LASK-Präsident Gruber feuert gegen Strafsenat

 

Am 3. August muss die österreichische Bundesliga ihre fünf Teilnehmer an der Europacup-Saison 2020/21 nennen.

Ob diese zu diesem Zeitpunkt auch endültig feststehen, steht aktuell in den Sternen. Der LASK stellt nämlich die große Unbekannte in der künftigen Endtabelle der Bundesliga dar, aktuell werden die Linzer mit sechs Zählern Abzug nach ihrem Corona-Vergehen geführt.

Sollte der Einspruch der Athletiker beim Protestkomitee oder danach beim Ständigen Neutralen Schiedsgericht von Erfolg gekrönt sein und der LASK tatsächlich Punkte zurückbekommen, könnte es nach Meisterschaftsabschluss noch zu Verschiebungen in der Endtabelle kommen.

Gruber schiebt Schuld an Chaos auf Senat 1

Der Endpunkt dieses Prozesses könnte weit hinter die Nennfrist der UEFA am 3. August reichen, was zu einem völligen Chaos in Sachen Planungssicherheit und Terminfindung führen könnte, das der europäische Verband so nicht mitmachen wird. Auf diesbezügliche Bedenken angesprochen, schiebt LASK-Präsident Siegmund Gruber die Schuld auf den Senat 1 der Bundesliga, auch Strafsenat genannt, der die Sanktionen gegen die Linzer ausgesprochen hat.

"Da müssen sie bitte den Senat 1 fragen, der hat das Urteil gefällt. Solche Urteile werden normalerweise maximal für die nächste Saison gefällt", kritisiert Gruber bei "Sky" die Kurzfristigkeit der Sanktionen.

Wären die Linzer im Vorgriff auf die nächste Saison bestraft worden, also hätten sie die Bundesliga-Saison 2020/21 mit minus sechs Punkten starten müssen, wäre laut Gruber vieles einfacher, was die rechtliche Lage betrifft. Der umstrittene Ex-Bundesliga-Funktionär führt aus:

"Wären wir für die nächste Saison bestraft worden, könnten wir einen normalen Instanzenzug durchjudizieren, ohne dass wir uns rechtfertigen müssen. Geben Sie solche Fragen an den Senat 1 weiter, die haben bei den Pressekonferenzen eh meistens viel zu sagen."

(Text wird unter Video fortgesetzt)

Gruber: "Sind verpflichtet zu protestieren"

Außerdem verteidigt Gruber einmal mehr, den Weg des Protests zu gehen und nicht die Sanktionen schuldbewusst hinzunehmen. "All jenen, die mir erklären, dass wir den Instanzenzug nicht wahrnehmen dürfen oder können, kann ich nur sagen, dass wir das sogar müssen. Wir sind dazu verpflichtet, Schaden vom Verein bestmöglich abzuwenden, das ist eine Sorgfaltspflicht und der kommen wir auch nach", erklärt Gruber.

Bei der ersten Pressekonferenz nach Bekanntwerden der Corona-Vergehen bekräftigte Gruber, dass man sich in einer guten Rechtslage wähne. Den Grund dafür hat Gruber bis heute nicht genannt, auch am Rande des Linzer Kantersieg über den SK Sturm (Spielbericht>>>) will der 46-Jährige nicht konkret werden: "Ich glaube, das ist ein Thema für das Protestkomitee. Das werden wir nicht im Fernsehen besprechen."

Stattdessen betont Gruber immer wieder, dass ihm und den anderen Geschäftsführern der Linzer aufgrund der Sorgfaltspflicht keine andere Wahl bleibe, als gegen das Urteil zu protestieren. Ansonsten würde der LASK-Präsident sogar persönlich rechtliche Probleme bekommen.

Wer hat die Kameras angebracht? "Interessiert mich nicht"

"Ich habe es schon vorher gesagt: Wir werden solange dagegen vorgehen müssen, wie wir uns ungerecht behandelt fühlen oder denken, dass die Strafe zu hoch ist. Dazu sind wir gesetzlich verpflichtet. (...) Wenn wir das nicht machen, ist das ein Veruntreuungstatbestand nach Strafgesetz, dafür, dass wir eine Verwaltungsstrafe begangen haben - und das kann es nicht sein", rechtfertigt sich der Oberösterreicher.

Auch die Schuldfrage am unerlaubten Training der Linzer dürfte geklärt sein. "Ich glaube, der Jürgen (Vizepräsident Jürgen Werner, Anm.) hat ganz klar gesagt, dass er die Schuld auf sich genommen hat. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen", so Gruber.

Wer denn die versteckten Kameras installiert habe, die die Vergehen des LASK überhaupt aufdeckten, weiß Gruber bis heute nicht. Es interessiere ihn auch nicht.

Zur Erinnerung: Erstmals ins Rollen gekommen ist die Causa, als der LASK bei der Polizei Strafanzeige wegen des "Verdachts des Einbruchs, des Missbrauchs von Tonaufnahme- oder Abhörgeräten und Wirtschaftsspionage" einlangte. Grubers plötzliches Desinteresse an den Aufdeckern der LASK-Schummelei ist also mindestens als kurios zu bezeichnen.

Textquelle: © LAOLA1.at

Bundesliga: LASK feiert gegen Sturm ersten Meistergruppen-Sieg

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