Rapid feiert Yusuf Demirs "Goldfuß" ab

 

Eigentlich sah es bis kurz vor Schluss so aus, als müsste Rapid am Samstag bereits das dritte Bundesliga-Spiel in Serie ohne Sieg auskommen, das zweite Mal sogar, obwohl man einen Mann mehr auf dem Spielfeld hatte. Die Betonung liegt allerdings auf "eigentlich".

Ein später Siegtreffer des gerade erst zur Einläutung der Rapid-Viertelstunde eingewechselten Yusuf Demir stellte die Gefühlslage der Hütteldorfer nämlich nochmal gehörig auf den Kopf (Spielbericht >>>). Das 17-jährige Talent bekam den Ball knapp 25 Meter vor dem gegnerischen Tor und versenkte das runde Leder sehenswert im Kreuzeck. Eine Aktion, bei der sich alle einig sind - Traumtor!

"Der Junge hat wirklich einen Goldfuß. Die Situation war fantastisch für ihn, dass er uns da das Tor macht. Es war halt ein Tausend-Gulden-Schuss, obwohl ich wirklich glaube, dass er den Ball dort hinzirkeln wollte. Dass es dann so schön ist, freut mich ungemein für uns alle", gerät Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer nach dem Spiel bei "Sky" ins Schwärmen über sein Super-Talent.

Schick: "Sehen das im Training öfter"

Auch Yusuf Demirs Mitspieler können nach dem Spiel nicht aufhören, dem 17-jährigen Nachwuchs-Teamspieler Rosen zu streuen. "Wir sind alle überglücklich, dass wir den Sieg noch geholt haben durch so ein Traumtor", meint Maximilian Ullmann.

"Man sieht das auch im Training, dass er ein unglaubliches Talent ist. Gott sei Dank, hatten wir heute einen Yusuf Demir", sagt Rapid-Kapitän Dejan Ljubicic.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Für Thorsten Schick war die Art und Weise, wie Demir den Ball im Tor versenkte, keine Überraschung, immerhin kennt er diese Szenen bereits aus dem Training. "Es war eine super Einzelaktion, den hat er schön getroffen. Wir kommen in den Genuss, dass wir das im Training öfter sehen. Ich bin froh, dass er den diesmal auch gemacht hat."

"In letzter Zeit war es auch nicht so einfach für ihn, weil medial viel auf ihn eingeprasselt ist – Transfer dort, Transfer da. Dann kommt der junge Spieler rein und entscheidet das Spiel für uns, da kann man nur den Hut vor seiner Leistung ziehen", findet Schick.

Rieder Abwehrarbeit machte Rapid das Leben schwer

Dass Rapid letzten Endes ein Traumtor von Yusuf Demir benötigte, um die drei Punkte einzufahren, liegt unter anderem aber auch daran, dass die Hütteldorfer ihre Überlegenheit über die gesamten 90 Minuten nicht schon vorher in Tore ummünzen konnten.

"Wir waren eigentlich ganz gut im Spiel drinnen, hätten aber mal ein Tor gebraucht. Ried hat probiert, gut in der Defensive zu stehen und dann nach vorne zu spielen, wobei ihnen nicht allzu viel gelungen ist, das muss man ganz ehrlich sagen, weil wir das Spiel schon kontrolliert und dominiert haben", sagt Rapid-Cheftrainer Kühbauer.

Nach dem Ausschluss von Kennedy Boateng nach einer guten Stunde stellte Ried die Offensivbemühungen komplett ein und spielte fortan nur mehr auf den Punkt. "Die Rote Karte hat Ried dann eigentlich noch mehr in die Karten gespielt, dann haben sie noch mehr verteidigen können. Wir haben uns in Altach schon schwergetan, die Überzahl auszuspielen. Im Endeffekt zählen aber die drei Punkte, da fragt morgen keiner mehr", so Schick.

Auch Kapitän Ljubicic streicht die Abwehrarbeit der Rieder hervor: "Sie haben uns das sehr schwer gemacht, aber geglaubt habe ich schon daran. Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft, nur das Tor hat uns gefehlt. Kompliment an Ried, die haben sehr gut verteidigt und es uns sehr schwer gemacht."

Remis "wäre absolut ärgerlich gewesen"

Letztlich konnte Rapid den Sieg aber doch noch davontragen. "Wie wir alle wissen, dauert ein Spiel so lange, bis der Schiedsrichter abpfeift. Das Spiel war absolut in Ordnung von uns. Wir haben schon viele Chancen gehabt, es wäre absolut ärgerlich gewesen, wenn wir wieder nur ein X gemacht hätten, dann wäre vielleicht auch wieder Unruhe reingekommen. So ist es aber ein verdienter Sieg", sagt Kühbauer.

"Wenn man so spät das 1:0 macht, dann muss man von einem glücklichen Sieg sprechen. Ich glaube, wenn man aber sieht, wie viele Strafraumszenen wir gehabt haben, dann ist es ein verdienter Sieg. Wir haben Einbahnstraßenfußball gespielt, hätten es uns schon in der ersten Halbzeit leichter machen können", so Schick, der bereits in der ersten Hälfte fast getroffen hätte.

Gejubelt hat Rapid bereits, als Schick die Hereingabe von Ullmann über die Linie drückte, der Abseitspfiff machte den Treffer jedoch zunichte. Bitter, da der Ball vermutlich auch ohne ein Eingreifen von Schick über die Linie gegangen wäre.

"Es ist so schnell gegangen. Wenn ich nicht hingehe und er geht vorbei, bin ich der Depp der Nation", sagt Schick. "Ich habe mich schon bei Maximilian Ullmann entschuldigt, dass ich ihm das Tor weggenommen habe." Dieser nimmt ihm die Aktion nicht übel. "Er muss hingehen. Wenn er nicht hingeht, fragt jeder, warum er da nicht hingeht. Es war unglücklich", so Ullmann.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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