"Fans" sorgen bei Rapid für Millionen-Schaden

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Der SK Rapid und Strafen - ein Drama in mehreren Akten.

Die jüngsten Vorfälle im Wr. Derby und bei der Admira haben einmal mehr offenbart, dass die Grün-Weißen einen bestimmten Teil ihrer Anhängerschaft nicht unter Kontrolle haben. Immer wieder schlagen diese über die Stränge: Ausschreitungen, Pyrotechnik-Vergehen, Wurfgeschosse und vieles mehr.

Dass sie damit dem Verein nicht nur imagemäßig schaden, sondern auch finanziell, ist eine Tatsache, die in Zahlen klar ausgedrückt werden kann.

Alleine in den letzten sieben Jahren belaufen sich die Geldstrafen auf weit mehr als eine Million Euro - in Zahlen: 1.000.000.

Geld, das man durchaus anderweitig in einen oder sogar mehrere überdurchschnittliche Spieler investieren hätte können.

Rund 1.162.600 Euro zahlte Rapid an Strafen

Die Zahlen der Saisonen 2010/11 bis 2014/15 liegen detailliert vor, da diese von den Hütteldorfern in den jährlich erscheinenden Geschäftsberichten veröffentlicht wurden. Neben den Strafen durch die Bundesliga sind dabei auch jene durch die UEFA aufgrund von Vergehen in internationalen Bewerben angeführt.

In der Saison 2015/16 verzichtete der SK Rapid jedoch, die Tragweite des Schadens, der für den Verein durch Fan-Fehlverhalten entstanden ist, dezidiert anzuführen. Jener für 2016/17 liegt erst am Ende des Jahres genau vor.

Trotzdem gibt der Verein auf LAOLA1-Nachfrage Auskunft und korrigiert die Beträge der letzten Jahre teils weit nach oben. Die Gesamtrechnung der letzten sieben Jahre offenbart eine ungeheure Summe von rund 1.162.600 Euro - die noch nach oben korrigiert werden könnte.

Denn dem Vernehmen nach übersteigen die noch nicht veröffentlichten Beträge aus der Saison 2016/17 die 200.000 Euro, die für diese Rechnung herangezogen wurde, doch deutlich.

Wahnwitzige Summen, die auf die Kappe einiger weniger Anhänger gehen, die ihrer Mannschaft trotz oftmaligem Lob für den tollen Support aber mehr schaden als dass sie ihr auf der Tribüne Nutzen bringen.

Saison Geldstrafen zusätzliche Strafen
2017/18 70.000 Admira-Spiel (noch nicht bekannt)
2016/17 deutlich über 200.000 Genaue Zahlen erst mit Geschäftsbericht Ende 2017
2015/16 291.000
2014/15 243.000 Blocksperre gegen Altach, 2 Derbys ohne Gästefans
2013/14 69.600
2012/13 124.000 Nach PAOK: Geisterspiel gegen Rosenborg, UEFA-Bewährung
2011/12 67.000
2010/11 98.000
GESAMT: 1.162.600 Aufgrund der noch nicht exakten Zahlen 2016/17 könnte Summe 1.200.000 erreichen

Derby und Admira lassen Causa wieder hochkochen

Negative Highlights gibt es en masse. Aktuell beschäftigt die Grün-Weißen natürlich die ausgefasste 30.000 Euro Strafe, nachdem das 322. Wiener Derby aufgrund von Wurfgeschossen (Becher, Plastikstangen) unterbrochen werden musste.

Wie Geschäftsführer Christoph Peschek verlautbarte, werde man gegen dieses Urteil nicht vorgehen. Es wird akzeptiert. Dass auch noch ein Fan-Ordner, der am Platzsturm 2011 teilnahm, in den Mittelpunkt rückte, warf ebenfalls kein gutes Licht auf die Fan-Politik der Wiener, zieht aber keine Strafe nach sich.

Vom ÖFB wurde man wegen missbräuchlicher Verwendung von Pyrotechnik im Rahmen des ÖFB-Cup-Finales gegen RB Salzburg in Klagenfurt zu einer Geldstrafe von 25.000 Euro verurteilt, die erst am 25. August verhängt wurde.

Zudem wurde beim 1:3 bei der Admira klar, dass einige Unbelehrbare auf Strafen keine Rücksicht nehmen. Die erneute Spielunterbrechung sowie eine aufgrund wiederholter Verfehlungen zu erwartende Strafe mögen bei den Verantwortlichen auf Unverständnis treffen, sind jedoch regeltechnisch genau so durchzuführen.

