Ried: Das Ende einer kuriosen Ablöse

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"Ich habe mir da gar nichts vorzuwerfen", sagt Ried-Vorstand Roland Daxl bei der Präsentation von Neo-Trainer Lassaad Chabbi.

"Das Ganze ist super abgelaufen", meint Sportchef Fränky Schiemer.

Die Aussagen passen zu einer der kuriosesten Trainer-Ablösen in der Geschichte des heimischen Fußballs.

Christian Benbennek hat gemäß LAOLA1-Informationen bereits am Samstag gewusst, dass er unabhängig vom Ergebnis gegen die Admira gehen müsse.

Am Mittwoch erfuhr es der Deutsche dann offiziell als Letzter.

An der Trennung wird noch gearbeitet

Laut "OÖN" gab es erst nach der offiziellen Trainerbekanntgabe ein Treffen mit dem (Ex-)Trainerteam, in dem Benbennek sowie Co-Trainer Mario Posch die Ablöse mitgeteilt wurde.

Daxl relativiert: "Wir haben uns über die Tage stets ausgetauscht, haben ein freundschaftliches Verhältnis. Wir werden auch Freunde bleiben. Es ist nicht meine erste Trainer-Entlassung in Ried, sondern meine zweite und die ist mir klar schwerer gefallen als die erste."

An der einvernehmlichen Trennung werde übrigens noch mit dem Manager von Benbennek gearbeitet.

Am Samstag erzählte ein Journalist Benbennek von der geplanten Trennung. Von dieser Unterredung bekam schließlich auch Schiemer Wind und soll reinen Tisch gemacht haben.

So passt es auch, dass sich der Deutsche nach dem 0:1 gegen die Admira von Fans und Spielern verabschiedete, doch offensichtlich hatte Ried noch keinen Nachfolger. Ried ließ seinen Trainer sogar am Sonntag in "Talk und Tore" bei "Sky" auftreten, obwohl klar war, dass er gehen müsse.

Schiemer bedankte sich am Donnerstag für die Loyalität bei Benbennek: "Ich werde sicher kein schlechtes Wort verlieren. Er hat alles versucht, die Resultate haben leider nicht gestimmt. Aber er war stets loyal und intern wurde alles ganz klar kommuniziert."

Deswegen sei alles auch super abgelaufen.

Schiemer über die Trainersuche: "Es hat nicht viele Kandidaten gegegeben, zumal nicht viele in Frage kamen. Es sollte einer sein, der diese Situation kennt und das ist bei Lassaad der Fall. Ich habe seine Arbeit in meiner Zeit bei Liefering verfolgt. Sein Team war immer extrem gut eingestellt, da war immer eine klare Handschrift zu erkennen."

Der Sportchef wurde bei den Gesprächen mit Chabbi "noch euphorischer" und sagt: "Er hat super Ansätze, wie er arbeitet. Er passt als Typ perfekt zu uns. Wir sind überzeugt, dass wir mit ihm diese schwierige Situation meistern werden."

Daxl sagt über die lange Trainer-Suche: "Das ist ja nicht wie im Supermarkt, wo man einfach einen herausfischt. Es gab wenige Kandidaten, die das Anforderungsprofil erfüllten. Hubert Nagel ist seit 20 Jahren im Geschäft und hat natürlich verhandelt, was sein gutes Recht ist, die 'Gsiberger' kennt man ja als erfolgreiche Geschäftsleute."

Eine fünfstellige Ablösesumme soll laut "OÖN" geflossen sein.

Als Daxl in diesem Kontext am Mittwoch den Lustenau-Präsidenten anrief, hob der während einer Pressekonferenz ab und sorgte für ein weiteres Kuriosum dieser Ablöse.

"Ich bin ja kein Hellseher und weiß nicht, was 400 Kilometer entfernt gerade passiert und Hubert Nagel gerade macht", hat Daxl dahingehend einen Punkt.

Nun ist diese kuriose Ablöse nach fast einer Woche zu Ende gegangen.

Nachdem Manager-Legende Stefan Reiter und Trainer Christian Benbennek gegangen wurden, liegt das sportliche Schicksal nun in den Händen von Fränky Schiemer und vor allem Lassaad Chabbi.

Und die Fans der SV Ried hoffen, dass es auf dem Platz besser läuft als in den vergangenen Tagen abseits.

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Textquelle: © LAOLA1.at

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