tor.

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Ibrahim Bingöl (01/2016-08/2016): Eine Verstärkung für das WAC-Mittelfeld war Bingöl in keinster Weise. Durfte zu Beginn des Frühjahrs zwei Mal ran, dann nie mehr.

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SKN St. Pölten: Ümit Korkmaz (01/2017-07/2017): Der ehemalige ÖFB-Teamspieler war vereinslos, verletzte sich gleich in seinem ersten Einsatz für den SKN und brachte es im Verlauf des Frühjahrs bei Joker-Einsätzen auf keinen Scorerpunkt.

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Wenn Almer eines nicht leiden kann, ist es mangelnde Qualität. An Visionen, wie er den SV Mattersburg in seiner Ägide als Sportchef positionieren möchte, mangelt es keinesfalls. Von der Qualität und den finanziellen Möglichkeiten her seien die Top-6 auf jeden Fall ein Ziel, das für den SVM perspektivisch erreichbar sei:

"Wir haben ja auch die Akademie im Hintergrund, die meiner Meinung nach zu den besten in Österreich gehört. Wir haben die Möglichkeit, auf Sicht junge Spieler zu entwickeln und raufzubringen. Dieses Ziel zu erreichen, ist auf alle Fälle möglich, dafür ist aber auch sehr viel Arbeit notwendig."

Warum Almer keinen Neuzugang holte

Dass er in seiner ersten vollen Transferzeit der Verlockung widerstand, auch nur einen Neuzugang zu präsentieren, ist keineswegs einem gewissen Zeitmangel geschuldet. Dahinter stecken andere Überlegungen.

"Natürlich hätte es einige Optionen gegeben, die auch interessant gewesen wären. Aber aufgrund der Konstellation wäre es nicht seriös gewesen, wieder neue Spieler dazuzuholen."

Robert Almer

"Einerseits vertrauen wir unseren Spielern, andererseits liegt es an der Kadergröße. Teilweise hatten wir 31 Spieler im Kader. Darunter leidet einfach die Qualität im Training, weil du nicht jedem Spieler gerecht werden kannst und einige laufen schicken musst, wenn du zehn gegen zehn über das ganze Feld spielst."

Daher sei es die Prämisse gewesen, den Kader zu reduzieren. Barnabas Varga (Lafnitz) und Daniel Kerschbaumer (Steyr) wurden fix abgegeben, Jefte Betancor (ebenfalls Steyr) und Raffael Behounek (Horn) in die 2. Liga verliehen, um wichtige Spielpraxis zu sammeln.

"Jetzt haben wir einen Kader von 27 Spielern, was für mich auch schon oberes Limit ist. Aber so kann man einigermaßen gut am Platz arbeiten. Deshalb hat sich für mich das Thema, dass wir jemanden holen, gar nicht eröffnet. Natürlich hätte es einige Optionen gegeben, die auch interessant gewesen wären. Aber aufgrund der Konstellation wäre es nicht seriös gewesen, wieder neue Spieler dazuzuholen", betont Almer.

Großer Unterschied zwischen Theorie und Praxis

Der 33-fache Internationale hat bei dieser Herangehensweise auch die kommenden Transferzeiten im Blick. Im Sommer würden einige Verträge auslaufen. Dann hieße es für den Verein zu planen, in welche Richtung es geht, wie das Spiel angelegt werden soll. Entsprechend müsse am Kadersektor gehandelt werden:

"Wir haben im Nachwuchsbereich einige Trainer, die versuchen, offensiv zu pressen und sehr viel Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte zu haben. Auch unsere Amateure versuchen das. Der Weg muss dahin gehen, dass wir von unten bis oben Durchgängigkeit haben. Fakt ist aber auch: Das geht nicht von einem Tag auf den anderen, diese Entwicklung braucht Zeit. Dafür werden wahrscheinlich noch einige Transferperioden notwendig sein."

Ein Karriereende in vergleichsweise frühen Jahren hatte der 34-Jährige naturgemäß nicht eingeplant. Die Ausbildung zum Tormann-Trainer mit UEFA-Diplom beziehungsweise ein Studium der Business Administration und Sport an der FH Burgenland hatte er er dennoch zeitgerecht begonnen. Zu seinen Sportchef-Aufgaben kam er dennoch sehr früh in der Karriere nach der Karriere.

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis sei ein großer: "Ein Fußball-Verein ist etwas ganz anderes, als es in der Theorie bei einem Unternehmen der Fall ist. Aus diesem Blickwinkel war es eigentlich Learning by doing. Wobei man sehr viele Dinge aus der Karriere mitnimmt. Als Ex-Spieler hat man natürlich den Vorteil, dass man die Szene, auch was die Berater betrifft, sehr gut kennt. Außerdem glaube ich, eine relativ gute Menschenkenntnis zu haben. Also kann ich das schon sehr gut einordnen."

Auf der anderen Seite des Verhandlungstisches

"Jetzt hat man natürlich mehr Einblick in die Strukturen eines Vereins, in die Budget-Möglichkeiten. Als Spieler setzt du dich an den Tisch und sagst: 'Das hätte ich gerne!' Entweder kriegst du es oder du kriegst es nicht. So gesehen ist es jetzt schon etwas ganz anderes."

Robert Almer

Als Spieler ist Almer in eigener Sache oft genug am Verhandlungstisch gesessen. Nun nimmt er auf der anderen Seite Platz. Ob im Nachhinein das Verständnis für seine früheren Sportdirektoren gestiegen sei?

"Sowohl als auch. Wenn man sehr oft damit zu tun hatte, kennt man beide Seiten. Jetzt hat man natürlich mehr Einblick in die Strukturen eines Vereins, in die Budget-Möglichkeiten. Das muss man alles berücksichtigen. Als Spieler setzt du dich an den Tisch und sagst: 'Das hätte ich gerne!' Entweder kriegst du es oder du kriegst es nicht. So gesehen ist es jetzt schon etwas ganz anderes. Ob es die Qualität oder den Charakter eines Spielers betrifft, es gehören viel mehr Dinge dazu, als sich nur an den Tisch zu setzen und zu verhandeln. Du musst die Spieler scouten und schauen, wie sie von der Spielidee und vom System in die Mannschaft passen. Es gibt viele Punkte, die man in diesem Bereich berücksichtigen muss."

Zukunft als Trainer?

Man darf gespannt sein, wie und wann Almer das Problem seiner Doppelbelastung löst. Man darf jedoch ebenso gespannt sein, auf welchem Feld er auf Dauer tätig sein möchte. Ob Sportdirektor oder Torwart-Trainer - Limits möchte er sich keine setzen:

"Mich würde es auch reizen, Trainer zu sein. Das ist ein Thema. Ich hatte beginnend mit Ivica Osim und Joachim Löw in meiner Karriere sehr viele Trainer. Da sieht man viele Dinge. Wo ich mich in zehn Jahre sehe, kann ich also noch gar nicht beurteilen - aber auf alle Fälle im Sportbereich, in dem ich mich wohl fühle und immer bewegen werde."

Die fehlende Planungssicherheit kennt Almer aus der aktiven Zeit bestens. "Jetzt nach der Karriere ist alles neu und interessant, ich kann auf vielen Gebieten Lerneffekte erzielen", freut er sich auf die vielen Erkenntnisgewinne.

Wobei es derzeit eben fast zu viele sind.

Textquelle: © LAOLA1.at

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