Rapid: Weitblick statt Traurigkeit

 

Der SK Rapid hat Zeit. Viel Zeit.

Denn auch in Hütteldorf werden die Grundrechenarten beherrscht. Und mehr braucht es nicht, um die Situation realistisch einschätzen zu können.

Sechs Punkte fehlen dem SCR auf den Strich, der in der neuen Zwölfer-Liga bisher für so viel Spannung und Nervosität gesorgt hat. Und dazwischen liegt auch noch der TSV Hartberg mit drei Punkten Vorsprung auf die Grün-Weißen.

Kurzum, eine Teilnahme am oberen Playoff, offiziell Meister-Runde genannt, ist höchst unwahrscheinlich. Nur noch vier Spiele sind zu bestreiten, bis der Cut geschafft oder eben nicht geschafft wird. Und das erste davon findet für Rapid daheim gegen den noch ungeschlagenen Spitzenreiter RB Salzburg statt.

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Also wird beim SCR gerechnet, und das Ergebnis ist gleich ziemliche Hoffnungslosigkeit. „Mit dem Punktemaximum haben wir eine Restchance. Aber wir müssen so ehrlich sein, dass da alles für uns laufen muss“, sagt Trainer Didi Kühbauer.

"Wir sind nicht blauäugig"

„Wir wissen, wie schwer vier Siege in Serie sind“, ergänzt Kapitän Stefan Schwab. Im Herbst ist das Rapid nie gelungen, in der vergangenen Saison indes sogar zwei Mal. Unmöglich ist es also nicht, aber eben auch nicht wahrscheinlich. Deshalb sagt Sportchef Fredy Bickel: „Wir sind nicht blauäugig, wissen, wie schwierig das wird.“

Doch es gibt auch noch andere Wege, um in der kommenden Saison erneut international vertreten zu sein. Rapid könnte die Europa League gewinnen, wird es aber nicht. Rapid könnte Cupsieger werden, wurde das aber seit 1995 nicht mehr. Und Rapid könnte über das untere Playoff, sprich die Qualifikations-Runde, einen Platz im Europacup ergattern – das ist realistisch.

„Wenn wir den Cup gewinnen würden, kann man die Saison als erfolgreich bezeichnen“, sagt Kühbauer. Mitte Februar muss dafür zunächst das Heimspiel gegen den TSV Hartberg gewonnen werden, danach stünden inklusive Finale in Wien-Favoriten noch zwei Partien auf dem Programm.

Es wird gearbeitet

Aber das ist Zukunftsmusik. Aktuell gilt es, die eigenen Ansprüche und die Vorstellungen auf dem Platz in Einklang zu bringen, um die immer lauter werdenden Misstöne im Umfeld verstummen zu lassen.

Diesbezüglich ist, no na, eine positive Sicht der Dinge notwendig. „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln, dürfen nicht in irgendeine Traurigkeit verfallen“, gibt Schwab zum Saisonstart die Marschroute vor. Irgendwie kann man alles positiv sehen. Im Falle des Rapid-Kapitäns klingt das dann so: „Es ist schön, dass das letzte Jahr vorbei ist.“

Jetzt kann, weil bereits am Valentinstag das Europacup-Heimspiel gegen Inter Mailand stattfindet, rund einen Monat lang in Ruhe – sofern das bei einem Klub in dieser Größenordnung überhaupt möglich ist – gearbeitet werden.

Die besten Bilder vom Trainingsstart 2019:

© GEPA
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Das ist neu für Kühbauer. Der Burgenländer hat bekanntlich mitten im Herbst übernommen, bisher war mehr Troubleshooting als das Anvisieren einer fußballerischen Vision gefragt. „Ich habe bisher nicht die Zeit gehabt, die Spielidee zu entwickeln, die ich vorhabe“, sagt der Coach.

Das wird sich in der Vorbereitung ändern. „Wir wollen in diesem Frühjahr ein Gesicht bekommen. Wir wollen eine Spielidee, mit der man sich identifizieren kann. Es geht darum, dass der Fan im Stadion sieht, wofür wir stehen. Das ist die größte Aufgabe“, kündigt er an.

Ein neues System

Rapids Gesicht soll gleichzeitig variabel werden. Das 4-2-3-1 ist für Kühbauer längst nicht mehr in Stein gemeißelt: „Wir müssen schauen, dass wir vielleicht eine Systemänderung vornehmen. Ich will nicht immer mit demselben System spielen. Wenn ein weiteres System gut funktioniert, sind wir variabler.“

Getestet kann all das im Frühjahr aller Voraussicht nach gegen die vermeintlich Kleinen der Bundesliga werden, also jene, die es nicht in die Meister-Runde schaffen. Über die Europacup-Qualifikation via unteres Playoff spricht beim Trainingsstart des SCR nämlich interessanterweise niemand. Vielmehr wird der Eintritt des Misserfolgs-Falles als verlängerte Vorbereitung verkauft.

„Wenn es so wäre, würden wir diese Zeit nutzen, um für die neue Saison alles zu tun, um dann die Mannschaft zu sein, die weiter vorne spielt. Wenn wir es nicht in die Meister-Runde schaffen, müssen wir die Zeit nutzen, um uns neu zu positionieren. Wir wollen dann in den drei Monaten schon zeigen, was wir in der kommenden Saison spielen wollen“, sagt Kühbauer.

Auch Bickel spricht von einer „Vorbereitung auf die nächste Saison“. Die kommende Spielzeit startet am 19. Juli mit der ersten Cup-Runde. Bis dahin ist noch viel Zeit. Wer Rapid kennt, weiß, dass sie nicht so ruhig verlaufen wird, wie es sich die Verantwortlichen in Hütteldorf vielleicht wünschen.

Textquelle: © LAOLA1.at

Neuer Rapid-Stürmer: Fredy Bickel muss warten

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