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Giacomo Vrioni
Silberberger tobt: "Heute sind wir zum Großteil selber schuld"
Nach dem 1:2 bei Austria Lustenau findet WAC-Coach Thomas Silberberger deutliche Worte.
Der Wolfsberger AC muss am 3. Spieltag der ADMIRAL Bundesliga einen ersten Dämpfer hinnehmen. Nach dem starken Saisonstart mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen unterliegt der WAC bei Aufsteiger Austria Lustenau mit 1:2 (zum Spielbericht>>>).
Für Trainer Thomas Silberberger ist dabei vor allem die Art und Weise der Niederlage enttäuschend. Im "Sky"-Interview findet der 53-Jährige nach Schlusspfiff ungewöhnlich deutliche Worte.
"Das ist unglaublich"
Besonders die beiden Gegentore bringen Silberberger auf die Palme. "Ich bin sprachlos über die Gegentore", sagt der WAC-Coach und legt nach: "Dass es sowas überhaupt gibt im bezahlten Fußball, das ist unglaublich, wie wir den Gegner abholen."
Beim ersten Treffer leistet sich der WAC einen folgenschweren Fehler im Spielaufbau, beim zweiten fällt das Tor nach einem eigenen Eckball und einem schnellen Konter der Lustenauer. Für Silberberger waren es Geschenke an den Aufsteiger.
Dabei habe seine Mannschaft das Spiel eigentlich im Griff gehabt. "Wir wollten unseren Plan durchziehen, holen den Gegner dann durch so ein Slapstick-Gegentor ab", erklärt der Trainer. Auch nach dem 0:2 habe sein Team zwar reagiert, letztlich aber zu wenig aus den eigenen guten Phasen gemacht.
Spieler trafen "falsche Entscheidungen"
Den Vorwurf, seine Mannschaft habe über weite Strecken blutleer gewirkt, will Silberberger allerdings nicht unterschreiben. Er habe vielmehr ein "hochintensives Match" gesehen. Die fehlende Schärfe habe sich für ihn aber bereits unter der Woche angedeutet.
"Ich glaube, jeder Spieler weiß, dass das heute nicht gut genug war für unsere Ansprüche", so Silberberger. Vor allem die Entscheidungsfindung seiner Mannschaft stört ihn: "Wir sind relativ oft ins letzte Drittel eingedrungen und dann ist immer alles irgendwo versandet. Hier ein fehlerhafter Pass, da wenig Passqualität oder Flankenqualität."
Sein Fazit fällt entsprechend hart aus: "Heute sind wir zum Großteil schon selber schuld. Hut ab. Lustenau hat es sehr gut gemacht, aber wir haben sie ja regelrecht eingeladen zum gut machen."
Auch Gütlbauer und Verhounig selbstkritisch
Dass der WAC mit seiner Leistung nicht zufrieden sein kann, bestätigen auch die Spieler nach dem Spiel. Für Lukas Gütlbauer, der nach dem Abgang von Nikolas Polster erstmals als neue Nummer eins in der Bundesliga aufgelaufen ist, haben "viele kleine Dinge" nicht gepasst.
Vor allem im Spielaufbau seien zahlreiche Fehler passiert: "Da wäre heute sehr viel mehr drinnen gewesen", meint der 25-Jährige.
Auch Phillip Verhounig, der zur Pause ins Spiel gekommen ist und mehrere gute Möglichkeiten auf den Ausgleich vergeben hat, sieht die erste Halbzeit als großes Problem. "Wir haben einfach die erste Halbzeit vor allem verpasst, Passtempo reinzubekommen ins Spiel und das Spiel zu dominieren", erklärt der 20-Jährige.
Gleichzeitig hadert der Offensivspieler mit den vergebenen Möglichkeiten: "Ich finde, wir sind immer wieder gut reingekommen, haben dann auch die Chancen erarbeitet, die wir und auch insbesondere ich machen müssen."
Lustenau freut sich über ersten Dreier
Während beim WAC die Fehleranalyse im Vordergrund steht, herrscht bei Austria Lustenau naturgemäß große Freude. Trainer Markus Mader ist nach dem ersten Bundesliga-Sieg seit Mai 2024 vor allem von der Umsetzung des Matchplans angetan.
"Ich bin einfach nur geflasht ob der Leistung von der Mannschaft, die sie heute gezeigt hat", sagt Mader. Seine Spieler hätten die Vorgaben des Trainerteams "zu 100 Prozent versucht, umzusetzen". Der Sieg sei deshalb verdient gewesen.
Einziger Wermutstropfen aus Sicht des Lustenau-Coaches: Die Vorarlberger hätten die Partie schon früher entscheiden können. "Das eine oder andere Tor mehr müssen wir machen", meint Mader mit Blick auf die zahlreichen vergebenen Möglichkeiten in der zweiten Halbzeit.
Beim WAC steht "scharfe Trainingswoche" bevor
Für Silberberger gilt es nun, die erste Niederlage möglichst schnell aufzuarbeiten. Der WAC hat am kommenden Wochenende aufgrund der Spielverschiebung des LASK spielfrei und damit etwas mehr Zeit zur Vorbereitung.
"Wir werden eine scharfe Trainingswoche einbringen, wir werden das sauber analysieren, knallhart analysieren", kündigt der WAC-Coach an. Nach dem Traumstart mit Siegen gegen Austria Wien und einem Punkt gegen Salzburg wollte man sich mit einem Erfolg in Lustenau "den Saisonstart vergolden."
Stattdessen steht nun die erste Niederlage zu Buche. "Jetzt kreisen wir wieder da, wo wir halt kreisen", nimmt Silberberger ernüchtert zur Kenntnis.
Für Lustenau geht es indes kommende Woche gegen Sturm Graz weiter. Der WAC bekommt erst in zwei Wochen beim GAK die Chance auf Wiedergutmachung.