Denn es ist strikte Vorgabe der UEFA an die Schiedsrichter, dieses Jahr den "Drei-Stufen-Plan" umzusetzen. Dieser besagt...

1)..., dass nach ersten Würfen oder Vergehen eine Stadiondurchsage zu erfolgen hat.

2)..., dass nach einer Wiederholung die Partie unterbrochen werden muss.

3)..., dass eine dritte Verfehlung einen Spielabbruch zur Folge hätte.

"Puta-Valencia", Derby-Randale bis Block-Sperre

In der Saison 2016/17 standen vor allem die Derby-Strafen aufgrund von Pyrotechnik-Vergehen im Allianz Stadion sowie Ausschreitungen am Sektor-Zaun im Derby im Happel-Stadion im Blickpunkt. Auch im ÖFB-Cup wurde man wegen Pyro-Shows gegen Leobendorf und BW Linz am Sportclub-Platz zur Kasse gebeten.

In der Saison davor blieb vor allem das "Puta Valencia"-Transparent in der Europa League in Erinnerung, dass den Grün-weißen eine saftige Geldstrafe von 20.000 Euro bescherte. Und auch sonst summierten sich die Vergehen.

2014/15 sorgten Ausschreitungen, Pyro und Leuchtraketen im Derby für eine hohe Strafe von 25.000 Euro, zudem wurden Gäste-Fans für die darauffolgenden zwei Duelle zwischen Rapid und Austria ausgesperrt. Außerdem handelte sich Rapid gegen Ried nicht nur 35.000 Euro Strafe, sondern auch eine Block-Sperre ein.

Da Rapid diese jedoch im Heimspiel gegen Altach umging und im Happel-Stadion einen gesonderten "Heim-Block" einrichtete, kamen noch einmal 15.000 Euro hinzu. Auch gegen Sturm Graz wurde man zu 20.000 Euro verdonnert.

PAOK und Platzsturm 2011 als negative Höhepunkte

In den Jahren davor galten vor allem die Ausschreitungen beim Gastspiel bei PAOK Saloniki 2012 als Warnsignal, als Raketen in den Sektor geschossen wurden und sich die beiden Fan-Gruppen vor und danach im Stadion bekriegten.

75.000 Euro mussen die Wiener damals berappen, zudem entgingen ihnen Einnahmen aus dem Heimspiel gegen Rosenborg Trondheim, das als Geisterspiel ausgetragen werden musste. Eine saftige UEFA-Strafe, zusätzlich war man daraufhin international für drei Jahre auf Bewährung und wandelte auf einem schmalen Grat.

Während dieser Vorfall den internationalen Super-GAU darstellte, wird national der Platzsturm im Jahr 2011 nicht so leicht übertroffen werden. Die Bilder der auf die Austria-Fans zumarschierenden Rapid-Radaubrüder sowie die abgeschossenen Raketen Richtung Gästesektor sind noch immer in grausamer Erinnerung.

In den letzten Jahren ist viel zu viel vorgefallen, obwohl Rapid, damals noch unter Präsident Rudolf Edlinger, nach dem Platzsturm rigorose Strafen ankündigte - von Stadionverboten über Geldstrafen, Arbeitsleistungen für den Verein, Abos nur mit Lichtbild, keine Abo-Weitergabe, usw.

Rapid muss ein Zeichen setzen

Schon ein einziger nicht genehmigter Bengalo auf der Tribüne kostet den Verein 250 Euro, landet dieser auf dem Rasen sind 500 Euro fällig. Obwohl einige Choreographien angemeldet sind, kommt auch hier schon eine gewaltige Summe zusammen.

Dazu gesellen sich diverse Fehltritte und Ausschreitungen, die den Ruf des Klubs immer schlechter werden lassen, trotz der immer wieder vorgetragenen Studien, dass die Beliebtheit des SK Rapid steigt.

Es muss etwas passieren in Wien-Hütteldorf - darüber sind sich alle Beteiligten einig. Die Bundesliga verhängt Sanktionen, Sportdirektor Fredy Bickel fordert eine Selbstregulierung der Fan-Kurve und ein Großteil der Fans will mit den Störenfrieden nicht mehr länger zu tun haben.

Es ist für Rapid an der Zeit, ein Zeichen zu setzen - um nicht weitere Millionen Euro für von Fans verursachte Geldstrafen ausgeben zu müssen.

Textquelle: © LAOLA1.at

Fan-Vorfälle: SK Rapid verpasst sich vorerst Maulkorb

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