Als sich Vallci wie bei Fast & Furious fühlte

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Für Red Bull Salzburg bietet sich heute (20:30 Uhr im LIVE-Ticker) die erste Gelegenheit, die letzten Zweifel am neuerlichen Gewinn des Meistertitels zu beseitigen. Bei einem Auswärtssieg gegen Rapid und einem Punkteverlust des LASK in Hartberg wären die "Bullen" drei Runden vor Schluss quasi Champion.

Einer, der maßgeblichen Anteil am neuerlichen Titel der Salzburger hat, ist Albert Vallci. Der Steirer konnte sich im Laufe der Saison auf der rechten Abwehrseite der Mozartstädter festsetzen. Gegen den LASK erzielte er jüngst sogar seinen zweiten Treffer im Dress der "Bullen", außerdem bereitete er in dieser Saison zwei weitere Treffer vor.

Für Vallci wäre es in seiner zweiten Saison in Salzburg der zweite Double-Gewinn. Erst im Jänner 2019 wechselte der Verteidiger von Wacker Innsbruck in die Mozartstadt, davor spielte er bei Kapfenberg, Lafnitz und Horn.

Beim Rückblick auf seine Karriere, die im Alter von vier Jahren in der Steiermark begann, wird deutlich, wie viel Vallci mit nur 24 Jahren in seiner Karriere bisher alles erlebt hat.

Als Sturm Vallci aussortierte

Zu Beginn seiner Laufbahn hat sich der im Bezirk Voitsberg geborene Steirer für diverse Akademien angemeldet, darunter jene von Sturm, Kapfenberg und dem GAK. Nachdem er bei Sturm bei letzten Sichtung jedoch aussortiert wurde, entschied er sich spontan für Kapfenberg, die "Falken" nahmen ihn mit offenen Armen auf.

Mit nur 14 Jahren zog er von zu Hause aus ins Internat. "Es war definitiv eine charakterbildende Zeit. Es war auch finanziell für meine Eltern nicht leicht, es war keine einfache Zeit", erzählt Vallci im Podcast "Einstellungssache" des FC Red Bull Salzburg.

Vallci schloss die Schule mit der Matura ab und feierte kurz vor seinem 18. Geburtstag sein Debüt in der 2. Liga für Kapfenberg. Von dort aus ging es im Sommer 2016 nach Horn, das damals von den Japanern rund um Keisuke Honda geführt wurde.

Vallci "Big in Japan"

Dieses Engagement bescherte Vallci prompt eine Promo-Reise nach Japan. "Ivan Ljubic und ich sind damals von den japanischen Klubverantwortlichen intern zu den Spielern des Halbjahres gewählt worden. Daraufhin haben sie uns zu einem Fünf–Tages-Trip nach Tokio eingeladen", erzählt der Verteidiger.

"Wir haben eine Sponsoren-Tour gemacht, das war schräg, aber auch interessant. Die haben wirklich einen großen Aufwand betrieben. Wir sind von einer Limousine abgeholt worden und durch ganz Tokio gefahren. Die Leute haben für uns geklatscht. Es hat sich angefühlt, als wären wir berühmt gewesen", erinnert sich Vallci.

Neben dem Besuch beim FC Tokio ist ein weiteres Erlebnis in Erinnerung geblieben: "Wir haben das Trainingsgelände des FC Tokio gesehen. Als wir im Viertel Shibuia waren, standen auf der Straße vor mir auf einmal drei Mario-Kart-Autos bei der Ampel. Zehn Minuten später fährt eine Kolonne getunter Hummer vorbei. Bei uns ist das auf der Straße nicht mal erlaubt. Das war wie Fast and Furious Tokyo Drift."

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Rasant verlief auch Vallcis sportlicher Aufstieg. Nach Horns Abstieg aus der zweiten Liga zog es den Steirer im Sommer 2017 nach Innsbruck zu Wacker, ehe im Winter 2018/19 während eines Essens beim Italiener plötzlich das Handy klingelte.

"Auf einmal ruft mich eine Deutsche Nummer an und es heißt: Hallo, Marco Rose hier. Da habe ich mich gar nicht ausgekannt und habe angefangen zu schwitzen", erinnert sich Vallci. "Ich habe damit nicht gerechnet. Zwei Jahre davor bin ich mit Horn aus der 2. Liga abgestiegen und dann kommt der beste Verein Österreichs."

Und Vallci musste nicht lange überlegen: "Wenn sie wollen, kann ich morgen kommen", sagte er zu Marco Rose noch am Telefon.

Vallci, der "halbe Brasilianer"

Mittlerweile ist Vallci am besten Weg, sich zu einer fixen Größe in Salzburg zu mausern. Der 24-Jährige ist aber auch regelmäßig Gegenstand von Witzen und Provokationen innerhalb des Teams.

"Es hat immer einen guten Grund, wenn ich die Klappe offen habe", sagt Vallci, der als Schmähbruder und "halber Brasilianer" bekannt ist. "Ich habe schon ein paar Flanken aus der Luft mit der Hacke angenommen. Aber Andre (Ramalho, Anm.) sagt, ich rede so viel wie ein Brasilianer", grinst Vallci.

"Ich bin einfach für jeden Spaß zu haben, ich kann auch über mich selbst lachen. Bei uns im Team ist die Stimmung in gewissen Phasen mit viel Spaß verbunden, aber ich bin trotzdem auch ein Wettkampf-Typ und hasse es, zu verlieren. Egal, ob es ein Fünf-gegen-Fünf im Training ist oder im Spiel."

Textquelle: © LAOLA1.at

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