"Weiß nicht, was die Philosophie dahinter ist"

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Was läuft falsch beim SK Rapid?

Ex-Trainer Peter Pacult nimmt sich in der "Sky"-Sendung "Talk und Tore" kein Blatt vor den Mund und kann unter anderem die Kaderzusammenstellung nicht verstehen:

"Bei mir war es noch so, dass wir sechs Ausländer hatten und fertig. Jetzt hat man neun Legionäre. Will man im Österreicher-Topf bleiben, muss man drei auf die Tribüne setzen. Das kostet viel Geld. Ich weiß nicht, was die Philosophie dahinter ist", sagt der 57-Jährige.

"Fehlt einer, der Tore macht"

Die angespannte Situation bei den Hütteldorfern kommentiert der letzte Meister-Trainer der Grün-Weißen wiefolgt:

"Ich hätte mir gewünscht, dass die Euphorie mit dem neuen Stadion länger anhält. Aber mit diesen schwankenden Leistungen ist das nicht möglich. Man bekommt keine zwei Halbzeiten zusammen. Es fehlt auch einer, der Tore macht. Was dazukommt, ist die eklatante Auswärtsschwäche."

VIDEO: Die Highlights des mühevollen Rapid-Siegs bei der Admira



Das liege unter anderm auch daran, dass Spieler fehlen würden, die Ruhe ins Spiel brächten: "Wenn man sich die Fehlpassorgie gegen die Admira ansieht, ist keiner da, der das Tempo rausnimmt. Es ist Hektik drin."

Scharfe Kritik an Mocinic

Ein Spieler, der für die Ordnung im Mittelfeld sorgen soll, ist Ivan Mocinic. Vom Kroaten ist Pacult enttäuscht: "Ich kenne ihn ja schon länger. Er hat jetzt vier Gelbe und eine Gelb-Rote Karte. Daran merkt man, dass er einfach nicht in der geistigen Verfassung ist, dem Spiel den Stempel aufzudrücken."

Rapid-Trainer Mike Büskens, der ebenfalls zu Gast ist, versucht Mocinic' Einstellung zu verteidigen: "Er will Dinge, die ihm nicht gelingen, sofort regulieren. Wie gegen die Admira. Daraus muss er lernen."

Entrup ein "großes Thema"

Die Gründe für die schwierige Lage sieht Pacult unter anderem im Fall Maximilian Entrup, der von Rapid-Fanklubs aufgrund seiner Austria-Fanklub-Vergangeheit nicht akzeptiert wird: "Ich glaube, dass das ein großes Thema ist. Er hat bei gewissen Fangruppen keine Chance. Das ist klar."

"Damals hatten wir eine stärkere Hierarchie im Trainerteam. Das ist heute ausgeglichener."

Steffen Hofmann

Es sei ein Thema, dass man sich selbst eingebrockt habe. "Er hat keine Chance, dass er da integriert wird. Es wird auch nie zu einem Gespräch kommen, das kann ich mir nicht vorstellen", glaubt Pacult.

Hofmann lässt aufhorchen

Steffen Hofmann, der als einziger im aktuellen Kader beim letzten Meistertitel dabei war, lässt des Weiteren mit einer Aussage aufhorchen: "Damals hatten wir eine stärkere Hierarchie im Trainerteam. Das ist heute ausgeglichener."

Ob etwa Carsten Jancker, wie von "Sky"-Moderator Martin Konrad vermutet, nun deutlich mehr zu sagen habe als unter Zoran Barisic, kann Büskens nicht sagen: "Er arbeitet sehr viel mit Stürmern. Aber das ist auch das Metier, in dem er sich bewegt hat."

Rapid denke auch nicht daran, etwas am Trainerteam zu verändern. Einen eigenen Co-Trainer mitzubringen, stand für Büskens nicht zur Debatte.

Keine Änderungen im Trainerteam

"Ich wollte mir von den Jungs, die hier sind, einen Eindruck machen. Alle stellen sich hunderprozentig in den Dienst der Sache. Also belassen wir das auch so. Wir sind mit der Zusammenarbeit zufrieden."

Auf den Rängen sieht man das anders. Dort wurde Büskens und seinen Kollegen die Rapid-Würdigkeit aberkannt. Kritik, die Büskens trifft.

"Wenn du eine Seele hast, dann ist das etwas, was dich berührt. Wir arbeiten mit hundertprozentiger Leidenschaft für diesen Verein und tun alles. Dann musst du auch mit Kritik leben können."

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