SVM-Profi: "Liga-Reform schadet der Entwicklung"

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Der SV Mattersburg trifft am Samstag (17 Uhr im LIVE-Ticker) in der Qualifikations-Gruppe auf den SK Rapid. Vor dem Duell in Hütteldorf übt SVM-Profi Patrick Salomon Kritik an der "neuen" Bundesliga.

"Ich seh’ die Ligareform sehr kritisch. Ich will nicht sagen, die Bundesliga hat sich nichts dabei überlegt, aber dieses Format schadet der Entwicklung. Ich habe eher das Gefühl, man geht ins Jahr 1997 retour, als ein Sieg nur zwei Punkte wert war", sagt der 30-Jährige im "Kurier".

"Keiner kennt sich aus"

Salomon bekritelt, dass sich die Vereine der Qualifikationsgruppe nicht auf die nächste Saison vorbereiten können. "Dazu kommt, dass sich nicht wirklich wer auskennt. Was ist der vierte, was der fünfte Platz wert? Wenn Rapid Cupsieger wird, bekommt der Achte noch die Chance auf die Europa League. Aber ehrlich: Ein Achtplatzierter hat sich das nicht verdient."

Dass die Liga einen Vorteil aus der Reform ziehen kann, glaubt Salomon nicht. "Man hat zwar nach dem Grunddurchgang einen steigenden Zuschauerschnitt verkündet. Ob das nach der Saison auch so sein wird, wage ich aber zu bezweifeln. In der Qualifikationsgruppe sind die Stadien leerer, obwohl das Wetter besser wird. Und nicht zuletzt leidet die Qualität des Fußballs darunter, weil viele Angst haben, abzusteigen und deshalb das Wesentliche vergessen", merkt der derzeit verletzte Routinier (Zehenbruch) an.

Salomon für amerikanischen Weg

Geht es nach Salomon, sollte die Bundesliga den "amerikanischen Weg" einschlagen.

Sein Vorschlag: "Dass man zum Beispiel für 2025 eine Liga mit zehn Klubs ausschreibt, in der alle hohe Standards erfüllen müssen. Etwa ein Top-Stadion, wo mindestens 10.000 Sitzplätze überdacht sind. Man hätte einige Jahre Zeit, um mittels Investoren und Sponsoren die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Wem das gelingt, der spielt mit." So könnte man Traditionsklubs wie dem GAK oder dem Wiener Sport-Club eine Perspektive für den Wiederaufstieg bieten, meint Salomon.

Eine geschlossene Liga ohne Absteiger würde bei Spielern und Funktionären "Verkrampfungen lösen", glaubt der Mattersburg-Kicker. "Ein Abstieg in die neue 2. Liga ist wirtschaftlich verheerend. Ohne Abstiegsangst könnte ein Klub, wenn er nach drei Vierteln der Saison nicht mehr die Chance hat, oben mitzuspielen, für die nächste Saison Entwicklungsarbeit leisten und auch mehr junge Spieler einsetzen", sagt Salomon. "Darüber hinaus fände ich persönlich eine Gehaltsobergrenze sinnvoll."

Textquelle: © LAOLA1.at

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