Rapid-Gerücht? Das sagt St.Pölten-Keeper Riegler

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Mit einem Lächeln im Gesicht kommt Christoph Riegler zum Interview-Termin mit LAOLA1 in der NV Arena.

Der 27-jährige Torhüter weiß, welches Thema derzeit hochgespielt wird. Erst am Wochenende poppte das Gerücht auf, dass der SKN-Rückhalt im Sommer zum SK Rapid wechseln soll.

Dorthin, wo er bereits in der U15 spielte. Als Nachfolger von Richard Strebinger? Oder zusätzlich? Riegler selbst ist hin- und hergerissen, was er zu dieser Causa preisgeben soll.

Dass ihn das Interesse ehrt, will er aber dann doch nicht leugnen. "Natürlich stärkt es das Selbstbewusstsein, aber ich schaue einfach, dass ich Woche für Woche meine Leistung abrufe. Die ganzen Nebengeräusche sind gut und schön, aber ich beschäftige mich nicht viel damit."

Dabei gibt er aber zu: "Als junger Spieler dazumals mit 14 Jahren war es eine Riesen-Ehre für mich, dass einfach Rapid Interesse gehabt und mich geholt hat." Daran wird sich wohl nicht viel geändert haben.

Als Jugendlicher kam Rapid noch zu früh – und jetzt?

Eigentlich will Riegler das Thema aber nicht weiter kommentieren, verweist auf seinen bis 2020 laufenden Vertrag, die noch ausstehenden zwei Spiele gegen LASK und Salzburg sowie das noch mögliche Erreichen des Ziels Europacups.

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Natürlich merkt man ihm aber auch an, dass er das Rapid-Gerücht nicht komplett ausblenden kann. Angesprochen auf die Vorteile, dass sein Ex-Trainer Didi Kühbauer in Hütteldorf Trainer ist, lächelt er nur verschmitzt.

"Das ist immer gut und schön, aber es werden so viele Spieler mit irgendwelchen Vereinen in Verbindung gebracht. Ich bin wirklich glücklich in St. Pölten, ich habe ihm sehr viel zu verdanken. Sie sind trotz meiner schwierigen Phasen immer hinter mir gestanden. Was dann im Sommer passiert, werden wir dann sehen", so Riegler weiter.

In Rapids U15 spielte der Niederösterreicher nur ein Dreiviertel-Jahr. "Als Kind vom Land" kam für ihn der Wechsel in die Großstadt noch zu früh. Mit seinen Eltern entschloss er sich dann, zurück zu seinen Freunden und zum SKN zu gehen. "Ich bin froh, dass ich den Schritt gemacht habe, sonst wäre ich vielleicht nicht da, wo ich jetzt bin", so Riegler. Dass die Großstadt zu früh käme, daran würde es jetzt aber wohl nicht mehr scheitern.

Popovic will Entschädigung bei Riegler-Abgang

Trainer Ranko Popovic will gegenüber LAOLA1 noch nichts Genaueres über einen Rapid-Wechsel seines Schützlings wissen und meint, dass die Medien da wohl besser informiert seien als er.

"Riegler ist noch immer bei uns. Ich bin froh, dass er da ist. Wenn das zustande kommt, werde ich schon vordenken. Aber es ist immer bitter für einen Trainer, wenn er jemanden verliert, der so eine Qualität hat. Das hat dann nämlich auch großen Einfluss auf die Qualität der Mannschaft."

Sollte es zu einem Deal kommen, geht es Popovic aber vor allem darum, dass der Verein nicht leer ausgeht und Schritte einleitet, mit dem Verlust umgehen zu können. Riegler hätte sich seiner Meinung nach aufgrund der Leistungen das Interesse anderer Klubs verdient.

"Wir müssen alle so denken. Wenn du ein Kind hast, dass in einem kleinen Ort in die Universität geht und dann ein Angebot von Oxford, Cambridge oder einer prominenten Uni hat, wo alles bezahlt wird – würdest du als Vater dann 'Nein' sagen? Darüber muss man froh sein. Dass ist auch eine Entwicklung und Belohnung für die Arbeit der Leute, die mit ihm gearbeitet haben und ihn in die Situation gebracht haben - aber für ihn selber auch", meint der SKN-Chefbetreuer.

Allerdings müsste St. Pölten gut entlohnt werden. "Natürlich wünscht man ihm alles Gute, aber dementsprechend müssen wir auch eine Entschädigung haben, damit der Verein weiterleben und weiter solche Spieler entwickeln kann."

(Rapid-)Interesse an Riegler für Jürgen Macho "zwangsläufig"

Riegler verbindet seinen Aufstieg zum Top-Keeper der Bundesliga sehr eng mit Tormann-Trainer Jürgen Macho.

Für diesen steht fest, dass sich sein "Schüler" Angebote größerer Klubs verdient hat: "Zwangsläufig, wenn man gute Leistungen über einen längeren Zeitraum bringt - und heuer waren die vom Start weg gut. Wenngleich ich immer noch der schärfste Kritiker bin, weil ich einfach weiß, dass noch mehr drinnen ist. Aber wenn er gut performt, kommen auch zwangsläufig andere Vereine und er wird interessant."

Der 41-jährige Ex-ÖFB-Teamtorhüter ist auch dem SK Rapid sehr eng verbunden, gehörte den Ultras an und spielte auch selbst für die Grün-Weißen. Ob er Riegler zum Wechsel nach Wien-Hütteldorf raten würde?

"Im Endeffekt muss er für sich selbst entscheiden, was das Beste ist. Ich kann ihm den einen oder anderen Tipp geben, das werde ich ihm aber persönlich sagen. Im Endeffekt ist jeder für sich verantwortlich, muss wissen, ob es gut oder nicht gut ist oder zu früh kommt", meint Macho.

Aus St. Pöltner Sicht wäre es natürlich gut, wenn er bleibe, "weil er eine wichtige Säule in der Mannschaft ist. Man hat gesehen, was er imstande ist zu leisten."

Bereit für Top-Klub? "Traue Riegler prinzipiell alles zu"

Der ehemalige England-Legionär hält aber auch fest, dass sich Riegler die Latte selbst sehr hoch gelegt hat. Diese gilt es erst einmal zu bestätigen. Denn vor dieser Saison war der Keeper öfters kritisiert worden, leistete sich Fehler und Patzer.

Der Leistungsschub kam schnell, im Endeffekt könne man immer nicht pauschal sagen, ob ihm ein weiteres Jahr beim selben Verein helfen würde oder nicht. Dass er das Potenzial für einen Top-Klub hat, denkt Macho schon:

"Wenn er sich ständig weiterentwickelt und Gas gibt, traue ich ihm prinzipiell alles zu. Aber das traue ich jedem einzelnen Torhüter zu, weil im Endeffekt sind wir da, um zu arbeiten und besser zu werden. Jeder hat Ziele, jeder hat Vorstellungen, wo er einmal spielen will – sei es in Österreich, sei es im Ausland. Wenn die Chance kommt, muss man sie nützen und den nächsten Schritt setzen."

Und welches Ziel verfolgt Riegler? Weiter St. Pölten, Rapid oder ganz etwas anderes? "Ziel ist es natürlich, dass ich konstant diese Leistung abrufe wie diese Saison. Dass es keine einmalige Sache war und "Standard" wird. Dann werden wir sehen. Natürlich hat man als Sportler immer Ziele, aber man muss einfach hart daran arbeiten, um sie wirklich zu erreichen. Falls wirklich einmal die Möglichkeit besteht, dann kann man es sich überlegen."

Textquelle: © LAOLA1.at

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