Fan-Vorfälle: Rapid spricht Stadionverbote aus

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Der SK Rapid Wien bricht nach den Fan-Vorfällen sein Schweigen.

Bislang wollten die Grün-Weißen nicht über die Problematik sprechen, nun meldet sich Geschäftsführer Wirtscht Christoph Peschek bei einer Pressekonferenz zu Wort: "Wir stehen zur Fankultur, wenn die Sicherheit aller anderen im Stadion gesichert ist", so der 33-Jährige.

Gleichzeitig ziehen die Hütteldorfer Konsequenzen: Sechs Anhänger, die im Derby Gegenstände geworfen haben, wurden ausfindig gemacht und erhalten Stadionverbot auf Bewährung. "Sollte in den nächsten zwei Jahren etwas vorfallen, werden sie gesperrt", kündigt Peschek an.

Bereits in naher Zukunft könnten weitere Sanktionen folgen, schließlich habe man bislang lediglich die Vorfälle gegen Austria Wien behandelt: "Wenn wir entsprechendes Videomaterial aus der Südstadt zur Verfügung bekommen, könnte es da auch Konsequenzen geben."

Peschek nimmt Fans teilweise in Schutz

Pauschalverurteilen leht Peschek jedoch ab: "Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass man den SK Rapid mit kühlem Kopf führen muss. Vorbeugung ist immer besser als nachher zu handeln. Wir stehen zur Fankultur. Unser Fansektor hat so viele Zuseher wie die restliche Bundesliga im ganzen Stadion. Wir haben auch sehr viel erreicht. Im Wiener Derby gab es beispielsweise keine polizeilichen Vorkommnisse."

"Wir sind in vielen Bereichen Vorreiter, haben gute Lösungen bei der Pyrotechnik gefunden. Wir ziehen klare Grenzen bei Gewalt, Rassismus und anderen Dingen. Deswegen gibt es auch bereits 21 Stadionsperren", berichtet der ehemalige Politiker.

Peschek versucht, Teile der Fans in Schutz zu nehmen: "Ich habe nachgefragt, wann es die ersten dokumentierten Würfe gab. Das war 1928, als Fans Steine ins Spielfeld warfen und einen Spielabbruch provoziert haben. Das soll nichts schönreden, aber es begleitet den Fußball schon lange. Es führt zu einer Gefährdung und schadet dem SK Rapid."

Ab jetzt keine Ausreden mehr

Erst seit dieser Saison seien die Regeln verschärft worden. Der neue UEFA-Drei-Stufen-Plan (Nach ersten Würfen oder Vergehen eine Stadiondurchsage; nach erneuten Würfen Spielunterbrechung; Spielabbruch bei dritter Verfehlung) sei nicht allen Fans bewusst gewesen.

Die Zeit der Ausreden sei nun aber vorbei. Peschek: "Es gilt: Wer wirft, muss mit einem Stadionverbot rechnen. Wir hatten mit Vertretern der Fanszene ein gutes Gespräch. Wir haben großartige Fans, es gibt aber Grenzen und Rahmen. Die muss man gemeinsam artikulieren. Im Zuge dieses Gesprächs haben wir das Bewusstsein geschärft. Ich bin sicher, dass wir die Thematik so gut wie möglich gemeinsam lösen."

Damit soll das Thema abgehakt sein, der Blick richtet sich nach vorne: "Das oberste Ziel ist, wieder Ruhe hineinzubekommen. Wir müssen uns auf die sportlichen Ziele konzentrieren und gemeinsam den Rucksack der letzten Saison ablegen. Wir müssen einen Schlussstrich ziehen und auf die Gegenwart sowie Zukunft blicken."

Textquelle: © LAOLA1.at

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