Daxbacher: Mit 70 noch in der Bundesliga?

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Am Freitag startet die Bundesliga in eine neue Ära.

Mit der Partie zwischen der Wiener Austria und Wacker Innsbruck (20:45 Uhr, LIVE im LAOLA1-Ticker) eröffnet das Oberhaus seine erste Saison im Zwölferliga-Format samt Playoffs am Ende.

Speziell ist das erste Spiel der neuen Spielzeit freilich auch für Gäste-Trainer Karl Daxbacher.

"Ich war über 20 Jahre bei der Austria, das ist mein Klub und ich freue mich schon sehr. Ich gratuliere der Austria schon jetzt zum Stadion, aber nicht zum Sieg", erklärt der Niederösterreicher im Gespräch mit LAOLA1.

Wie für den Traditionsklub ist es auch für den Trainer-Sir eine Rückkehr in die Bundesliga.

Doppelt so alt wie Werner Grabherr

Ein Drittel der zwölf Vereine geht mit neuen Trainern in die Saison. Altersbedingt könnte der Unterschied zwischen Altachs Werner Grabherr (32) und Daxbacher (65) größer nicht sein.

"Das Alter zählt nicht, es zählt die Arbeit, die abgeliefert wird. Das ist natürlich bei manch einem Klub schwieriger als bei einem anderen, die Budgets sind oft sehr unterschiedlich“, streicht Daxbacher auch andere Aspekte hervor. Er selbst kann sich durchaus vorstellen, noch einige Jahre Trainer zu sein.

"Es gibt keinen Plan, hängt sicherlich auf von den Erfolgen ab. Wenn die da sind, macht es mehr Spaß, wenn nicht, dann weniger. Ich möchte aber keine Ankündigung machen, wann und wie ich vielleicht aufhören will. Man weiß ja nie, welche Angebote kommen. Daher gibt es keinen Plan."

Wenn Daxbacher fünf Jahre dran hängt, würde er mit 70 noch als Trainer arbeiten. Vorstellbar?

"Keine offene Rechnung"

"Wenn man einige Kollegen hernimmt, dann ja. Jupp Heynckes hat auch noch mit über 70 eine hervorragende Arbeit abgeliefert. Daher lasse ich alles offen."

Der Routinier weiß selbst am besten, wie schnell es in der Bundesliga gehen kann. Mit dem LASK stieg er 2014 in die Erste Liga auf und musste 2015 gehen, als im Duell mit Mattersburg der neuerliche Aufstieg verpasst wurde.

2016 ließ Daxbacher den LASK mit St. Pölten hinter sich, musste aber in der Bundesliga nach nur drei Monaten seinen Sessel räumen – was freilich auch mit der chaotischen Klubführung zusammenhing.

Wiederum vertraute aber ein Klub auf seine Qualitäten, wieder zahlte es sich mit einem Aufstieg aus. Es nun allen in der Bundesliga zeigen zu müssen, diesen Drang verspürt Daxbacher deswegen nicht.

"Ich habe keine Rechnung offen. Im Trainergeschäft passiert das immer wieder, natürlich ist das nicht angenehm, aber wenn man gleich im Nachhinein beweisen kann, dass man gute Arbeit abliefert, dann freut es einen und ist natürlich eine gewisse Genugtuung."

Ich hoffe auf viele Zuschauer, das Potenzial ist da. Wacker hatte viele Erfolge in der Vergangenheit, für uns zählt aber nur das Hier und Jetzt. Wir müssen Leistung bringen.

Daxbacher verspürt viel mehr Freude, nun wieder ganz oben mitmischen zu dürfen.

"Es ist schön, mit dem Traditonsklub Wacker zurück in der Bundesliga zu sein. Es ist auch für mich ein schöner Erfolg, aber nun heißt es weiter arbeiten: Bestehen in der Bundesliga ist das Ziel. Unser Motto lautet, nächstes Jahr wieder dabei zu sein. Dann können wir langsam nach oben schauen."

Taktisch flexibel

Auch die Bundesliga freut sich freilich über die Rückkehr des zehnfachen Meisters, dessen Klubgeschichte mit verschiedenen Vereinsnamen, Erfolgen und Abstürzen verbunden ist. Aber auch mit einem großen Zuschauer-Interesse.

"Ich hoffe auf viele Zuschauer, das Potenzial ist da. Wacker hatte viele Erfolge in der Vergangenheit, für uns zählt aber nur das Hier und Jetzt. Wir müssen Leistung bringen."

Dafür zeigt sich Daxbacher auch im hohen Alter taktisch flexibel. In der Vorbereitung erarbeitete man sich ein 3-4-3, im Cup-Spiel in Wien (3:2 beim Team Wr. Linien, Anm.) setzte man dann auf ein 4-1-4-1.

Punkto Spielanlage sagte Daxbacher unlängst der „TT“: "Wir wollen in der Bundesliga offensiver und aggressiver attackieren. Sonst laufen wir gegen stärkere Gegner zu viel dem Ball nach. Wir starten mit diesem Versuch und werden sehen, ob wir etwas adaptieren müssen."

Klingt so, als hätte Daxbacher noch längst nicht genug – und das freut die gesamte Bundesliga.

Textquelle: © LAOLA1.at

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