Rapids zäher Kampf um die Top drei

 

Die 11. Runde der Bundesliga ist Geschichte und damit ist die Hälfte des Grunddurchgangs absolviert.

Red Bull Salzburg, der LASK, der Wolfsberger AC – die Top drei unterscheiden sich im Herbst 2019 nicht von jenen, die am Ende der letzten Saison die Endtabelle der Meisterschaft anführten. Die drei "Euro-Fighter" bringen auch in der Liga ansprechende Leistungen und sind momentan die "Teams to beat" – brav von Rang eins bis drei durch je drei Punkte getrennt.

Weitere zwei Punkte hinter dem WAC rangiert der SK Rapid Wien. Durch das 1:1 gegen die Kärntner (Spielbericht>>>) verpassen die Hütteldorfer zwar den anvisierten Sprung unter die ersten drei, insgesamt ist die Ausgangsposition aber keine, die in Hütteldorf große Unzufriedenheit hervorruft.

Die Erinnerung daran, wo Rapid am Ende des letzten Grunddurchgangs zu finden war, nämlich unter dem ominösen Strich, der die Meister- von der Qualifikationsrunde trennt, lässt die SCR-Familie beruhigt Zwischenbilanz ziehen. Aktuell sind die Grün-Weißen satte neun Punkte von dieser "magischen Grenze" entfernt, ausgerechnet die Austria ist die aktuelle "Benchmark", die "Top-6" und "Flop-6" trennt.

Im Hinblick auf die Ergebnisse der ersten elf Runden stellt sich in Hütteldorf aber die Frage, was noch gegangen wäre.

Auswärts nur zwei Punkte verloren

0:2 gegen Salzburg, 1:2 gegen den LASK und 1:1 gegen den WAC: Die Heimspiele gegen eben jene Vereine, die in der Tabelle vor Rapid liegen, brachten keine "Big Points".

Da ist das Heim-3:3 gegen Hartberg, welches sich ebenfalls in die Bilanz schummelte, noch ein kleinerer Faktor in den Berechnungen. Auch beim 2:2 in St. Pölten in der zweiten Runde hatten die Wiener die Hände eigentlich am Sieg.

Damit wären alle Punktverluste der bisherigen Saison aber schon aufgezählt. Zufriedenstellend?

Daheim fehlt noch was

"Wenn man sich die Leistungen anschaut, sind wir reif für die Top drei", unterstreicht Stefan Schwab gegenüber LAOLA1. "Aber es fehlt ein bisschen was."

Auffällig ist die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärts-Resultaten, waren doch die zwei verschenkten Punkte beim SKN die bisher einzigen Zähler, die nicht mit in den Rapid-Bus stiegen. Im Allianz Stadion holte Rapid hingegen erst acht von 18 möglichen Zählern.

"Daheim haben wir zu wenig Siege eingefahren, aber auf die Leistungen können wir aufbauen. Es geht in eine gute Richtung. Und wir sind mittlerweile so stabil, wenn wir unsere Chancen nicht verwerten, verlieren wir zumindest nicht", streicht der Kapitän eine neue Stärke hervor, meint aber weiter: "Daheim müssen wir Hartberg oder den WAC auch einmal wieder schlagen, wenn wir wirklich unter die Top drei wollen."

Improvisation ist gefragt

Ausfälle - speziell in der Offensive - haben Rapid auch dazu gezwungen, immer wieder zu improvisieren.

Die neue Dreierkette, zwischendurch doch das alte System mit zwei Innenverteidigern, Debüts von Nachwuchs-Spielern, allen voran Dalibor Velimirovic und Melih Ibrahimoglu, dazu eine stärkere Rolle für Kelvin Arase, der eigentlich schon zwecks Spielpraxis zur SV Ried abgestellt war – alles lief nicht nach dem ursprünglichen Plan, obwohl sich die anderen Entwicklungen zum Großteil sogar positiv auswirkten.

Dass der eine oder andere baldige Rückkehrer die Qualität sogar noch weiter anheben wird, stimmt Schwab aber "sehr optimistisch, dass sich das mit den Top-3 heuer ausgeht".

Wieder diese Effizienz...

"Die Leistungen daheim waren zum Teil sogar besser als auswärts. Aber wir sind noch nicht kaltschnäuzig genug."

Max Hofmann

Dennoch war das 1:1 gegen den WAC stellvertretend, nicht nur für die angesprochene neue Stabilität, sondern auch für die Quäntchen, die im Kampf gegen das Top-Trio eben noch fehlen.

Mangelnder Output aus einem Chancen-Plus und die ständige Gefahr, sich eben doch ein entscheidendes Gegentor – in diesem Fall aus einem Standard – einzufangen.

Mit höherer Effizienz hätte dieses Manko ausgeräumt werden können, und so kritisierte Didi Kühbauer auch nur die mangelnde Konsequenz seiner Mannschaft, den Sack zuzumachen. Ein Problem, welches in dieser Saison eben vor allem daheim auftritt.

Eine einfache Rechnung

Max Hofmann zeigt sich sogar verwundert, weil gegen den WAC eine bessere Leistung auf den Platz gebracht wurde, als bei der einen oder anderen Partie, die gewonnen wurde. "Die Leistungen daheim waren zum Teil sogar besser als auswärts. Aber wir sind noch nicht kaltschnäuzig genug", moniert der Verteidiger.

"Vielleicht hat bei den Heimspielen auch ein bisschen das Spielglück gefehlt. Ein unglückliches Gegentor gegen den LASK etwa – wenn das nicht fällt, ist das ein Punkt mehr für uns, zwei weniger für sie und wir wären wieder näher dran", rechnet er vor und fordert: "Wir müssen daheim noch dominanter sein. Da sind wir noch nicht dort, wo wir uns das vorstellen."

Auswärts würden die Gegner mutiger auftreten, das Visier weiter nach oben klappen – und das scheint Rapid richtig entgegenzukommen.

Fällt die Serie in Salzburg?

Vielleicht fällt die besagte Dominanz gegen "kleinere" Gegner leichter. Die Top-3 waren ja nun schon in Hütteldorf zu Gast. Die "Rückrunde" beginnt für Rapid nächste Woche gleich mit der schweren Aufgabe bei Red Bull Salzburg.

Dass die Hütteldorfer für den Liga-Krösus zumindest ein Ärgernis darstellen können, wurde nach der 1. Bundesliga-Runde auch im Cup bewiesen, obwohl beide Spiele verloren gingen.

Ob der Auftritt dort zur ersten Niederlage nach sechs Runden ohne Niederlage oder doch zum nächsten Erfolgserlebnis wird: Die Richtung stimmt.

Und der Kapitän erinnert: "Die entscheidende Phase kommt im Frühjahr. Für uns ist wichtig, dass wir uns oben festhängen, und mit dem Kampf gegen das untere Playoff nichts mehr zu tun haben. Wir sind gewappnet."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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