Joao Klauss: Der bessere Joelinton?

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Bei all dem Trubel um den Abgang von Trainer Oliver Glasner zum VfL Wolfsburg bleibt ein Thema beim LASK nahezu unbemerkt.

Winter-Neuzugang Joao Klauss schoss beim Gastspiel bei der Wiener Austria einen Doppelpack – seinen ersten in der österreichischen Bundesliga.

Es waren die Treffer zwei und drei in bislang acht Bundesliga-Spielen. Der Knoten scheint beim Brasilianer geplatzt zu sein. Dabei ist er im System von Coach Oliver Glasner für wesentlich mehr vorgesehen als „nur“ Tore zu schießen.

Der moderne Stürmer

Wie sich das im aktuellen Fußball gehört, ist auch Klauss als Stoßstürmer bereits der erste Verteidiger. Das ist auch die klare Aufgabenstellung von Glasner.

„Wir wollen dem Gegner sehr wenig Zeit im Spielaufbau geben und ihn zu langen Bällen zwingen. Er nimmt das immer besser an“, lobt ihn sein Noch-Trainer.

Die Adaptierung an das klare Spielsystem des LASK hat dennoch Zeit gebraucht beim 22-Jährigen: „Man sieht schon, dass er es nicht gewohnt war, den Gegner so viel unter Druck zu setzen und so viel defensiv mitzuhelfen.“

Vergleiche liegen auf der Hand

Ein bulliger brasilianischer Stürmer, der viel für das Team arbeitet und zudem noch von der TSG Hoffenheim ausgeliehen ist – nicht wenige werden bei dieser Beschreibung an Joelinton erinnert.

Der Ex-Rapid-Stürmer wurde ebenfalls von Hoffenheim in die österreichische Bundesliga verliehen, um den nächsten Schritt zu machen. Mit Erfolg, schließlich war Joelinton nach seiner Rückkehr bis zu seiner Verletzung die vielleicht größte personelle Überraschung in Deutschland. Angeblich wurde sogar ein 50-Millionen-Euro-Angebot im Winter für den Brasilianer abgelehnt.

Klauss soll sich nun ähnlich entwickeln und die nächste brasilianische Erfolgsgeschichte bei Hoffenheim werden. „Ich habe mitbekommen, dass Hoffenheim für Carlos Eduardo, Luiz Gustavo und Roberto Firmino ein Sprungbrett war und dass sie Nationalspieler wurden“, macht Klauss gegenüber der „Bild“ keinen Hehl daraus, was sein Ziel ist.


Der Doppelpack von Joao Klauss im Video:

Gut integriert

Als Zwischenschritt zu den großen Zielen Nationalteam und deutsche Bundesliga ist nun also der LASK eingeplant, bis Sommer 2020 läuft der Leih-Vertrag. Bevor Klauss zu den Linzern kam, räumte er in Finnland ab: Meister mit HJK Helsinki, zudem Torschützenkönig und Spieler der Saison.

Anpassungsschwierigkeiten hatte der Brasilianer nicht. Das liegt zum einen an Landsmann Joao Victor, zum anderen am Team selbst. „Bei unserer Truppe ist es nicht schwer, sich zu integrieren. Wir sind ein super Haufen, da kämpft jeder für jeden“, so Reinhold Ranftl.

Dementsprechend positiv fielen auch die Reaktionen der Mitspieler auf seinen Doppelpack bei der Austria aus.

Es kann so weitergehen

„Ich freue mich irrsinnig für ihn, weil er einfach ein irrsinnig guter Arbeiter ist und ein immer fröhlicher Mensch. Seine Qualität sieht man eh im Training. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es passiert. Und ich hoffe, er kann jetzt so weitermachen“, freut sich LASK-Keeper Alexander Schlager für den Stürmer.

Auch Kapitän Christian Ramsebner hofft, dass es so weitergeht: „Das freut mich sehr für ihn. Er arbeitet sehr viel, hat bis jetzt noch nicht so das Glück im Abschluss gehabt. Aber man sieht jeden Tag im Training, dass er es drauf hat.“

„Tolle Abschlüsse – zweimal. Freut mich auch für ihn, das hat er sich verdient, weil er immer alles gibt“, zollt auch Glasner ob der Kaltschnäuzigkeit bei den Treffern gegen die Austria Klauss Respekt.

Entscheidender Faktor nächste Saison?

Der Leih-Vertrag läuft noch bis Sommer 2020, die Linzer können also auch für die kommende Saison mit dem bulligen Stürmer planen.

Auch wenn mit Glasner der Architekt des Erfolgs den LASK mit Saisonende verlässt, ist nicht damit zu rechnen, dass unter seinem Nachfolger ein völlig neues System gespielt wird. Und so könnte ein eingespielter Klauss den Abstand zu Red Bull Salzburg weiter verkürzen.

„Jeder Spieler bei uns ist ein wichtiger Spieler. Unsere große Stärke ist das Kollektiv und da ist jeder Spieler im Kader wichtig“, betont Kapitän Ramsebner. Und doch ist genau ein Spielertyp wie Klauss den Linzern im Herbst noch abgegangen.

Voraussetzung ist jedoch, dass er sich weiterhin so entwickelt wie in den letzten Monaten. Dann hätte auch Hoffenheim einen perfekten Nachfolger im Falle eines Millionen-Transfers von Joelinton.

Textquelle: © LAOLA1.at

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